KI-Update kompakt: Milliarden für xAI, CES 2026, Boston Dynamics, ChatGPT

Das „KI-Update“ liefert drei mal pro Woche eine Zusammenfassung der wichtigsten KI-Entwicklungen.

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Inhaltsverzeichnis

Die KI-Firma xAI von Elon Musk hat in ihrer jüngsten Finanzierungsrunde 20 Milliarden US-Dollar eingesammelt, mehr als erwartet. Das Geld fließt in KI-Entwicklung und den Bau von Rechenzentren. Zu den Geldgebern zählt Nvidia, das wiederum seine GPUs an xAI liefert. Die Bekanntgabe fällt jedoch mitten in einen internationalen Skandal um den xAI-Chatbot Grok, der bereitwillig sexualisierte Deepfakes erstellt.

Nutzer laden Fotos von Frauen und teils Kindern hoch und lassen Grok Bilder erzeugen, auf denen die Personen in Unterwäsche oder Bikini zu sehen sind. Die Anfragen und Ergebnisse sind öffentlich einsehbar. Indien und Malaysia haben bereits Untersuchungen eingeleitet, die EU nennt die Praxis empörend. Bislang unternehmen weder X noch xAI wirksame Schritte dagegen. Der Chatbot hat bereits zuvor für Aufsehen gesorgt, als er sich antisemitisch äußerte und den Holocaust leugnete.

Nvidia hat auf der CES seine neue KI-Computing-Plattform „Vera Rubin“ präsentiert, benannt nach der amerikanischen Astronomin. Die Plattform besteht aus sechs Chips, darunter die Vera-CPU und die Rubin-GPU. Sie soll ab der zweiten Jahreshälfte 2026 verfügbar sein. Beim Training von KI-Modellen verspricht Nvidia eine dreifache Geschwindigkeit, bei der Inferenz sogar eine fünffache Leistung, sofern die Modelle mit reduzierter Datengenauigkeit arbeiten.

Für die Automobilbranche veröffentlicht Nvidia offene KI-Modelle für autonomes Fahren unter dem Namen „Alpamayo“. Mercedes-Benz wird Nvidias DRIVE-Plattform nutzen und plant, die Software noch in diesem Jahr im neuen Modell CLA einzuführen. Für Gamer bringt Nvidia DLSS 4.5, das KI nutzt, um Spielegrafik in Echtzeit hochzurechnen.

Google hat auf der CES neue Gemini-Funktionen für Google TV angekündigt. Die KI soll künftig Befehle in natürlicher Sprache verstehen und Bild sowie Ton anpassen, ohne die laufende Sendung zu unterbrechen. Sagt man etwa: „Der Bildschirm ist zu dunkel“, reagiert Gemini entsprechend. Zudem liefert die KI Informationen zu Sportergebnissen oder Filmempfehlungen auf einer neuen Oberfläche für große Bildschirme.

Die Antworten werden mit Bildern, Videos und bei Sport-Updates mit Informationen in Echtzeit ergänzt. Bei komplexen Themen bietet Gemini sogenannte „Deep Dives“ an, kommentierte Übersichten, die für die ganze Familie verständlich sein sollen. Die neuen Funktionen sollen zuerst auf Geräten von TCL verfügbar sein.

Die Bosch-Gruppe zeigt sich auf der CES als KI-Unternehmen mit Fokus auf eingebettete Systeme in Fahrzeugen, Fabriken und Alltagsgeräten. Im Fahrzeugcockpit kombiniert Bosch einen KI-Chatbot mit einem visuellen Sprachmodell. Das System interpretiert gesprochene Anfragen und analysiert gleichzeitig Innen- und Außenumgebung. Es soll etwa bei der Parkplatzsuche helfen oder Besprechungsprotokolle für Online-Meetings erstellen.

Für industrielle Anwendungen erweitert Bosch gemeinsam mit Microsoft das Angebot „Manufacturing Co-Intelligence“. Agentische KI-Systeme analysieren große Datenmengen aus Produktion, Wartung und Lieferketten, treffen autonome Entscheidungen und führen Aufgaben aus, um Stillstände zu reduzieren. Bosch plant, bis Ende 2027 mehr als 2,5 Milliarden Euro in KI zu investieren.

Samsung präsentiert auf der CES seinen „Vision AI Companion“, der die Bedienung in Fernsehern, Monitoren, Kühlschränken und Beamern erleichtern soll. Der KI-Begleiter merkt sich, was Nutzer geschaut, gegessen oder gespielt haben, und bietet automatisch passende Inhalte oder Rezepte an. Er stellt Bild und Ton ein und leitet durch das Programm.

Das Ganze funktioniert per natürlicher Sprache, die Fernbedienung wird damit überflüssig. Voraussetzung ist jedoch, dass Nutzer Samsung Zugriff auf alle nötigen Ressourcen gewähren.

Podcast: KI-Update
KI-Update

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im "KI-Update" von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.

Boston Dynamics hat die kommerzielle Version seines humanoiden Roboters Atlas vorgestellt und eine Partnerschaft mit Google Deepmind angekündigt. Der fast zwei Meter große Roboter arbeitet rein elektrisch, hebt Lasten bis zu 30 Kilogramm und läuft vier Stunden pro Akkuladung. Er kann seine Batterien eigenständig in weniger als drei Minuten wechseln. Hyundai, Mehrheitseigner von Boston Dynamics, will die Roboter ab 2026 in der Produktion einsetzen. Eine eigene Fabrik soll jährlich tausende Einheiten herstellen.

Das „Gehirn“ des Roboters kommt von Google. Boston Dynamics und Google Deepmind integrieren spezielle KI-Modelle in Atlas, basierend auf Googles „Gemini Robotics“-Modellen. Statt manueller Programmierung lernt die KI durch Beobachtung: Mitarbeiter steuern den Roboter über VR-Brillen oder Bewegungserfassungsanzüge. Zusätzlich trainieren tausende digitale Kopien in Simulationen. Boston Dynamics verspricht, dass sich die Investition innerhalb von zwei Jahren rentiert, dämpft aber Erwartungen an schnelle Vollautomatisierung.

Die Berliner Datenschutzbeauftragte Meike Kamp verzeichnet einen alarmierenden Anstieg der Eingaben. Von Januar bis November 2025 erreichten die Behörde 8.436 Beschwerden, ein Anstieg von rund 50 Prozent gegenüber 2024. Schwerpunkte sind der Bank- und Finanzsektor, Inkassounternehmen, aufgezwungene mobile Apps, Videoüberwachung und Identitätsdiebstähle. Ein Hauptgrund für den Zuwachs sind KI-Chatbots, die Beschwerden formulieren.

Der Einsatz von KI hat jedoch eine Schattenseite. Kamp warnt vor falschen Erwartungen durch Chatbot-Prognosen: „Die Aussagen und vor allem die Einschätzungen der Rechtslage sind oft unvollständig oder schlicht falsch.“ Die Behörde wurde bereits mit frei erfundenen Gerichtsurteilen oder nicht existenter juristischer Literatur konfrontiert. Kamp rät, KI-Ergebnisse stets kritisch zu prüfen.

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Angehende Ingenieure können ihre Einstellungschancen mit KI-Kenntnissen deutlich verbessern. Laut einer Umfrage des Maschinenbauverbandes VDMA halten 86 Prozent der Unternehmen entsprechende Kompetenzen für wichtig. Gleichzeitig sind die Unternehmen skeptisch gegenüber der Hochschulausbildung: Nur 23 Prozent halten die Vorbereitung des Nachwuchses auf KI für gut, während 49 Prozent sie für schlecht oder eher schlecht halten.

Ein Jobgefährder ist KI nicht. Insgesamt 75 Prozent der Befragten sagten, dass der Ingenieurs-Bedarf durch KI stabil bleibe oder sogar steige. „Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bietet mannigfache Chancen, auch für angehende Ingenieurinnen und Ingenieure, die wir gemeinsam realisieren werden“, sagt Hartmut Rauen, Vize-Hauptgeschäftsführer des VDMA.

OpenAI drängt mit ChatGPT ins Gesundheitswesen und hat in einem Video seine Vision präsentiert. Aus einem digitalen Auskunftssystem soll ein persönlicher Gesundheitsbegleiter werden, der medizinische Befunde erklärt, Ernährungs- und Bewegungstipps gibt und chronisch Kranke oder Krebspatienten unterstützt. Die Botschaft: Wer seine Daten teilt, wird mündiger und kann die eigene Gesundheit besser steuern.

Genau hier liegt das Risiko. ChatGPT ist kein Arzt, sondern ein KI-System, das auf Wahrscheinlichkeiten basiert. Es kann überzeugend klingen und trotzdem falsch liegen. Ein 60-jähriger Mann folgte einem Ernährungstipp von ChatGPT und ersetzte über Monate normales Salz durch im Internet bestelltes Bromsalz. Die Folge war Bromismus, eine Vergiftung mit neurologischen und psychiatrischen Symptomen. Besonders sensibel ist der Umgang mit Gesundheitsdaten. Wer sie einem globalen KI-Anbieter anvertraut, gibt die Kontrolle über Speicherung, Auswertung und mögliche weitere Nutzung ab.

Amazon erweitert die Verfügbarkeit seines KI-Assistenten Alexa Plus. Nutzer in den USA und Kanada können den Dienst nun über eine Webseite im Browser aufrufen. Damit löst sich der Assistent weiter von den Echo-Lautsprechern und positioniert sich stärker als Konkurrent zu anderen Chatbots. Die Webversion bietet Funktionen für die Arbeit mit Dokumenten und Bildern sowie die Steuerung von Smart-Home-Geräten.

In Deutschland läuft derzeit ein geschlossener Beta-Test für Alexa Plus. Wann die Webversion hierzulande offiziell startet, hat Amazon noch nicht bekannt gegeben.

(igr)