CES

Samsung KI-Begleiter: Automatisch zum guten Bild und Ton

Samsung setzt auf winzige Dioden und Gerätesteuerung per KI. Fernseher, Kühlschränke, Beamer und Monitore sollen die Wünsche ihrer Nutzer kennen und erkennen.

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Samsung Micro-LED-TV

(Bild: Samsung)

Lesezeit: 3 Min.
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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Die Displaytechnik ist inzwischen derart ausgereift, dass die Hersteller ihren Kunden statt neuer Bildschirme lieber besseren Bedienkomfort ans Herz legen.

Diesen Eindruck vermitteln zumindest die Meldungen von der CES, aber das ist nur die halbe Wahrheit, denn auch bei den Bildschirmen selbst gibt es Neuerungen. So setzt Samsung stark auf winzige Leuchtdioden, die entweder indirekt als fein skalierbare Hintergrundbeleuchtung fĂĽr FlĂĽssigkristallbildschirme (LCD-TVs) dienen, oder direkt ein Pixel des Bildschirms bilden (LED-TVs).

Anlässlich der CES erweitert das koreanische Unternehmen sein Lineup von Micro RGB-TVs, also LCDs mit farbigen Dioden im Backlight, wobei die RGB-LEDs jeweils unter einer Linsenkappe sitzen. Erstmals hatte Samsung zur IFA 2025 ein solches Micro RGB-TV mit 115 Zoll, also rund 2,90 Meter Diagonale, vorgestellt. Der MR95F wird nun ergänzt um weitere Diagonalen und neue Modelle mit Größen zwischen 55 und 130 Zoll, mithin Diagonalen von 1,40 bis 3,30 Meter.

AuĂźerdem hat Samsung Micro LED-TVs im Programm, also Bildschirme, bei denen jeder Bildpunkt aus einer RGB-LED besteht. Weil darin deutlich mehr und deutlich kleinere Dioden leuchten, sind die Micro LED-TVs deutlich teurer und es gibt sie auch nicht in kleineren, wohnzimmertauglichen Diagonalen.

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Das ist verwirrend? Ja, ist es! Wie viele andere TV-Hersteller verschleiert Samsung sogar den Unterschied zwischen „echten“ RGB-LED-TVs, in denen jeder Bildpunkt aus einer RGB-Leuchtdiode besteht, und LCDs mit RGB-LED-Backlight. Nur erstgenannte dimmen den Bildschirm wie OLEDs auf Pixelebene und erzielen damit eine Darstellung ohne Blurring, mit sattem Schwarz und hellen Lichtern.

Allerdings ist die Ansteuerung der farbigen Dioden im Backlight inzwischen derart ausgefeilt, dass auch LCD-TVs mit LEDs im Rücken ausgezeichnete Schwarzwerte und nahezu schlierenfreie Bewegtbilder erzielen können. Jedenfalls sofern sie ausreichend Dimming-Zonen besitzen und die Zonen adäquat angesteuert werden, wie unser vergangener Fernsehertest gezeigt hat. Mit den farbigen Leuchtdioden erzielen die Hersteller zusätzlich sattere Grundfarben und damit beeindruckende Bilder vor allem bei der HDR-Wiedergabe.

Die LCDs mit RGB-Backlight stellen deshalb eine echte Konkurrenz zu den organischen Displays dar, die Samsung natürlich ebenfalls in petto hat. So soll der OLED S95H vor allem äußerlich ein Update bekommen haben. Wir haben das Modell QE65S95F aus 2025 getestet – erkennbar am „F“, die 2026er-Modelle tragen ein „H“

In allen Fernsehern ebenso wie in Monitoren, Kühlschränken und Beamern soll Samsungs „Vision AI Companion“ die Bedienung erleichtern. Der KI-Begleiter merkt sich, was sein Nutzer geschaut, gegessen oder gespielt hat, und bietet in der Folge automatisch passende Inhalte oder Rezepte an, stellt Bild und Ton ein und leitet die Zuschauer durchs Programm.

Das Ganze erfolgt per natürlicher Sprache, die Fernbedienung wird damit überflüssig. Jedenfalls wenn man sich auf den angebotenen Komfort einlässt und Samsung Zugriff auf alle nötigen Ressourcen gewährt.

(uk)