Freitag: X-Geldstrafe wegen Leistungsschutzrecht, Erbgut von Leonardo da Vinci
X boykottiert Leistungsschutzrecht + Erbgut auf Da-Vinci-Zeichnung + Kritik an Legos Smart Bricks + Fritzbox-Update nach 13 Jahren + Podcast zu IT-Forensik
(Bild: Photo Kozyr/Shutterstock.com)
X muss der Presseagentur AFP 170.000 Euro zahlen, weil es gerichtlich geforderte Daten nicht liefert. AFP wollte das ehemalige Twitter gerichtlich zur Einhaltung des Leistungsschutzrechts zwingen, weil X Verhandlungen verweigert. In einem weiteren Verfahren zweier französischer Tageszeitungen drohen 60.000 Euro täglich, wenn X keine Daten offenlegt. Derweil haben Wissenschaftler auf einer Leonardo da Vinci zugeschriebenen Zeichnung männliches Erbgut gefunden, aber auch von Bakterien, Pflanzen, Pilzen und Viren. Sie verknüpfen es mit anderen Dokumenten, etwa Briefe und andere Dokumente von Verwandten da Vincis, um herauszufinden, ob es sich tatsächlich um Erbgut des Künstlers handelt. Neu sind hingegen die Smart Bricks von Lego, die etwa Soundeffekte beim Bewegen eines in der Hand gehaltenen Raumschiffs erzeugen. Laut Kritikern könnten diese elektronischen Lego-Steine Kinderfantasien untergraben. Lego hält dagegen. Man will zwar nicht komplett digital werden, aber Smart Play ist die Zukunft – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Wegen Nichtbefolgung eines Gerichtsurteils muss der Mikroblogging-Dienst X in Frankreich 170.000 Euro an die Presseagentur Agence France-Press (AFP) zahlen. Denn entgegen früheren Gerichtsentscheidungen hat X Daten über die Nutzung von AFP-Inhalten nicht offengelegt. Hinzu kommen laut Entscheidung des Tribunal de Paris vom Donnerstag 60.000 Euro Verfahrenskosten. Hintergrund ist, dass die Betreiberfirma xAI versucht, das europäische Leistungsschutzrecht zu boykottieren. Nicht nur weigert sie sich, mit Verlagen zu verhandeln, sie ignoriert auch Gerichtsurteile. In einem zweiten Verfahren greift das Gericht schon strenger ein und droht bei Nichtbefolgung des Urteils ab 10. Februar mit 60.000 Euro Strafe pro Tag: Französische Geldstrafe für X wegen Boykott des Leistungsschutzrechts.
Auf der Suche nach dem Erbgut des Renaissance-Wissenschaftlers und -Künstlers Leonardo da Vinci meldet eine Forschergruppe einen möglichen Durchbruch: Auf einer da Vinci zugeschriebenen Kreidezeichnung haben sie männliches Erbgut gefunden. Gewissheit gibt es keine, aber schon die angewandten Methoden sind ein Meilenstein. Nach eigenen Angaben haben die Forscher der Kreidezeichnung, die als „Heiliges Kind“ bekannt ist und den Kopf eines Kleinkindes zeigt, mit forensischen Methoden Erbgut-Proben entnommen. Das hatten sie an weniger wertvollen Kunstwerken geübt. Demnach wurde Erbgut von Bakterien, Pflanzen, Pilzen, Viren und auch einem Mann gefunden. Besonders auf der Rückseite wurde Erbgut entdeckt: Auf den Spuren Leonardo da Vincis.
Nach Legos Vorstellung von Klemmbausteinen mit Elektronik und Sensoren zur Erzeugung von bewegungsabhängigen Licht- und Soundeffekten gab es gemischte Reaktionen. Experten monierten, die neuen Smart Bricks würden untergraben, was Lego für Kinder in einer zunehmend digitalen Welt auszeichnet. Smart-Play-Produkte könnten kindliche Fantasie unterdrücken, weil das Spielzeug die bislang selbst erdachten Effekte bereits erzeugt. Doch jetzt hält Lego dagegen. Zwar sei die Einführung von smarten Elementen in Lego-Sets ein großer Moment für das Unternehmen, auf den lange hingearbeitet wurde. Doch das bedeute nicht, dass Lego sein zentrales Kundenversprechen hinter sich lässt. Der Hersteller wolle weiterhin seine Kernkompetenzen pflegen, so Legos Reaktion auf die Kritik an Smart Bricks: Bleiben unserem Kernversprechen treu.
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Das 13 Jahre alte DSL-Fritzbox-Topmodell 7490 bekommt ein weiteres FritzOS-Update. Die neue Version 7.62 bringt wie schon 7.60 von Anfang 2025 Verbesserungen, aber keine neuen Funktionen. Fritz nennt Anpassungen an den Telefoniedienst des Anbieters Deutsche Telekom und die Erhöhung von Stabilität und Sicherheit. Damit handelt es sich primär um ein Service-Update für Nutzer, denen das alte Fritzbox-Topmodell nach über einem Jahrzehnt weiterhin ausreicht. FritzOS 8 und nachfolgende Updates scheint der WLAN-Router nicht mehr zu erhalten. Das Update ist derweil ein willkommenes Zeichen, dass der Hersteller Fritz seine Update-Politik auch nach seiner Übernahme aus Luxemburg und der Namensänderung (früher AVM) beibehält: 13 Jahre alte Fritzbox 7490 bekommt noch ein FritzOS-Update.
Bei IT-Forensik geht es insbesondere um die digitale Spurensicherung nach Cyberangriffen und bei Verdachtsfällen im Unternehmen. Im c't-Datenschutz-Podcast beschreibt eine leitende IT-Forensikerin ihre Arbeit als klassische Spurensuche, nur eben komplett digital. Ermittelt wird auf Laptops, Smartphones, Servern oder in ganzen IT-Landschaften. Ziel sei es, sauber zu rekonstruieren: Wer ist eingedrungen, welche Daten sind betroffen und wie groß ist der Schaden. Ihr Team identifiziert Spuren, sichert sie möglichst gerichtsfest und wertet sie neutral aus. Den größten Teil ihrer Einsätze machen Ransomware-Angriffe aus, aber auch der Datenschutz muss im Blick gehalten werden, erklärt sie in der Auslegungssache 150: Auf digitaler Spurensuche.
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Auch noch wichtig:
- Der Bundesgerichtshof hatte ĂĽber die Klausel eines TK-Anbieters zu entscheiden, ab wann ein Vertrag gelten soll. Das hat Folgen nach diesem Urteil des BGH: Vertragslaufzeit fĂĽr Glasfaseranschluss beginnt bei Vertragsabschluss.
- Eine kritische Lücke im untgz-Tool der in vielen Betriebssystemen und Programmen enthaltenen zlib-Bibliothek ermöglicht Codeschmuggel: Kritische Schadcode-Lücke in untgz-Tool der „Überall-Bibliothek“ zlib.
- Eine Forscherin hat nachgezählt, wie viele sexualisierte Deepfakes Grok pro Stunde generiert. Zudem gibt es Einblicke in das, was die KI nicht öffentlich macht. Es zeigen sich „Abgründe der Verderbtheit“: Neue Einblicke in KI-generierte Deepfakes von Grok.
- Auch wenn zur Verabschiedung von Wi-Fi 8 alias IEEE 802.11bn noch ein Jahr ins Land gehen dĂĽrfte, sind auf der CES bereits erste Router-Prototypen in Betrieb: Neuer Funkstandard Wi-Fi 8 bringt Abhilfe gegen Verstopfungen.
- Wegen manipulierter Daten hat eine japanische Behörde die Wiederinbetriebnahme eines Atomkraftwerks gestoppt: Japanische Behörde stoppt AKW-Wiederinbetriebnahme wegen manipulierter Daten.
- Bei dem Telemedizin-Anbieter Dr. Ansay hat es erneut eine Sicherheitslücke gegeben. Dadurch waren hunderttausende Kunden gefährdet: Neue Sicherheitslücke machte 1,7 Millionen Rezepte von Dr. Ansay einsehbar.
- Die Entwickler hinter dem Multimedia-Framework FFmpeg haben auf GitHub einen Teil des Codes von Rockchip Linux wegen Copyright-Verletzung sperren lassen: Open-Source-Projekt geht wegen Copyright-VerstoĂź gegen Chiphersteller vor.
- Speicherhersteller ziehen die Daumenschrauben weiter an. AMD könnte zur Entlastung eingestellte AM4-Prozessoren zurückbringen: AMD erwägt AM4-Comeback, weil DRAM- und NAND-Preise weiter massiv steigen.
- In einem komplizierten Manöver wollten die NASA und die ESA Bodenproben vom Mars zur Erde bringen. Daraus wird aber nichts, die USA drehen den Geldhahn zu bei den Bodenproben vom Roten Planeten: „Mars Sample Return“ bei der NASA vor dem Aus.
- Bose schaltet die Cloud-Funktionen von SoundTouch-Geräten nun doch etwas später ab. Verlorene Features könnte die Open-Source-Community kompensieren: Bose hofft nach SoundTouch-Abschaltung auf Open-Source-Community.
- Wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine hat Deutschland den Bau von Flüssigerdgas-Terminals forciert. Ihr Anteil am Gasimport steigt weiter: LNG-Terminals erreichen 10-Prozent-Marke für Unabhängigkeit von russischem Gas.
- Nach monatelangem Rechtsstreit gibt Deutschlands größter Vermieter den Widerstand gegen eine Mini-Solaranlage auf und ermöglicht einen wichtigen Präzedenzfall: Vonovia knickt bei Balkonkraftwerk ein und beendet Blockadehaltung.
- Trotz des kriselnden Arbeitsmarktes bleiben ITler unter den Besserverdienern und liegen deutlich ĂĽber dem deutschen Median-Jahresgehalt. Das besagt der aktuelle Gehaltsreport: Was ITler verdienen.
(fds)