Donnerstag: Nvidia profitiert weiter von KI, Adobe übernimmt KI-Spezialisten
Nvidia-Wachstum dank KI + Milliarden-Deal für Semrush + Rundfunkreform trotz Koalitionskrise + Intels Lehren aus Pentium-4-Flop + #heiseshow u.a. zu Cloudflare
(Bild: Gorodenkoff / shutterstock.com)
Zweifel an der KI-Entwicklung und Furcht vor einem Platzen der KI-Blase tangieren Nvidia nicht. KI-Chips sind weiterhin stark gefragt und teilweise kaum zu haben. Der Konzern konnte den Quartalsumsatz im dritten Jahr in Folge steigern und erwartet auch in nächster Zukunft eine weiterhin hohe Nachfrage. Nvidias Aktie zieht deutlich an. Derweil stärkt Adobe mit der Übernahme des Softwareanbieters Semrush seine KI-Marketing-Tools und hat dabei KI-Sprachmodelle wie ChatGPT oder Gemini im Blick. Da immer mehr Menschen Antworten öfter per KI als bei traditionellen Suchmaschinen suchen, wird der Auftritt in Chatbots immer wichtiger. In Deutschland stellt Brandenburg mitten in einer Koalitionskrise die Weichen für eine Reform von ARD, ZDF und Deutschlandradio. Die Regierungsparteien SPD und BSW haben dabei keine eigene Mehrheit. Da aber die oppositionelle CDU den Vorschlag stützt, hat die Rundfunkreform jetzt das letzte Länderparlament passiert – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Nvidia trotzt den Unkenrufen über überhitzte KI-Aktien bislang und hat seine Einnahmen auch im vergangenen Quartal weiter gesteigert. Anleger befürchteten ein Platzen der KI-Blase, doch das wischte Nvidia-Chef Jensen Huang im Gespräch mit Investoren jetzt vom Tisch. "Die Verkaufszahlen von Blackwell sind phänomenal, und Cloud-GPUs sind ausverkauft", erklärt er. Die Nachfrage nach KI-Chips ist ungebremst und lässt die Kassen klingeln. Im zwölften Quartal in Folge konnte der Konzern seinen Umsatz steigern. Alle produzierten KI-Chips werden umgehend verkauft oder ausgeliefert. Da Nvidias Geschäftszahlen die Erwartungen der Branche übertreffen und auch der Ausblick über externen Prognosen liegt, zieht auch der Aktienkurs wieder an: Nvidias Cloud-GPUs sind ausverkauft, Umsatz und Gewinne steigen weiter deutlich.
Um KI-Milliarden geht es auch bei Adobe. Der Photoshop-Entwickler wird den US-amerikanischen Softwareanbieter Semrush für 1,9 Milliarden US-Dollar kaufen. Mit der milliardenschweren Übernahme baut Adobe sein Geschäft mit KI-gestützten Marketing-Programmen aus. Semrush ist eine Softwareplattform, die Unternehmen bei der Suchmaschinenoptimierung, Social-Media-Recherche und Online-Werbung unterstützt. Die KI-Software wird für Keyword-Recherchen, Wettbewerbsanalysen, Backlink- und Domain-Authority-Tracking genutzt. Zu den großen Unternehmenskunden von Semrush zählen unter anderem TikTok und Amazon.com. Der Kaufpreis liegt fast doppelt so hoch wie der aktuelle Börsenwert von Semrush bei diesem Milliarden-Dollar-Deal: Adobe kauft den KI-Spezialisten Semrush.
In Deutschland ist der Weg frei für die Reform von ARD, ZDF und Deutschlandradio. Brandenburg stimmte trotz einer Koalitionskrise von SPD und BSW als letztes Bundesland zu. Der Landtag entschied mehrheitlich für eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und auch für einen stärkeren Jugendmedienschutz. Das war nur mithilfe der CDU-Opposition möglich, denn SPD und BSW hatten keine eigene Mehrheit. Alle anderen Länderparlamente hatten den Reformstaatsvertrag zuvor passieren lassen. Mit der Reform sollen sich die öffentlich-rechtlichen Sender stärker digital aufstellen und schlanker werden, um die Angebote besser an die digitale Medienwelt anzupassen und Kosten zu sparen: Brandenburg ebnet Weg für Rundfunkreform – mit CDU-Hilfe.
Vor 25 Jahren, am 20. November 2000, brachte Intel hastig den Pentium-4-Prozessor auf den Markt. Er sollte das ramponierte Image des x86-Erfinders kitten. Denn im Jahr zuvor hatte AMD mit dem Athlon einen Volltreffer gegen Intel gelandet. Die Rückschau auf das Jahr 2000 zeigt erstaunliche Parallelen zur jüngeren Geschichte der Firma Intel, die seit einigen Jahren ums nackte Überleben kämpft. Der Pentium 4 war für sich genommen kein Erfolg, der Nachfolger "Core" erschien schon 2006. Aber Intel lernte eine Menge aus den damals gemachten Fehlern. Und viele Innovationen aus der Pentium-4-Ära haben bis heute Bestand, etwa Mehrkernprozessoren, die von AMD forcierte 64-Bit-Technik, Serial ATA, PCI Express und CPU-Fassungen mit Federn statt Stiften. Wir blicken zurück auf 25 Jahre Pentium 4: Intels legendäre Heißdüse.
In der heutigen Ausgabe der #heiseshow sprechen wir unter anderem über den Cloudflare-Ausfall, der zahlreiche Websites und Dienste lahmgelegt hat. Wie abhängig ist das Internet von einzelnen Infrastrukturanbietern? Welche Konsequenzen hat diese Zentralisierung für die digitale Souveränität? Um dieses Thema ging es diese Woche auch beim EU-Digitalgipfel in Berlin. Welche konkreten Schritte zur digitalen Souveränität wurden beschlossen? Kann Europa tatsächlich unabhängiger von US-Tech-Konzernen werden? Derweil konnten Sicherheitsforscher auf Metadaten von 3,5 Milliarden WhatsApp-Konten zugreifen. Welche Informationen waren konkret einsehbar und welche Risiken ergeben sich daraus? Wie reagiert Meta? Das sind die Themen heute um 17 Uhr live in der #heiseshow: Cloudflare-Ausfall, WhatsApp-Daten, Souveränitätsgipfel.
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Auch noch wichtig:
- Ständige Unkenrufe über überhitzte KI-Aktien sowie der Ausstieg zweier Großanleger aus ihren Nvidia-Investments lassen die Kurse purzeln von KI- und Chip-Aktien: Börse nervös vor den Nvidia-Quartalsergebnissen.
- Open-Source-Software reduziert Abhängigkeiten von Big Tech – spielte aber auf dem Digitale-Souveränitäts-Gipfel kaum eine Rolle, schreibt Christian Wölbert in seiner Analyse zum Digitale-Souveränität-Gipfel: Open Source wird abgewatscht.
- Porsche begradigt den bisherigen Kurs, doch der neue Cayenne kommt nur als E-Auto auf den Markt. Die technischen Eckwerte sind beeindruckend. Es ist eine Kampfansage aus Zuffenhausen: Vorstellung Porsche Cayenne Electric.
- Oft landen Akkus von E-Bikes im Hausmüll und sorgen für Brände auf Recyclinghöfen und in Müllfahrzeugen. Die Folgen für Unternehmen sind teils gravierend: Jeden Tag dutzende Brände in Deutschlands Abfallwirtschaft wegen Akkus.
- Für den Cloudflare-Ausfall mit heftigen Folgen war kein Angriff, sondern ein interner Fehler ursächlich. Das hat Cloudflare jetzt ausführlich erklärt: Ein Fehler bei Rechteverwaltung sorgte für Cloudflare-Ausfall mit weitreichenden Folgen.
- Qualcomm hat auf einem Presseevent tief unter die Haube des neuen Snapdragon X2 blicken lassen. Zudem waren erste Benchmarks der kleineren Ausbaustufen möglich: Qualcomm enthüllt technische Details des Notebookprozessors Snapdragon X2 Elite.
- Durchbruch im Konflikt um die Lieferung von Chips für die Autoproduktion. Die Niederlande lenken ein und senden ein positives Signal nach Peking: Niederlande geben Kontrolle über Chip-Firma Nexperia ab.
- Um E-Mobilität attraktiver zu machen, plant die Bundesregierung, das Laden von E-Autos einfacher, transparenter, zuverlässiger und günstiger zu machen. Damit wird Laden so einfach wie Tanken: Neuer Plan der Bundesregierung.
- Keine Experimente wagt Kia beim Nachfolger des Kia Ceed. Zur neuen Karosserie bekommt der K4 ähnliche Antriebsoptionen, wahlweise mildhybrid, aber ohne PHEV: Der Ceed-Nachfolger Kia K4 "für alle, die noch nicht bereit fürs E-Auto sind".
- Mit ESP32-C6, Touchdisplay, Akku und Kompatibilität mit vielen IoT-Funkstandards ist der Nesso N1 sofort einsatzbereit: Der Arduino Nesso N1 mit ESP32-C6 inside.
- Es wäre durchaus möglich, iPhones eine Fensteroberfläche zu verpassen. Das zeigt ein Trick, der aufgrund eines Bugs derzeit noch möglich ist: iOS-26-Hack erlaubt iPadOS-Fenster auf dem iPhone – Apple dürfte schnell patchen.
- In wenigen Jahren soll das stillgelegte Atomkraftwerk Three Mile Island wieder Strom produzieren. Die US-Regierung vergibt dafür einen Kredit: US-Regierung gewährt Milliardenkredit für Reaktivierung von Three Mile Island.
- Mark Russinovich hat angekündigt, dass das Diagnosetool Sysmon im kommenden Jahr Windows-Bestandteil wird: Windows integriert Sysmon nativ.
(fds)