Bodenproben vom Roten Planeten: „Mars Sample Return“ bei der NASA vor dem Aus
In einem komplizierten Manöver wollten die NASA und die ESA Bodenproben vom Mars zur Erde bringen. Daraus wird aber nichts, die USA drehen den Geldhahn zu.
Diese Bodenproben müssen nun auf dem Mars bleiben
(Bild: NASA/JPL-Caltech/MSSS)
Der Plan der NASA, auf dem Mars gesammelte Bodenproben mit einer Sonde abzuholen und zur Erde zu bringen, steht vor dem Aus. Das geht aus dem jüngsten Haushaltskompromiss des US-Parlaments hervor, der ein Ende der Finanzierung des Projekts „Mars Sample Return“ vorsieht. Gleichzeitig haben sich die Abgeordneten aber gegen das Vorhaben von US-Präsident Donald Trump gewandt, die Forschungsausgaben der US-Weltraumagentur zu halbieren. Sollte der Kompromiss angenommen werden, könnten also andere Weltraummissionen von dem Schritt profitieren und mit mehr Geld rechnen. Zudem sollen 110 Millionen US-Dollar, die eigentlich für Abholung der Marsproben vorgesehen waren, in andere Marsmissionen fließen.
Mission zu komplex und zu teuer
Bei „Mars Sample Return“ wollte die NASA eigentlich zusammen mit der Europäischen Weltraumagentur ESA jene Proben vom Mars abholen, die der Rover Perseverance gesammelt hat. Der hat bereits ein erstes Lager zur Abholung befüllt. Lange war vorgesehen, dass gegen Ende des Jahrzehnts ein Lander, ein Rover und eine Rakete zum Mars fliegen sollten. Geplant war, dass diese in der Nähe von Perseverance landen und die von dem Rover abgelegten Proben einsammeln und in den Orbit fliegen. Von dort sollte ein Raumfahrzeug übernehmen und die Proben dann zur Erde bringen. Anfang 2024 hat die NASA um Vorschläge für einen weniger komplexen Ablauf gebeten, auch um die Kosten zu reduzieren. Genutzt hat das aber nichts.
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„Mars Sample Return“ wurde zuletzt von großen Problemen gebeutelt. So war die NASA von Gesamtkosten in Höhe von 5,6 Milliarden US-Dollar ausgegangen, eine unabhängige Untersuchungskommission hatte 2023 einen fast doppelt so hohen Preis und eine jahrelange Verspätung ermittelt. Vor genau einem Jahr war dann von zwei Optionen die Rede, um die Abholung doch noch zu realisieren. Eine Absage an die Mission galt damals aber noch als ausgeschlossen, für zu groß wurde der wissenschaftliche Wert der Bodenproben gehalten. Erst im Herbst wurde öffentlich gemacht, dass mögliche Spuren von Leben auf dem Roten Planeten gefunden wurden. Eine Bestätigung solch eines Funds ist aber nur mit Instrumenten auf der Erde möglich.
Von dem Ende des NASA-Programms ist jetzt auch die ESA betroffen, die das Raumfahrzeug zum Transport der Proben aus dem Marsorbit zur Erde bereitstellen sollte. Schon vor einigen Wochen hat SpaceNews berichtet, dass das stattdessen zu einem Orbiter gemacht werden könnte, der aus einer Umlaufbahn des Roten Planeten die Geologie erforschen soll. Die ersten Proben vom Mars könnte dann China zur Erde bringen, die Volksrepublik bereitet dafür eine eigene Mission vor, berichtet das US-Forschungsmagazin Science. Was mit den Proben passieren soll, die Perseverance gesammelt hat, ist derweil noch unklar. Laut Science haben Forscher und Forscherinnen die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die einmal abgeholt werden.
(mho)