CES

Offen, aber abgeschottet: Open-Ear-Kopfhörer lernen aktive Geräuschunterdrückung

Open-Ear-Kopfhörer lassen die Ohren frei und unbeschwert, schützen aber nicht vor Umgebungsgeräuschen. Jetzt wollen die ersten Hersteller das ändern.

vorlesen Druckansicht 7 Kommentare lesen

(Bild: Anker)

Lesezeit: 3 Min.
close notice

This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

In lauter Umgebung verkehrt sich die Stärke der Open-Ear-Kopfhörer in eine Schwäche: Bauartbedingt bekommt man immer mit, was um einen herum geschieht. Auf der CES zeigen die Hersteller Anker und Shokz Kopfhörer, die das ändern sollen. Sowohl die Soundcore Aerofit 2 Pro von Anker als auch die Shokz OpenFit Pro arbeiten mit aktiver Geräuschunterdrückung (ANC), doch in der Umsetzung unterscheiden sie sich.

Beide Kopfhörer sind gebaut, wie die meisten Open-Ear-Headsets, die auf der CES 2024 ihren Durchbruch feierten: Sie halten sich mit Bügeln hinterm Ohr fest. Der Teil, der Schallwandler und Mikrofone beherbergt, baumelt vor dem Gehörgang und verschließt ihn nicht, sodass man jederzeit die Umgebung hört. So bleibt man ansprechbar und kann sich auch unterhalten. Allerdings wird es anstrengend, wenn die Kopfhörer unterwegs dauerhaft gegen eine Geräuschkulisse anspielen müssen.

Videos by heise

Beide Hersteller implementieren deswegen eine aktive Geräuschunterdrückung (Active Noise Cancellation, ANC). Das Problem an der Sache: Das funktioniert nur in Kombination mit passiver Dämmung gut, weshalb Hersteller von Open-Ear-Kopfhörern bislang vornehmlich auf ANC verzichteten. Nur Honor machte mit den Earbuds Open eine Ausnahme. Einen Effekt haben wir im Test kaum wahrgenommen.

Auf dem Papier sieht Ankers Ansatz vielversprechender aus als Honors Versuch, einfach herkömmliche Open-Ear-Kopfhörer mit ANC zu versehen. Denn die Bügel der Anker-Kopfhörer können verstellt werden, sodass das Ohrteil wahlweise im Gehörgang sitzt oder davor. Zwar dichten keine Silikonpfropfen den Gehörgang ab, doch Apple hat mit den AirPods 4 gezeigt, dass sich diese Bauform durchaus mit wirkungsvoller ANC verbinden lässt. Wie gut die Geräuschunterdrückung der Aerofit 2 Pro tatsächlich funktioniert, wird ein Test zeigen müssen.

Dank verstellbarem Ohrbügel kann man die Anker Aerofit 2 Pro mit lockerem oder festem Sitz tragen.

(Bild: Anker)

Im Unterschied zu Anker baut Shokz seine ANC-Hörer ohne verstellbare Ohrbügel. Die Lautsprecher hängen also immer in einer ähnlichen Position vor dem Gehörgang. Und anders als die Anker-Kopfhörer konnten wir die Shokz-Hörer bereits testen – mit durchwachsenem Ergebnis. Der ANC-Effekt ist stärker wahrnehmbar als jener der Honor Earbuds Open. Dennoch durchdringen fast alle Störgeräusche die Maskierung, wenngleich sie etwas dünner ans Ohr gelangen. Kurzum: Eine Alternative zu In-Ears mit ANC oder Apples AirPods sind die Shokz-Hörer nicht. Allerdings gefällt der kräftige Klang der OpenFit Pro.

Die Shokz OpenFit Pro klingen für Open-Ear-Kopfhörer angenehm kräftig. Doch die aktive Geräuschunterdrückung ist gegen die meisten Störgeräusche machtlos.

Beide Kopfhörer kommunizieren per Bluetooth 6.1 und halten per Multipoint Verbindung zu zwei Abspielgeräten gleichzeitig, die Kopfhörer sind gemäß IP55 gegen Wasser und Staub geschützt. Ihre Ladeschalen lassen sich drahtlos per Qi laden. Die Aerofit 2 Pro kosten 179, die OpenFit Pro 249 Euro.

heise medien ist offizieller Medienpartner der CES 2026.

(rbr)