Erdähnliche Exoplaneten um die kleinsten Roten Zwergsterne besonders häufig
Sogenannte M-Zwerge sind in der Milchstraße die häufigsten Sterne. Ein Forschungsteam hat ermittelt, um welche davon erdähnliche Exoplaneten am häufigsten sind.
Künstlerische Darstellung eines Gesteinsplaneten bei einem Roten Zwerg
(Bild: ESO)
Vor allem die kleinsten der am häufigsten vorkommenden Sterne der Milchstraße werden offenbar besonders häufig von erdähnlichen Exoplaneten umkreist. Das hat eine Analyse unter der Leitung von Astronomen der Universität Heidelberg ergeben. Dabei wurde nach einer Analyse von mehr als einem Dutzend Roter Zwergsterne und einer darauf aufbauenden statistischen Analyse ermittelt, dass solche Sterne mit weniger als 0,16 Sonnenmassen im Schnitt von etwa zwei Exoplaneten umkreist werden, die weniger als drei Erdmassen aufweisen. Für die Suche nach außerirdischem Leben ist das angesichts der Häufigkeit dieses Sterntyps und deren Langlebigkeit sowie Stabilität eine gute Nachricht.
Suche bei den häufigsten Sternen der Milchstraße
Wie das Team um Studienleiter Adrian Kaminski erläutert, wurden für die Analyse zuerst präzise spektrografische Daten mit dem Instrument CARMENES am Calar-Alto-Observatorium im spanischen Almería gesammelt. Bei 15 Roten Zwergsternen – auch M-Zwerge – wurde damit besonders präzise nach Exoplaneten gesucht, vier bislang unbekannte wurden dabei entdeckt. Drei davon kommen auf etwa eine bis anderthalb Erdmassen, der vierte ist merklich größer. Auf Basis der Fundorte in dieser Auswahl von Roten Zwergsternen wurden dann statistische Analysen durchgeführt, um herauszufinden, wo erdähnliche Gesteinsplaneten besonders verbreitet sind. Das Ergebnis sei "wirklich absolut bemerkenswert", meint Kaminski.
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Weil die M-Zwerge in der Milchstraße besonders häufig sind und ihre Energie über Milliarden Jahre ziemlich konstant abstrahlen, könnten Exoplaneten dort besonders stabile Umgebungen für die Entwicklung von Leben liefern, ordnet das Team den Befund ein. Wenn man nun wisse, dass vor allem um jene Sterne mit weniger als einem Sechstel der Masse unserer Sonne vergleichsweise viele erdähnliche Exoplaneten kreisen, könnte die Studie damit auch als Hinweis dafür dienen, wo die Suche nach lebensfreundlichen Exoplaneten am vielversprechendsten wäre. Das würde dann auch für die Suche nach außerirdischem Leben selbst gelten. Die Forschungsarbeit ist im Fachmagazin Astronomy & Astrophysics erschienen.
(mho)