Blackout in Berlin: Stromversorgung wird schon am Mittwoch wieder hergestellt

Einen Tag frĂĽher als geplant soll die Stromversorgung im SĂĽdwesten Berlins wieder aufgenommen werden. Geholfen hat wohl die Ausrufung einer GroĂźschadenslage.

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Nahaufnahme einer Kerze

(Bild: TATIANA GAZIZOVA/Shutterstock.com)

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Nach dem Brandanschlag auf die Stromversorgung in Berlin und dem großflächigen Stromausfall im Südwesten der Bundeshauptstadt sollen alle Haushalte und Betriebe am heutigen Mittwoch ab 11 Uhr wieder Strom bekommen – einen Tag früher als angekündigt. Das hat zuerst der RBB unter Berufung auf ungenannten Quellen „aus dem Umfeld der Senatskanzlei“ berichtet, inzwischen gibt es auch offizielle Stellungnahmen. Laut dem öffentlichen Rundfunksender seien die notwendigen Reparaturarbeiten schneller vorangegangen als ursprünglich erwartet. Dabei habe auch geholfen, dass der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) eine Großschadenslage ausgerufen hat.

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(Bild: Screenshot, Falk Steiner)

Vor der Wiederaufnahme der Stromversorgung im Südwesten der Bundeshauptstadt wurden die Menschen offenbar im gesamten Stadtgebiet per Katastrophenwarnung aufgefordert, privat betriebene Notstromaggregate unbedingt vorher vom Stromnetz zu trennen, um Schäden zu vermeiden. Das sieht man aber erst nach einem Klick auf den zugehörigen Link: Der versendete Text der Warnmeldung lässt sich auch so lesen, als würde es jetzt in ganz Berlin einen Stromausfall geben.

Während der Wiederherstellung könne es zu kurzen Stromunterbrechungen kommen, heißt es hinter dem Link. Warum die Warnung in dieser Form und überall in Berlin versendet wurde, ist unklar. Auch wenn der Stromausfall damit früher zu Ende gehen soll, als befürchtet, handelt es sich um den längsten in der Nachkriegsgeschichte Berlins. Dort hat es aber erst im September rund 60-stündigen Blackout gegeben, ebenfalls nach einem Brandanschlag.

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Auslöser des Stromausfalls war ein Brandanschlag an einer Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, zu dem sich eine linksextremistische Gruppierung bekannte. Danach waren zunächst 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen ohne Strom, etwa die Hälfte davon konnte bereits wieder angeschlossen werden. Ursprünglich hieß es, dass der Rest bis Donnerstag würde warten müssen, nun geht es doch etwas schneller. An dem Umgang mit dem Vorfall hat es Kritik gegeben, gegenüber heise online hat etwa der Gründer und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft für Kritische Infrastruktur (AG KRITIS) Verwunderung ausgedrückt, dass die Ausrufung der Großschadenslage überhaupt nötig war, um „einer so kleinen Lage“ Herr zu werden.

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Ein Sprecher der Berliner Feuerwehr hat gegenüber RBB noch darum gebeten, dass in den betroffenen Stadtteilen auch möglichst alle Stromgeräte vom Netz genommen werden, bevor die Stromversorgung zurückkehrt. Wenn das nicht möglich ist, sollen sie möglichst ausgeschaltet werden. Später sollen sie erst nach und nach wieder in Betrieb genommen werden, das Stromnetz sei noch fragil.

(mho)