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Punkt. MC03: Android-Smartphone „Made in Europe“ ohne Google mit Abo

Der Schweizer Hersteller Punkt. hat mit dem MC03 ein abonnementbasiertes Smartphone mit Fokus auf Datensicherheit angekündigt.

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Punkt. MC03 von hinten in der Hand eines Mannes

Punkt. MC03.

(Bild: Punkt.)

Lesezeit: 5 Min.
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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Das Schweizer Unternehmen Punkt. hat im Zuge der CES 2026 mit dem MC03 einen Nachfolger des MC02 vorgestellt. Das Smartphone kommt ohne Google-Dienste, besitzt einen austauschbaren Akku und soll in Europa hergestellt werden. Bei dem 700 Euro teuren Gerät fallen für das Betriebssystem AphyOS nach einem Jahr monatliche Gebühren an.

Punkt. beschreibt das Smartphone als „eine echte technologische Alternative zu Big Tech“. So werde das MC03 in Zusammenarbeit mit Gigaset in Bocholt gefertigt und setzt durch das in der Schweiz entwickelte Betriebssystem AphyOS, das auf Android 15 (Android Open Source Project, AOSP) basiert, „auf höchste Datenhoheit und -sicherheit“. Aus deutscher Produktion stammt das Gehäuse, so Punkt..

Wie schon beim Vorgänger, dem MC02, handelt es sich beim MC03 um ein abonnementbasiertes Smartphone: Das Betriebssystem AphyOS des Entwicklers Apostrophy ist für die ersten 12 Monate im Kaufpreis enthalten. Danach ist für die weitere Nutzung ein kostenpflichtiges Abonnement erforderlich, das jederzeit vor Ablauf gekündigt werden kann. Entscheiden Nutzer sich für ein monatlich kündbares Modell, kostet es 9,99 Euro im Monat. Im Abo-Bundle kostet es für 3 Jahre 129 Euro und für 5 Jahre 199 Euro. Laut Punkt. erhält das MC03 drei Jahre lang Android-Updates und fünf Jahre lang Sicherheitspatches.

Das Punkt. MC03 von vorn und hinten.

(Bild: Punkt.)

Bestandteil des Betriebssystems AphyOS, das mit einer neu gestalteten Benutzeroberfläche ausgestattet ist, sind dem Hersteller zufolge Funktionen, „die Tracking- und Profiling-Technologien, Bloatware, versteckte Apps und unhandliche Hintergrunddienste“ herausfiltern. Ferner verhindere es „Spionageversuche und nutzt gehärteten Code zur Abwehr von Angriffen, unterstützt durch ein Secure Element auf Bankenniveau“, heißt es in der Ankündigung.

Zudem unterteilt der Hersteller das System in zwei getrennte Bereiche: Im „Vault“ – ein geschützter Bereich – werden ausschließlich vertrauenswürdige, von Punkt. geprüfte Apps ausgeführt. Zu diesen gehören etwa Apps wie Threema, Proton-Dienste wie Mail, Calendar, Drive, VPN und Pass. Im Bereich „Wild Web“ können Nutzer jede beliebige App installieren. Allerdings würden diese auch dort unter „strengen, sichtbaren Schutzvorkehrungen“ ausgeführt.

Zudem bietet der Hersteller im App-Hub zwei App-Stores: Ein kuratierter Store enthält laut Punkt. „ein datenschutzfreundliches Angebot an Apps, die von AphyOS und Punkt. vorab geprüft wurden“. Über einen Standard-App-Store erhalten Nutzer zudem Zugriff „auf alle gängigen Apps“. Die Apps würden „erst dann aktiviert“, wenn der Nutzer diese auswählt.

Teil des Abos ist zudem ein VPN „Digital Nomad“. Dieses ermögliche es Nutzern, ihre Internetverbindung zu schützen. Zudem ist ein „Data & Carbon Ledger“ integriert, in dem Nutzerinnen und Nutzer den Grad an Datenschutz selbst festlegen können. Es bestehe die Wahl zwischen „Kein Datenschutz“, bei dem alle Berechtigungen freigegeben sind, bis hin zu „Maximaler Datenschutz“, bei dem alle angeforderten App-Berechtigungen verweigert werden. Das Ledger enthält außerdem „eine Funktion zur CO₂-Reduktion“ (Carbon Reduction), die Nutzern „Einblicke in den Energieverbrauch ihrer installierten Apps gibt und ihnen die Kontrolle darüber ermöglicht, wie diese Apps im Hintergrund agieren“. Sollten Nutzer sich gegen ein Abo entscheiden, werden laut Hersteller nach dem ersten Jahr „bestimmte Kernfunktionen und Datenschutz-Features eingeschränkt“.

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Abseits der Software handelt es sich beim MC03 hinsichtlich der Ausstattung um ein Smartphone, das eher in der unteren Mittelklasse eingestuft werden kann. Als Prozessor setzt der Hersteller auf einen Dimensity 7300 von MediaTek, der etwa auch im 250 Euro günstigen CMF Phone 2 Pro verbaut ist. Der Arbeitsspeicher ist 8 GByte groß, über die Größe des Flashspeichers schweigt Punkt. sich leider aus. Immerhin kann er per MicroSD-Karte erweitert werden.

Der OLED-Bildschirm des Smartphones besitzt eine Diagonale von 6,67 Zoll und unterstützt eine Bildwiederholrate von 120 Hertz. Der Akku ist mit 5200 mAh angegeben. Er ist austauschbar und kann kabelgebunden mit 30 W (PD 3.0) und kabellos mit 15 W geladen werden. Das 240 g schwere Smartphone ist trotz seines auswechselbaren Akkus nach Schutzart IP68 gegen Eindringen von Staub und Wasser geschützt.

Seitens der Kameras sind rückseitig drei an Bord: Eine 64-MP-Weitwinkel mit Phasenerkennungs-Autofokus (PDAF), eine 8-MP-Ultraweitwinkel mit Festfokus, und eine 2-MP-Makrokamera mit Festfokus. Die Selfiekamera hat einen 32-MP-Sensor mit Festfokus.

Laut Hersteller kann das MC03 ab sofort für 699 Euro vorbestellt werden. Die Auslieferung soll ab Ende Januar erfolgen.

heise online ist Medienpartner der CES 2026

(afl)