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Vaonis Hyperia: smartes Teleskop für Forschung und Astrofotografie

Das Teleskop Vaonis Hyperia wendet sich allein preislich an Institute wie Sternwarten. Es vereint große Optik mit 17 Linsen und schnellen Antrieb.

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Das Vaonis Hyperia hat eine Öffnung von 150 mm. Im Tubus verbirgt sich eine Canon-Optik mit 17 Linsen.

(Bild: heise medien / André Kramer)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Der französische Hersteller Vaonis hat das Smart-Teleskop Hyperia vorgestellt. Anders als das kompakte und auf Heimanwender ausgerichtete Vespera Pro, wendet sich das Hyperia an Sternwarten, Planetarien, Wissenschaftsmuseen und erfahrene Astrofotografen, die das nötige Kleingeld aufbringen können. Denn der Preis soll bei 89.000 Euro liegen.

Auch für den Einsatz in gehobenen Hotel- und Bildungsumgebungen sieht Vaonis Einsatzmöglichkeiten. Wie seine kleine Schwester Vespera ist das Hyperia als vollständig automatisiertes Observatorium konzipiert.

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Das Gerät misst 180 Zentimeter in der Höhe und wiegt 35 Kilogramm. Die beiden verbundenen Tuben sind aus Aluminium gefertigt. Es nutzt eine Canon-Optik mit 17 Linsen. Die Öffnung beträgt 150 Millimeter bei einer Brennweite von 600 mm. Das entspricht einem Öffnungsverhältnis von f/4. Wie die kleine Schwester ist das Hyperia ein Linsenteleskop (Refraktor). Der Konkurrent Unistellar setzt hingegen auf Spiegelteleskope (Reflektor).

heise medien / André Kramer

Hinter der Optik steckt ein rückwärtig belichteter BSI‑Vollformatsensor (Backside Illuminated) mit 45 Megapixeln. Trotz der 150mm-Öffnung lassen sich Standardfilter mit 52 mm Durchmesser einsetzen. Sie werden über eine Öffnung im Tubus direkt vor die Kamera montiert.

Für die Bewegung setzt Vaonis auf einen schnellen Direktantrieb. Das System erreicht eine vollständige Drehung um 360 Grad in weniger als zehn Sekunden. Der Hersteller ordnet die Präzision und Geschwindigkeit auf dem Niveau professioneller Großteleskope ein.

Das Teleskop gleicht die Erdrotation automatisch aus und soll damit Einzelbelichtungen von bis zu 30 Minuten erlauben. Smart-Teleskope für den Einzelhandel führen weniger sanft nach und belichten daher in der Regel nur 15 Sekunden lang. Als Workaround setzen sie viele Einzelbilder zu einem rauscharmen Gesamtbild zusammen. Diesen Workflow beherrscht wiederum auch das Hyperia.

Dieses Bild Elefantenrüsselnebels (Elephant's Trunk Nebula), auch bekannt als IC 1396A, im Sternbild Cepheus entstand mit dem Prototyp des Vaonis Hyperia.

(Bild: Vaonis)

Wie bei Smart-Teleskopen üblich, verbindet sich das Hyperia über die Vaonis-App. Dort lassen sich Himmelsobjekte auswählen und automatisch anfahren. Über die Mobil-App für Android und iOS kann man auch die Astrofotos in den Formaten FITS, TIFF und JPEG aus dem Teleskopspeicher herunterladen. Wie groß dieser sein wird, steht noch nicht fest. Wahrscheinlich sind 512 Gigabyte oder 1 Terabyte. Außerdem soll das Gerät Ethernet- und USB-C-Buchsen bekommen.

Vaonis nimmt für Hyperia ab sofort Vorbestellungen entgegen. Die Auslieferung ist frühestens für die zweite Hälfte 2026 geplant. Jedes Gerät wird auf Bestellung in Frankreich gefertigt.

(akr)