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Meta Ray-Ban Display bleibt vorerst US-exklusiv

Meta kann die Nachfrage nach der Meta Ray-Ban Display nicht decken und hat die geplante internationale MarkteinfĂĽhrung vorerst ausgesetzt.

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Meta Ray-Ban Display und Meta Neural Band vor blauem Hintergrund schwebend.

Meta Ray-Ban Display und Meta Neural Band.

(Bild: Meta)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Meta Ray-Ban Display kam im September 2025 in den USA auf den Markt. Damals kĂĽndigte Meta an, das Produkt Anfang 2026 auch nach GroĂźbritannien, Frankreich, Italien und Kanada zu bringen.

Diese Pläne liegen nun auf Eis. Meta begründet den Schritt mit stark begrenzten Stückzahlen bei gleichzeitig hoher Nachfrage, wodurch sich die US-Wartelisten bereits bis weit ins Jahr 2026 verlängert haben. Zunächst will sich das Unternehmen darauf konzentrieren, die Nachfrage in den USA zu bedienen, während die Pläne für eine internationale Markteinführung neu geprüft werden.

Meta Ray-Ban Display sind Metas erste Smart Glasses mit integriertem Bildschirm. Zum Einsatz kommt ein spezielles Wellenleiter-Display, das vom deutschen Spezialglashersteller Schott gefertigt wird. Dessen Produktion gilt als besonders anspruchsvoll und dĂĽrfte fĂĽr die Lieferknappheit verantwortlich sein. Das Display erstreckt sich ĂĽber ein Sichtfeld von 20 Grad und ist monokular, also ausschlieĂźlich fĂĽr das rechte Auge sichtbar.

Für US-Nutzer der Meta Ray-Ban Display hat Meta zwei neue Funktionen angekündigt, die ab dieser Woche ausrollen. Die erste ist ein Teleprompter, der mit anpassbaren Textkarten arbeitet und sich über das beiliegende Meta Neural Band steuern lässt. Die Inhalte werden vom Smartphone übernommen und können aus einer Notiz-App, Google Docs oder von Meta AI stammen. Eine Teleprompter-Funktion ist keine Neuheit bei Smart Glasses und gehört unter anderem bei der Even Realities G1 und ihrem Nachfolger zu den Standardfunktionen.

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Das zweite neue Feature ist bislang einzigartig und ermöglicht das Schreiben von Nachrichten in WhatsApp und im Messenger, indem Nutzer mit dem Finger Buchstaben auf einer festen Oberfläche nachzeichnen. Das kann etwa ein Tisch oder das eigene Bein sein. Auf diese Weise lassen sich Nachrichten schreiben, ohne dass man aufs Smartphone oder die Tastatur blicken muss. Möglich macht das Metas neurales Armband, das Mikrogesten über feinste Muskelsignale identifiziert und als Computerbefehle oder in diesem Fall: Buchstaben interpretiert. Derzeit wird ausschließlich Englisch unterstützt, und wer die Funktion ausprobieren möchte, muss sich für ein Early-Access-Programm anmelden.

Meta hat außerdem an der Fußgänger-Kartennavigation gearbeitet, die neben den bisherigen 28 US-Städten nun auch in Denver, Las Vegas, Portland und Salt Lake City verfügbar ist. Unterstützung für weitere Städte soll in Kürze folgen.

Derzeit lässt sich mit dem Armband ausschließlich die Meta Ray-Ban Display bedienen. Meta hat jedoch angedeutet, die Technologie künftig für weitere Geräte zu öffnen und zu einer eigenständigen Eingabeplattform auszubauen.

Ein erstes solches Experiment präsentiert Meta im Rahmen der CES. Dafür arbeitete das Unternehmen mit Garmin zusammen und machte das Meta Neural Band mit Garmins „Unified Cabin“-Plattform für Fahrzeug-Infotainment kompatibel. In der Demo können Passagiere Spiele spielen und durch die Bedienoberfläche navigieren, indem sie durch Scroll-Gesten Apps auswählen und per Pinch-Geste starten.

Meta arbeitet zudem an Anwendungsfällen zur Steuerung von Heimelektronik und sucht nach Entwicklern und Unternehmen, die an einer Integration interessiert sind. Ein mit dem Meta Neural Band vergleichbares Konsumentenprodukt hat bislang nur das Start-up Mudra im Angebot. Mudra Link fehlt jedoch noch der technische Reifegrad.

(tobe)