CES

Neuer Funkstandard: Wi-Fi 8 bringt Abhilfe gegen Verstopfungen

Auch wenn zur Verabschiedung von Wi-Fi 8 alias IEEE 802.11bn noch ein Jahr ins Land gehen dĂĽrfte, sind auf der CES bereits erste Router-Prototypen in Betrieb.

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Prototyp eines Wi-Fi-8-Routers von Asus

Prototyp eines Wi-Fi-8-Routers von Asus, in dem Stadium noch mit LĂĽfter.

(Bild: Florian MĂĽssig / heise medien)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Der nächste WLAN-Standard Wi-Fi 8 wirft seine Schatten voraus: Auf der CES sind bereits erste Router-Prototypen zu sehen, deren Chips den zugehörigen Standard IEEE 802.11bn in der aktuellen Entwicklerfassung umsetzen. Wi-Fi 8 bringt anders als Wi-Fi 7 keinen neuen Topspeed mit, sondern kümmert sich überwiegend darum, das Zusammenspiel von Hosts und Clients zu verbessern: In der Praxis erreicht schließlich keine Verbindung durchgängig die Maximalgeschwindigkeit, sondern kämpft überwiegend mit ausgelasteten Kanälen, wechselnder Dämpfung und unerwarteten Störungen.

Zu den neuen Gegenmaßnahmen von Wi-Fi 8 gehört eine feinere Abstufung mit 13 statt vormals 9 Stufen, in denen die Modulation je nach Signalstärke angepasst wird. Bei Störungen auf einem Kanal wird die parallele Datenübertragung im Nebenkanal nicht mehr ebenfalls auf dessen geringe Ratenraten ausgebremst. In einem Mesh-Netzwerk kann ein sich fortbewegender Client schon die Verbindung zum nächsten Host herstellen, bevor die alte abreißt, sodass es keine Unterbrechung gibt. Und jeder Access-Point soll schlauer werden und Nachbarnetze besser ausblenden können.

All das soll Funkverbindungen in kritischen Situationen wie Mehrfamilienwohnhäusern zugutekommen, wo eine Vielzahl von Routern und Endgeräten parallel aktiv ist und sich um Bandbreite prügelt. Der Clou: Schon die Umstellung auf Wi-Fi 8 in der eigenen Wohnung soll den Funkverkehr verbessern. Zusätzlich hilft jedes umgestellte Gerät, etwa Notebooks oder Smartphones.

TP-Link hat zur CES zwei große Rollkoffer mit Testequipement mitgebracht. Die beiden Wi-Fi-8-Stationen kommunizieren über „WLAN-Kabel“: Nur so sind reproduzierbare Bedingungen umsetzbar, in die gezielt Störungen eingebracht werden können.

(Bild: Florian Müssig / heise medien)

Die Firmen, mit denen heise auf der Technikmesse CES gesprochen hat, gehen davon aus, dass 802.11bn um den Jahreswechsel 2026/2027 herum in die sogenannte Draft-Phase wechselt – also alle neuen Funktionen so weit festgeklopft sind und „nur noch“ von allen beteiligten Mitspielern abgesegnet werden. Im selben Zeitraum könnten dann erste Router und Mesh-Kits erscheinen, die Wi-Fi 8 beherrschen.

Die frühen Chipversionen der auf der CES gezeigten Prototypen stammten übrigens in allen Fällen von Broadcom. Die üblichen anderen Verdächtigen wie MediaTek, Qualcomm oder Intel haben dem Vernehmen nach ebenfalls bereits Produkte in der Pipeline. Der Fokus liegt zu Beginn ganz klar auf der Host-Seite, also Chips für Router und Access-Points. Clients werden wie schon bei Wi-Fi 7 länger brauchen, sodass man Wi-Fi 8 womöglich erst 2028 in Notebooks und Smartphones antreffen wird.

heise medien ist offizieller Medienpartner der CES 2026.

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(mue)