Mitten im Skandal um sexualisierte Deepfakes: Milliardenspritze für Grok-Firma
Die KI-Firma xAI von Elon Musk hat bei der jüngsten Finanzierungsrunde mehr Geld eingesammelt als erwartet. Dabei sorgt ihr Chatbot gerade für einen Skandal.
(Bild: Photo Agency/Shutterstock.com)
Mitten im anhaltenden Skandal über die KI-Generierung von sexualisierten Deepfakes aus Bildern von Frauen und von Kindern auf X hat Elon Musks KI-Firma 20 Milliarden US-Dollar (etwa 17 Milliarden Euro) an frischem Kapital eingesammelt. Das hat xAI in einem Blogbeitrag öffentlich gemacht und erklärt, dass das Geld unter anderem von Nvidia, Cisco, verschiedenen Finanzdienstleistern und dem Emirat Katar kommt. Mit der immensen Geldspritze will das KI-Unternehmen demnach vor allem rasch weiter die eigene Infrastruktur aus- und das „größte GPU-Cluster der Welt“ aufbauen. Der GPU-Hersteller Nvidia dürfte also einen Teil des Geldes zurückbekommen.
Nvidia finanziert einen weiteren Kunden
xAI nennt in dem Text keine Details zu den Bedingungen für die Kapitalspritze. Laut Bloomberg haben die Vorbereitungen aber Monate gedauert. Nvidia wollte demnach bis zu zwei Milliarden investieren. Wie viel es jetzt geworden ist, ist nicht öffentlich. Laut dem Bericht sollten 12,5 Milliarden US-Dollar an Schulden aufgenommen werden, um damit Nvidia-Chips zu kaufen. Die sollten dann vermietet werden, um die Kosten teilweise zu finanzieren. Kreislauf-Deals, bei denen Nvidia in Firmen investiert, die Chipsysteme des Konzerns kaufen, sind aktuell typisch für das KI-Geschäft. xAI will demnach sein massives Rechenzentrum in Memphis (Tennessee) weiter ausbauen. Die KI-Firma ist hauptsächlich für den Chatbot Grok bekannt, der in den Kurznachrichtendienst X eingebunden ist.
Videos by heise
Grok sorgt bereits seit Tagen für Empörung in aller Welt. Nutzer verwenden den KI-Account, um Fotos von Frauen und sogar Minderjährigen digital „zu entkleiden“. Die Erstellung dieser sexualisierten Aufnahmen ist ohne Einverständnis der Betroffenen möglich, die Ergebnisse landen öffentlich einsehbar auf dem Kurznachrichtendienst. Obwohl X über den KI-Account die Behauptung verbreiten lassen hat, dass es sich nur um „vereinzelte Fälle“ gehandelt habe und ein ursächliches „Versagen der Sicherheitsvorkehrungen“ behoben wurde, hört der Chatbot nicht damit auf. Die KI kommt entsprechenden Nutzeranfragen weiterhin nach, das Profil der KI ist noch immer voll von derartigen Bildern. Mehrere Staaten und die EU haben das teils massiv kritisiert und Maßnahmen versprochen; Konsequenzen gibt es aber weiterhin nicht.
(mho)