ESP32-C5 trifft Bosch-Sensoren

Espressif und Bosch kombinieren ESP32-C5 mit MEMS-Sensoren, um Bewegung und Umwelt lokal auszuwerten.

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Zu sehen ist das ESP-SensairShuttle, dessen Teile nach hinten aufgefächert werden.

(Bild: espressif)

Lesezeit: 3 Min.
Von
  • Daniel Schwabe

Espressif und Bosch haben eine Zusammenarbeit angekündigt, die Bosch-Sensoren und ESP-Mikrocontroller zusammenführen soll. Ziel ist es, eine neue Produktreihe anzubieten, die Bewegung, Umweltzustände und Kontext nicht nur erfassen, sondern auch lokal via KI interpretieren können. Die gemeinsame Lösung richtet sich zwar offiziell an Bereiche wie Smart Home, Fitness, Büroanwendungen oder interaktive Spielzeuge, dürfte aber auch für Maker und Entwickler interessant sein.

Im Zentrum steht der neue ESP32-C5, ein Dualband-Wi-Fi-6-SoC, der hier als zentraler Controller dient. Er wird mit mehreren Sensoren von Bosch betrieben. Darunter der Umwelt- und Gassensor BME690, die Bewegungs-IMU BMI270 (IMU: inertial measurement unit) und das Magnetometer BMM350. Zusammen ermöglichen sie mehrdimensionale Erfassung von Bewegung, Lage, Umweltparametern und Magnetfeldern. Für Maker bedeutet das potenziell weniger Einzelbausteine zusammenlöten, weniger eigene Sensorfusion schreiben und mehr Zeit für die eigentliche Idee.

Interessant ist dabei weniger das Marketing-Stichwort „Large-Language-Model-Intelligenz“, sondern die Architektur dahinter. Die Plattform ist darauf ausgelegt, möglichst viel Interpretation lokal auf dem Gerät vorzunehmen. Gesten, Bewegungsmuster oder Zustandsänderungen können direkt ausgewertet und in Aktionen umgesetzt werden, ohne ständig Daten in die Cloud zu schieben. Das spart Latenz und Strom und kann auch in WLAN-losen Umgebungen genutzt werden.

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Auch für experimentelle Projekte jenseits des Wohnzimmers ist die Kombination spannend. In Fitness- oder Motion-Tracking-Anwendungen erlaubt die IMU eine lokale Analyse von Bewegungsabläufen, etwa zur Haltungs- oder Gestenerkennung. Die Auswertung kann direkt auf dem Mikrocontroller erfolgen, während Feedback über LEDs, Audio oder Sprache ausgegeben wird. Wer schon immer wollte, dass ein Gerät mahnend piept, wenn die Kniebeuge schief aussieht, bekommt hier zumindest die technischen Grundlagen dafür.

Für den Smart-Home-Bereich kündigt Espressif eine native Integration in Home Assistant an. Geräte auf Basis des ESP32-C5 sollen automatisch erkannt werden und sich darüber konfigurieren lassen.

Zur Unterstützung von Entwicklern stellen die Partner zwei Hardwareplattformen vor. Der ESP-SensairShuttle (siehe Titelbild) ist eher als Evaluierungs- und Lernplattform gedacht, modular aufgebaut und mit austauschbaren Sensorboards versehen. Er richtet sich an Ausbildung, Forschung und systematische Tests. Deutlich makerfreundlicher ist der ESP-Spot, ein vollständig quelloffenes Board mit Fokus auf bewegungsbasierte Interaktion. Für Schaltpläne, Firmware und Dokumentation ist bereits eine Wiki-Seite angelegt.

Etwas rustikaler: Das Spot-Modul.

(Bild: espressif)

Das ESP-SensairShuttle ist bereits auf Aliexpress für 53,22 Euro erhältlich.

Wer mehr über die ESP32-Produktreihe wissen möchte, findet alle Infos in unserem EPS32-Kompass.

(das)