CES

Aumovio: neue Displaykonzepte und Zentralrechner mit NXP‑Prozessor

Aumovio hat auf der CES 2026 Continental abgelöst und zeigt Display-Konzepte, SDV-Architekturen sowie Technik für Fahrassistenz und -automatisierung.

vorlesen Druckansicht 1 Kommentar lesen
Mockup eines Armaturenbretts ohne Armaturen; mittig bis rechts ein extrem breiter Bildschirm. Links steht ein weniger breiter Bildschirm oben drauf.

Aumovios personalisiertes Cockpit vereint unterschiedliche Bildschirmtypen: zwei OLED-Monitore und ein E-Ink-Armaturenbrett.

(Bild: heise medien / AndrĂ© Kramer)

Lesezeit: 3 Min.
Inhaltsverzeichnis
close notice

This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Die aus dem Automotive-Geschäft von Continental hervorgegangene Firma Aumovio ist seit 18. September 2025 als unabhängiges Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Aumovio nutzt die CES 2026 in Las Vegas, um seine Ansätze für automatisiertes Fahren, Elektrik- und Elektronikarchitektur für softwaredefinierte Kraftfahrzeuge sowie Fahrzeugsicherheit zu zeigen.

Im Mittelpunkt des Messeauftritts der Frankfurter Firma steht die „User Experience“ im Fahrzeuginnenraum. Unter dem Namen „Branded Personalized Cockpit“ zeigt Aumovio eine modulare Multi-Display-Landschaft, die verschiedene Anzeigetechniken kombiniert. Dazu zählen zwei OLED-Displays und ein E-Ink-Bildschirm. Je nach Designthema ändert sich Farben und Muster des Armaturenbretts.

Das E-Ink-Armaturenbrett wechselt passend zum Designthema Muster und Farben.

(Bild: heise medien / André Kramer)

Hinter dem OLED-Bildschirm auf der Fahrerseite ist eine von außen nicht sichtbare Kamera integriert. Im noch breiteren OLED-Display auf der Beifahrerseite lassen sich beispielsweise Filme abspielen. Dabei kann die Winkelabhängigkeit erhöht werden, sodass der Bildschirminhalt von der Fahrerseite aus nicht einsehbar ist.

Im Privacy-Modus ist das Entertainmentsystem auf der Beifahrerseite von der Fahrerposition nicht mehr einsehbar.

(Bild: heise medien / André Kramer)

Mit der Systemplattform Xelve adressiert Aumovio Fahrerassistenz und autonomes Fahren von Level 2 bis Level 4. Aumovio hat mehrere Ausprägungen im Programm: Xelve Park für automatisierte Parkfunktionen, Xelve Drive für assistiertes und teilautomatisiertes Fahren sowie Xelve Pilot als Fallback-Lösung für hochautomatisiertes Fahren nach Level 4.

Videos by heise

Die neueste Ergänzung Xelve Trailer warnt mithilfe von Rundumkameras vor Kollisionen beim Rangieren mit Anhängern. Sie nutzt Bilderkennungsalgorithmen, um Hindernisse zu erkennen und somit beim Manövrieren zu unterstützen. Xelve Trailer zielt vor allem auf den US-amerikanischen Markt.

Ein Schwerpunkt Aumovios liegt auf Elektrik- und Elektronik-Architekturen für softwaredefinierte Fahrzeuge. Zentrales Element ist ein Vehicle Control High-Performance-Computer (HPC), der sicherheitskritische und -unkritische Funktionen hardwareseitig isolieren, aber trotzdem parallel auf einem Chip abarbeiten können soll. Grundlage für den VC-HPC-Fahrzeugrechner ist der Prozessor S32N79 aus der S32N7-Serie des Niederländischen Unternehmens NXP Semiconductors.

Aumovio unterstützt Fahrzeugentwickler mit in einer virtuellen Umgebung samt Steuergeräten, Sensoren und Aktuatoren. Funktionen lassen sich damit virtuell oder hybrid implementieren und testen.

Ergänzend stellt Aumovio das Konzept des „Automotive Remote Control Network“ vor, das standardisierte Komponenten und Kommunikationsprotokolle nutzt. Verhältnismäßig einfache Komponenten sollen die Variantenvielfalt reduzieren – in komplexeren Fahrzeugen mit mehr Funktionen kommen einfach mehrere dieser Standardelemente zum Einsatz. Das soll die Architektur vereinfachen, aber auch Produktionskosten senken, weil nicht für jedes System ein eigens dafür entwickelter Controller nötig ist.

Den Vehicle Control High-Performance-Computer ergänzt Aumovio um möglichst flexible Standardkomponenten, um Produktions- sowie Entwicklungskosten zu senken und die Architektur zu vereinfachen.

(Bild: heise medien / André Kramer)

Software für bessere Kamerasicht bei Nacht soll mehr Sicherheit beim Fahren gewährleisten. Die Erweiterung reduziert Blendungseffekte durch die Scheinwerfer des Gegenverkehrs und unterstützt beim Erkennen von Gefahren wie Hindernissen auf der Fahrbahn bei schlechten Lichtverhältnissen.

Die Aumovio-Software verbessert unter anderem Nachtsicht, indem sie Blendeffekte des Gegenverkehrs reduziert.

(Bild: Aumovio)

Außerdem hat Aumovio den E-Motor-Rotor-Temperatursensor (eRTS) vorgestellt, eine Sensortechnik für E-Motoren, die direkte, drahtlose Temperaturmessung des Rotors in permanenterregten Synchronmotoren ermöglicht. Im Vergleich zur aktuell gängigen softwarebasierten Temperatursimulation soll der Toleranzbereich von 15 auf nur noch drei Grad Celsius sinken.

heise online ist Medienpartner der CES 2026.

(akr)