Gehaltsreport: Was ITler verdienen
Trotz des kriselnden Arbeitsmarktes bleiben ITler unter den Besserverdienern und liegen deutlich ĂĽber dem deutschen Median-Jahresgehalt.
(Bild: SvitlanaRo/Shutterstock.com)
Das Bruttojahresgehalt für einen Vollzeitjob in der IT liegt laut Daten des Jobportals Stepstone im Median bei 66.750 Euro. Damit liegt es deutlich über dem berufs- und branchenübergreifenden Bruttomediangehalt in Deutschland, für das Stepstone einen Wert von 53.900 Euro ermittelt hat. „Median“ ist der in der Mitte liegende Wert einer Zahlenreihe. Über alle Berufe und Branchen hinweg sei auch die Gehaltszufriedenheit in der IT zuletzt stetig gestiegen. 36 Prozent der Beschäftigten zeigten sich Stepstone zufolge zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrem Einkommen, ein Plus von zwei Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.
Im Vergleich zum Vorjahr liegen beide Gehaltswerte nun deutlich höher – Stepstone kam Anfang 2025 für ITler noch auf einen Median von 58.000 Euro. Allerdings sei der aktuelle Report nicht mit den Angaben der Vorjahre vergleichbar, weil sich Auswertungsmethodik und Zusammensetzung der Stichprobe geändert haben, wie das Jobportal erklärte.
53.000 Euro fĂĽr Jobeinsteiger
Je nach IT-Job spreizen sich die Gehälter laut Stepstone auseinander. So sind etwa Projektleiter mit einem Mediangehalt von 74.250 Euro am höheren Ende. Andere Berufe wie Software-Entwickler (65.250 Euro), IT-Systemadministrator (58.000 Euro) und Fachinformatiker Systemintegration (46.750 Euro) liegen hingegen knapp oder sogar deutlich unter dem allgemeinen Median der ITler. Für klare Unterschiede sorgt auch das Bildungsniveau – mit Hochschulabschluss (73.750 Euro) verdient man fast 10.000 Euro mehr als ohne (64.250 Euro).
Bei IT-Jobeinsteigern liegt der Medianwert bei 53.000 Euro Bruttojahresgehalt für Vollzeit. Auch hier zeigen sich merkliche Unterschiede, in welchen IT-Beruf man einsteigt. Während zum Beispiel Data Engineers 65.000 Euro und Datenbankentwicklern 55.750 Euro im Median winken, ist das bei Webdevelopern (48.500 Euro) und IT-Systemadministratoren (48.000 Euro) klar weniger.
Frauen verdienen schlechter als Männer
Mit steigender Berufserfahrung erhöht sich dann auch der Verdienst – mit sechs bis zehn Jahren Erfahrung klettert der Medianwert auf 70.500 Euro, bei elf bis 25 Jahren auf 77.750 Euro und mit mehr als 25 Jahren sind es dann 83.250 Euro. Personalverantwortung macht sich ebenfalls bemerkbar: Mit sind es 75.250 Euro, ohne 63.750 Euro. Und nach wie vor hält sich eine Lücke zwischen den Geschlechtern – Frauen verdienen mit 62.250 deutlich weniger als Männer mit 67.500 Euro in der IT.
Ebenfalls macht sich die Größe des Unternehmens, für das man als ITler arbeitet, im Geldbeutel bemerkbar: Kleine Unternehmen unter 50 Angestellten zahlen mit 58.750 Euro deutlich schlechter als große Firmen von 500 bis 5.000 Angestellten mit 70.750 Euro oder sehr große Unternehmen ab 5.000 Mitarbeitern mit 76.750 Euro.
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Auf Branchen heruntergebrochen sind nach wie vor die kriselnde Autoindustrie (77.500 Euro) sowie der Maschinen- und Anlagenbau die Spitzenzahler fĂĽr ITler (74.500 Euro). Firmen aus den Bereichen GroĂź- und Einzelhandel (64.500 Euro) und IT & Internet (63.000 Euro) zahlen im Vergleich deutlich weniger.
Schlusslicht ThĂĽringen
Und nicht zuletzt bleibt auch immer noch das Bundesland, in dem man wohnt, ein Faktor. Baden-Württemberg, Hessen, Bayern und Hamburg bieten mit einem Median um die 70.000 Euro die besten IT-Gehälter. Die Bundesländer im Osten liegen wie immer hinten in der Rangliste, wobei Thüringen das Schlusslicht mit 56.500 Euro markiert.
Wie auch in den Vorjahren sind laut Stepstone übrigens Ärzte die Spitzenverdiener im Vergleich aller Berufe. Mit einem Mediangehalt von 105.500 Euro verdienen sie fast doppelt so viel wie der Durchschnitt. Vor den ITlern liegen in diesem Jahr auch die Berufsgruppen Ingenieurwesen mit einem Mediangehalt von 75.000 Euro sowie „Technische Entwicklung und Konstruktion“ mit 72.250 Euro.
Mehr Entgelttransparenz per Gesetz
Für das Jahr 2026 erwartet Stepstone auch ein Mehr an Gehaltstransparenz in Deutschland: Bis zum 7. Juni muss die Bundesregierung nämlich die EU-Entgelttransparenzrichtlinie in nationales Recht umsetzen. Damit müssten dann beispielsweise Arbeitgeber schon beim Einstellungsverfahren Gehaltsinformationen angeben und Angestellte bekommen ein Auskunftsrecht über durchschnittliche Entgelthöhen.
Für seinen Gehaltsreport 2026 hat Stepstone eigenen Angaben nach über 1,3 Millionen Vergütungsdaten ausgewertet, die im Zeitraum Januar 2022 bis November 2025 erhoben wurden. Berücksichtigt wurden demnach ausschließlich Gehaltsinformationen von Vollzeitbeschäftigten mit einer standardisierten Wochenarbeitszeit von 40 Stunden, einschließlich Boni, Provisionen und Prämien.
(axk)