Massive Störung legt Flugverkehr in Griechenland lahm

Griechenlands Flughäfen waren vorübergehend lahmgelegt. Es war ungewiss, wann es weitergeht. Jetzt ist die Ursache bekannt.

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Fast leer: Im griechischen Luftraum sind momentan kaum Flugzeuge unterwegs. Ursache soll eine Telekommunikationsstörung sein.

Fast leer: Im griechischen Luftraum sind momentan kaum Flugzeuge unterwegs. Ursache soll eine Telekommunikationsstörung sein.

(Bild: https://www.flightradar24.com/)

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Lesezeit: 2 Min.
Von
  • dpa

Eine Telekommunikationsstörung brachte den Flugverkehr in Griechenland am Sonntag fast vollständig zum Erliegen. Betroffen sind alle Flughäfen des Landes, darunter die internationalen Flughäfen Athen und Thessaloniki. Dies berichtete der griechische Rundfunk (ERTNews) unter Berufung auf die Luftfahrtbehörde. Reisende seien per SMS informiert worden.

Nach Angaben der griechischen Behörde für die zivile Luftfahrt, HCAA, lag das Problem bei den zentralen Funk- und Kommunikationssystemen der Kontrollzentren für den griechischen Luftraum. Offenbar konnten die Fluglotsen nicht miteinander kommunizieren. Auf Flightradar24, einem Online-Dienst zur Flugverfolgung in Echtzeit, war ein fast leerer griechischer Luftraum zu sehen. Nach Angaben von ERTNews wurden alle Flüge Richtung griechischen Luftraum umgeleitet.

Am Nachmittag lief der Flugverkehr dann wieder an. Nach Angaben der griechischen Behörde für zivile Luftfahrt (HCAA) lag das Problem bei den zentralen Funk- und Kommunikationssystemen der Kontrollzentren für den griechischen Luftraum. Das technische Problem, dessen Ausmaß in dieser Form erstmals auftrete, werde weiterhin untersucht, teilte die Behörde mit.

Sowohl die nationale Behörde für Cybersicherheit als auch der griechische Nachrichtendienst wurden daraufhin aktiv, berichtete der Sender ERTNews. Ersten Erkenntnissen zufolge habe es einen Defekt an einem Funkmast rund 60 Kilometer westlich von Athen gegeben – die Untersuchungen würden jedoch weiter fortgesetzt. Sabotage an dem Funkmast schloss der Nachrichtendienst demnach aus.

Der Verband der Fluglotsen wiederum schloss eine Cyberattacke aus, erhob jedoch schwere Vorwürfe. „Unsere Systeme sind uralt“, sagte Verbandschef Panagiotis Psarros dem Sender ERTNews. Darauf habe die Gewerkschaft der Fluglotsen bereits mehrfach hingewiesen und auch Beschwerde auf EU-Ebene eingelegt.

Update

Der Flugverkehr läuft inzwischen wieder, der Text wurde an den entsprechenden Stellen in die Vergangenheitsform geändert. In den letzten drei Absätzen wurden Details zur Ursache ergänzt. Auch der Teasertext wurde aktualisiert.

(axv)