Bose hofft nach SoundTouch-Abschaltung auf Open-Source-Community
Bose schaltet die Cloud-Funktionen von SoundTouch-Geräten nun doch etwas später ab. Verlorene Features könnte die Open-Source-Community kompensieren.
(Bild: vinai chunkhajorn/Shutterstock)
Die Cloud-Abschaltung der SoundTouch-Lautsprecher von Bose wird verschoben: Anstatt die Anbindung wie geplant am 18. Februar zu kappen, sollen die SoundTouch-Geräte nun bis zum 6. Mai wie gehabt funktionieren. Darüber informiert Bose Kunden in einer Mail und auf einer Support-Seite.
Die Terminverschiebung soll Nutzern mehr Zeit geben, sich auf die Änderungen einzustellen, schreibt Bose. Zudem bemüht sich der Hersteller darum, die Auswirkungen der Cloud-Abschaltung zu relativieren. So wird etwa die Begleit-App der SoundTouch-Lautsprecher nach der Cloud-Kappung nicht komplett abgeschaltet, sondern auf eine auch lokal funktionierende Version umgestellt. Darüber soll es weiterhin möglich sein, Systeme einzurichten und zu verwalten. Musik kann auch nach der Cloud-Abschaltung über Bluetooth, AirPlay, Spotify Connect oder AUX-Kabel an die Lautsprecher geschickt werden, und auch die Fernbedienungsfunktionen zur Steuerung der Musikwiedergabe bleiben funktionstüchtig.
Die Möglichkeit, verschiedene Presets für die Lautsprecher einzustellen, fällt allerdings weg. Bose empfiehlt, die Presets vorab zu notieren und in den Apps der genutzten Musikdienste zu hinterlegen (pdf). Auch das Suchen und Abspielen von Musikdiensten direkt in der SoundTouch-App wird nicht mehr möglich sein, sobald Bose die Cloud-Anbindung der SoundTouch-Geräte kappt.
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API-Dokumentation als Open Source
Bose hofft, dass die Open-Source-Community SoundTouch-Nutzer für die entfallenden Features entschädigen kann. Dazu hat das Unternehmen die Dokumentation der Web-API von SoundTouch (pdf) als Open Source veröffentlicht. Damit können unabhängige Entwickler SoundTouch-kompatible Tools und Funktionen erstellen.
Die Abschaltung der Cloud-Funktionen der SoundTouch-Lautsprecher hatte Bose im vergangenen Oktober angekündigt. Die Technik habe sich seit der Einführung der SoundTouch-Systeme umfangreich weiterentwickelt, begründete Bose den Schritt. Das Unternehmen sei nicht länger in der Lage, die Entwicklung und den Support der Cloud-Infrastruktur aufrechtzuerhalten, die diese ältere Produktgeneration antreibt.
(dahe)