Schaden unklar: „Weltraumpartikel“ beschädigt Satelliten des spanischen Militärs
Ein hochmoderner neuer Kommunikationssatellit für das spanische Militär ist im Orbit mit einem „Weltraumpartikel“ kollidiert und muss womöglich ersetzt werden.
(Bild: NicoElNino/Shutterstock.com)
Ein neuer Kommunikationssatellit für das spanische Militär ist nach einer nicht genauer erklärten „Kollision“ in der Erdumlaufbahn möglicherweise so stark beschädigt, dass er ersetzt werden muss. Das hat der spanische IT- und Rüstungskonzern Indra stellvertretend für den Betreiber Hisdesat mitgeteilt. Laut der Stellungnahme wurde SpainSat NG II ungefähr 50.000 km über der Erde von einem „Weltraumpartikel“ getroffen, als er gerade auf seinem Weg in seinen Einsatzorbit war. Es sei ein Notfallplan aktiviert worden, um sicherzustellen, dass das spanische Verteidigungsministerium und andere Kunden nicht beeinträchtigt würden. Derweil werde das Ausmaß des Schadens analysiert, wenn nötig, würde der Satellit „so schnell wie möglich“ ersetzt.
Zentrale Fragen unbeantwortet
Über die spärlichen Informationen von Indra hinaus gibt es bislang keine Details, angesichts der Entfernung, in der „der Einschlag“ erfolgte, ist es unwahrscheinlich, dass es sich bei dem „partícula espacial“ („Weltraumpartikel“) um ein Stück Weltraumschrott gehandelt hat. Der kreist hauptsächlich in Entfernungen von weniger als 1000 km um die Erde. Vorstellbar wäre auch ein Mikrometeorid, der mit hoher Geschwindigkeit in den Satelliten eingeschlagen ist. Schließlich könnte es sich auch um ein geladenes Elementarteilchen gehandelt haben, das die empfindliche Elektronik getroffen hat. Zwar sind Satelliten vor solchen Gefahren geschützt, aber eine vollständige Sicherheit gibt es nicht.
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SpainSat NG II wurde am 23. Oktober 2025 mit einer Rakete des Typs Falcon 9 von SpaceX von Cape Canaveral (Florida) aus ins All geschossen. Wie der Name deutlich macht, handelt es sich um den zweiten Satelliten der gleichnamigen Mission. Die soll dem spanischen Militär eine sichere Kommunikationsmöglichkeit zur Verfügung stellen und den Kommunikationssatelliten SpainSat ablösen. Der Zwillingssatellit SpainSat NG I ist bereits seit August 2025 im Einsatz. Laut dem spanischen Verteidigungsministerium haben die beiden mehr als zwei Milliarden Euro gekostet und sind mit der modernsten Technik ausgerüstet, „darunter die fortschrittlichsten aktiven Antennen aus Europa“. Aus einem geostationären Orbit sollen die jeweils 6 Tonnen schweren Gerätschaften das Gebiet „zwischen Denver und Singapur“ abdecken. Ausgelegt ist die Mission auf mehr als 15 Jahre.
(mho)