Xreal 1S: Neue Display-Brille kann 2D-Inhalte in 3D darstellen

Xreal bringt zwei neue Produkte auf den Markt: das Einsteigermodell Xreal 1S und das Zubehör Xreal Neo. Was unterscheidet sie von älteren Modellen?

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Rendergrafik der Xreal 1S und Xreal Neo.

Xreal 1S und Xreal Neo.

(Bild: Xreal)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Der chinesische Hersteller Xreal hat die Display-Brille Xreal 1S sowie den tragbaren Akku Xreal Neo vorgestellt. In den USA sind beide Produkte ab sofort vorbestellbar, im deutschen Online-Shop ist derzeit hingegen nur die Xreal 1S gelistet. Der Auslieferungszeitraum fĂĽr aktuelle Vorbestellungen ist mit Februar angegeben.

Mit der Markteinführung der Xreal 1S wird die ältere Xreal One aus dem Handel genommen, während Xreal One Pro weiterhin verkauft wird. Der Preis der Xreal 1S liegt bei 499 Euro und damit 50 Euro unter dem der ausrangierten Xreal One. Die Xreal One Pro bleibt hingegen bei einem Preis von 689 Euro.

Die neue Display-Brille nutzt denselben X1-Chip, der bereits die Xreal One und One Pro von älteren Xreal-Modellen abgrenzt, und unterstützt damit serienmäßig 3DoF-Tracking. Xreal 1S unterstützt zudem das Kamerazubehör Xreal Eye, das zwischen die Gläser eingesetzt wird und zusätzlich 6DoF-Tracking erlaubt. Das virtuelle Display bleibt damit stabil im Raum verankert, auch wenn sich Nutzer durch den Raum bewegen.

Was die Optik betrifft, orientiert sich die Xreal 1S an der Xreal One und verzichtet auf die "Flat-Prism-Optik" der One Pro, die ein kompakteres Brillendesign und größeres Sichtfeld ermöglicht und das Auftreten von Lichtreflexionen reduziert. Das Sichtfeld beträgt 52 Grad und liegt damit etwas über dem der Xreal One (50 Grad) und unter dem der One Pro (57 Grad).

Die Auflösung der OLED-Mikrodisplays beträgt 1920 × 1200 Pixel pro Auge und ist damit geringfügig höher als die der Xreal One und One Pro (beide Full-HD). Außerdem wurde das Seitenverhältnis des virtuellen Displays von 16:9 auf 16:10 erweitert. Die maximale Bildrate beträgt bei allen drei Brillen 120 Hertz. Bei der Helligkeit liegt die Xreal 1S gleichauf mit der Xreal One Pro (maximal 700 statt 600 Nits wie bei der Xreal One). Mit 82 Gramm ist die Xreal 1S etwas leichter als die Xreal One (84 Gramm) und One Pro (87 Gramm).

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Eine neue Funktion der Xreal 1S ist die automatische 3D-Konvertierung. Die Display-Brille kann in Echtzeit sämtliche 2D-Inhalte (Bilder, Videos, gestreamte Filme und sogar Spiele) per KI in stereoskopischem 3D darstellen. Die Echtzeitberechnung übernimmt der X1-Chip. Laut ersten Tests funktioniert die 3D-Konvertierung jedoch nicht immer einwandfrei und abhängig vom Inhalt fällt der 3D-Effekt teils stärker, teils schwächer aus. Die 3D-Konvertierung ist auch für die Xreal One Pro erhältlich. In beiden Fällen müssen Nutzer zuerst die Firmware der Display-Brillen aktualisieren.

Xreal 1S und Xreal Neo in Kombination mit Nintendo Switch 2.

(Bild: Xreal)

Das zweite angekündigte Produkt ist das Akkuzubehör Xreal Neo. Die tragbare Batterie wird via USB-C und DisplayPort zwischen Xreal-Brillen und externe mobile Geräte geschaltet. Dadurch werden letztere geladen statt entladen, was eine längere Nutzung ermöglicht. Der Akku bietet eine Kapazität von 10.000 mAh und eine maximale Ladeleistung von 60 Watt (Quick Charge) bei einem Gewicht von 245 Gramm. Eine Besonderheit der Xreal Neo ist, dass sich damit Spiele von Nintendo Switch 1 und 2 auf dem virtuellen Display spielen lassen. Das Zubehör verfügt zudem über einen Magneten und einen ausklappbaren Standfuß, der das jeweils verbundene Gerät während des Ladens stützt. Der US-Preis beträgt 99 US-Dollar.

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Xreal-Produkte gehören der Geräteklasse der Display-Brillen an, die als tragbares Kino, virtueller Spielebildschirm oder mobiler Arbeitsplatz dienen. Display-Brillen funktionieren nicht selbstständig und werden über ein Kabel an externe Geräte (Smartphone, Handheld, Konsole oder PC) angeschlossen, die sie mit Strom und Inhalten versorgen. Letztere erscheinen auf einem großen virtuellen Display, das durch das jeweilige Sichtfeld begrenzt ist. Viele Display-Brillen ahmen das Aussehen von Sonnenbrillen nach, stehen durch die eingesetzte Display-Technik jedoch deutlich weiter vom Gesicht ab, was sie auffälliger macht als etwa die Ray-Ban Meta-Brillen. Nutzer mit Sehschwäche können bei Xreal oder Drittanbietern passende Korrekturlinsen bestellen, die an der Brille befestigt werden.

Update

Einen Monat nach der Vorstellung in Japan kommen Xreal 1S und Xreal Neo weltweit auf den Markt. Der Artikel wurde um zahlreiche Details sowie den deutschen Preis ergänzt.

(tobe)