Digitalisierung: Wie ein privates Unternehmen den Amateurbasketball kaperte

Ein spanisches Unternehmen verwaltet die gesamten Daten des Amateurbasketballs in Deutschland. Wer an seine eigenen Statistiken rankommen möchte, muss zahlen.

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(Bild: Ulrike Weis / KI / heise medien)

Lesezeit: 7 Min.
Von
  • Henri Wagner
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Wenn man sich die genauen Spieldaten des letzten Basketball-Bundesligaspieles, der NBA-Spiele letzte Nacht oder der zweiten Bundesliga anschauen möchte, ist das online problemlos und kostenfrei möglich. Ganz anders sieht es allerdings bei der Regionalligamannschaft oder der Kreisligamannschaft aus: Um diese Statistiken abzurufen, muss man ein Abo bei einer spanischen Firma für fünf Euro im Monat abschließen. Wie kann das sein?

In den Amateurligen müssen die Vereine alle spielrelevanten Daten einer Begegnung selbst aufzeichnen. Die sogenannten Anschreiber stoppen die Uhr, sind für die 24-Sekunden-Angriffszeit zuständig und führen Buch. Wer wann einen Korb wirft, foult oder eine Auszeit nimmt – all diese Details landen auf dem Anschreibebogen, geführt von einem Vereinsmitglied der Heimmannschaft. Früher war der Bogen aus Papier; vor vier Jahren begann der Deutsche Basketball Bund (DBB), diesen Prozess zu digitalisieren. Immer mehr Landesverbände führten die neue Software ein, Tablets ersetzten Spielbögen und bald gab es zu jedem Spiel einen Live-Ticker, selbst in den untersten Ligen. Niemand musste mehr händisch die bisweilen schwer zu entziffernden Anschreibebögen auswerten, es schien ein logischer Schritt in Richtung moderner, transparenter Spielverwaltung.

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Zunächst kam mit der Umstellung nur ein kleiner, aber erträglicher Wermutstropfen: Wer mehr als die nackten Endergebnisse sehen wollte, etwa welcher Spieler wann wie viele Punkte erzielte, musste ein Abo abschließen. Für zwei Euro im Monat konnten viele damit leben und auch der Gratiszugang bot nützliche Infos. Doch mittlerweile gleicht das Angebot einem Paradebeispiel für Enshittification.

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