CPU-Refresh: AMDs Ryzen AI 400 werden teilweise schlechter
AMDs neu aufgelegte Prozessoren takten teilweise niedriger mit gleichzeitig weniger Performance-Kernen. Der Ryzen 7 9850X3D bekommt dagegen mehr Takt.
(Bild: AMD)
AMD frischt zur CES sein Prozessorportfolio für Notebooks auf. Die Ryzen AI 400 bekommen zwar neue Namen, dahinter verbergen sich aber nur Neuauflagen der bisherigen Ryzen AI 300. Besonders ärgerlich: Nicht alle 400er-Modelle sind besser als die bisherigen 300er-Typen.
Für Desktop-PCs kommt derweil der Ryzen 7 9850X3D mit großem Taktplus: Er kommt ab Werk auf bis zu 5,6 GHz, also 400 MHz mehr als der bisherige Ryzen 7 9800X3D. An den restlichen Spezifikationen ändert sich nichts: Acht Zen-5-Kerne teilen sich 96 MByte Level-3-Cache, die Thermal Design Power (TDP) liegt bei 120 Watt. Das Modell soll im Laufe des ersten Quartals 2026 den Markt erreichen; der Preis ist aktuell unbekannt.
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Refresh statt neuer Technik
Die Ryzen AI 400 nutzen die gleichen Chips wie die Ryzen AI 300. Die Topmodelle haben etwas mehr Takt und können mit schnellerem Speicher umgehen. Der Zwölfkerner Ryzen AI 9 HX 475 etwa kommt auf bis zu 5,2 statt 5,1 GHz. Notebook-Hersteller können an ihm LPDDR5X-8533-Speicher statt LPDDR5X-8000-RAM koppeln.
Den größten Geschwindigkeits-Boost erhält die integrierte KI-Einheit (Neural Processing Unit, NPU). Dank mehr Takt kommt sie auf bis zu 60 statt 50 Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS) im simplen Datenformat INT8. Dafür ist offenbar eine starke Selektierung notwendig, da nur der Ryzen AI 9 HX 475 die 60 TOPS erreicht.
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Verschlechterung in der Mittelklasse
Beim Zehnkerner Ryzen 9 465 reicht es nur für den schnelleren Speicher. Die CPU-Kerne verweilen bei maximal 5,0 GHz, die NPU bei 50 TOPS. Noch schlechter sieht es beim Ryzen AI 7 445 aus. Einen direkten Vorgänger gibt es zwar nicht, allerdings war schon der Ryzen AI 5 340 mit niedrigerer Nummer besser ausgestattet. Der Neuling hat zwei schnelle Zen-5-Kerne und vier langsamere, flächenoptimierte Zen-5c-Kerne. Beim Ryzen AI 5 340 waren es noch jeweils drei. Gleichzeitig sinkt die maximale Taktfrequenz von 4,8 auf 4,6 GHz. Käufer sind mit einem alten Modell also besser bedient.
AMD widerspricht derweil seiner eigenen Namenslogik zur EinfĂĽhrung der Ryzen AI 300 vor einem Jahr. Damals argumentierte das Unternehmen, die 300 stehe fĂĽr die dritte Generation der integrierten NPUs. Eine vierte Generation gibt es bislang jedoch nicht.
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Weitere Max-Typen
Bei den größeren Ryzen AI Max 300 geht AMD einen anderen Weg: Dort kommen die zwei neuen Modelle Ryzen AI Max+ 392 mit zwölf CPU-Kernen und der Ryzen AI Max+ mit acht Kernen. Sie greifen wie das 16-Kern-Topmodell Ryzen AI Max+ 395 auf die volle Grafikeinheit mit 2560 Shadern zurück. Bei den bisherigen abgespeckten Varianten war die GPU auf 2048 Shader beschnitten.
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Erste Notebooks und eventuell Mini-PCs mit den mehr oder weniger neuen Mobilprozessoren sollen noch im Laufe des ersten Quartals 2026 erscheinen. Notebook-Hersteller lieĂźen aber bereits durchblicken, dass ein groĂźer Schwung erst im zweiten Quartal zu erwarten ist.
heise medien ist offizieller Medienpartner der CES 2026.
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