Börsenwert: Nvidia ist wertvollstes Unternehmen, SAP sackt ab

Der Börsenwert der 100 wertvollsten Unternehmen erreichte Ende 2025 den neuen Rekordwert von 54,4 Billionen US-Dollar. US-Techwerte wie Nvidia dominieren.

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Nvidia-CEO Jensen Huang während einer Veranstaltung auf der Computex im Juni 2024 in Taipeh.

(Bild: jamesonwu1972/Shutterstock.com)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Trotz der anhaltend schwierigen politischen und konjunkturellen Lage: Die wertvollsten Unternehmen der Welt haben im Laufe des vergangenen Jahres massiv an Wert gewonnen. Der Börsenwert der 100 teuersten Konzerne stieg binnen eines Jahres um 23 Prozent beziehungsweise zehn Billionen US-Dollar und kletterte auf den neuen Rekordwert von 54,4 Billionen US-Dollar (Stichtag 31.12.2025). Zu diesem Resultat gelangt die halbjährlich von der Beratungsgesellschaft EY durchgeführte Analyse zur Marktkapitalisierung der weltweit kostspieligsten Konzerne.

„Das Jahr 2025 stand an den Weltbörsen ganz im Zeichen der Künstlichen Intelligenz“, kommentierte EYs Deutschlandchef Henrik Ahlers die Ergebnisse der jüngsten Auswertung. Die Euphorie rund um neue KI-Anwendungen und -Geschäftsmodelle habe weltweit für kräftige Kursgewinne gesorgt. Von diesen profitierten vornehmlich Unternehmen in den USA und Asien. Unter den acht Konzernen mit den größten Wertzuwächsen in den Top 100 befänden sich ausschließlich Tech-Giganten aus diesen beiden Regionen. „Europa hingegen spielt im aktuellen KI-Rennen nur eine Nebenrolle – einmal mehr droht der Anschluss bei einer Schlüsseltechnologie verloren zu gehen“, warnt der Berater.

Infolge der KI-Welle verfestigte sich die Dominanz der Tech-Branche im Allgemeinen und der US-Konzerne im Speziellen. So stieg die Zahl der Technologieunternehmen unter den Top 100 im vergangenen Jahr von 24 auf 27. Ihr Gesamtwert legte um 34 Prozent zu. Klarer Spitzenreiter waren die USA, wo 20 der 27 Tech-Konzerne ihren Sitz haben. FĂĽnf stammen aus Asien, gerade einmal zwei sind in Europa beheimatet.

Das wertvollste Unternehmen der Welt war zum Jahresende Nvidia, dessen Marktkapitalisierung im Jahresverlauf um 38 Prozent auf 4,5 Billionen US-Dollar stieg. Der Chip-Hersteller, der zwischenzeitlich sogar über fünf Billionen US-Dollar wert war, konnte sich in puncto Marktkapitalisierung um beachtliche 500 Milliarden US-Dollar von dem vorjährigen Spitzenreiter Apple (Wert: 4 Billionen US-Dollar) absetzen. Der kalifornische iPhone-Konzern, der über Jahre das Ranking der wertvollsten Unternehmen dominierte, verlor angesichts der undeutlichen KI-Strategie in den Augen der Börsianer an Strahlkraft.

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Alphabet surfte indes auf der KI-Welle und verbesserte den Börsenwert im Jahresvergleich um fast 1,5 Billionen Dollar auf 3,8 Billionen US-Dollar. Googles Mutterholding überholte damit Microsoft, dessen Bewertung um 460 Millionen US-Dollar auf 3,6 Billionen US-Dollar anstieg. Auf den Plätzen fünf, sechs und sieben werden Amazon (2,5 Billionen US-Dollar, plus 7 Prozent), Meta (1,7 Billionen US-Dollar, plus 12,5 Prozent) und Broadcom (1,6 Billionen US-Dollar, plus 51 Prozent) gelistet. Erst auf Rang acht folgt mit der Saudi Arabian Oil Company (1,5 Billionen US-Dollar, minus 15 Prozent) das erste Unternehmen außerhalb der USA.

Wertvollster europäischer Konzern im aktuellen Ranking wurde die ASML Holding auf Platz 24 mit fast 419 Milliarden US-Dollar Börsenwert. Der niederländische Hersteller von Lithographiesysteme für Halbleiterproduktion ließ damit das wertvollste deutsche Unternehmen – SAP – um 21 Plätze hinter sich. Die Softwareschmiede aus Walldorf konnte im Jahresvergleich nicht an Wert gewinnen und wurde in Folge mit der Bewertung von 285 Milliarden US-Dollar in der Liste um dreizehn Plätze auf Rang 45 nach hinten gereicht. Den zur Jahresmitte erreichten Rang (27) und Wert (354 Milliarden US-Dollar) konnte SAP jedenfalls nicht halten.

Ansonsten sind aus Deutschland nur Siemens (Rang 73, 218 Milliarden US-Dollar) und die Allianz (Rang 98, 174 Milliarden US-Dollar) unter den Top 100 vertreten. Im Unterschied zur Tochterfirma T-Mobile US (Rang 72, 227 Milliarden US-Dollar) verlor die Deutsche Telekom (Rang: 123, 154 Milliarden US-Dollar) ihren Top-100-Listenplatz.

Dass Europa und Deutschland in Sachen Börse weiterhin nur die Zuschauerrolle bleibt, zeigen zwei weitere Zahlen der aktuellen EY-Analyse. Von der gesamten Marktkapitalisierung der 100 wertvollsten Unternehmen der Welt entfallen 76 Prozent beziehungsweise 41,5 Billionen Dollar auf nordamerikanische Unternehmen, 15 Prozent (8 Milliarden Dollar) auf asiatische Unternehmen und acht Prozent (4,4 Billionen Dollar) auf europäische Unternehmen. Top-100-Spitzenreiter Nvidia war Ende 2025 allein fast doppelt so viel wert wie alle DAX-40-Unternehmen zusammen, deren kumulierter Börsenwert bei 2,5 Billionen Dollar lag.

(axk)