NASA lässt ISS-Crew aus medizinischen Gründen vorzeitig zur Erde zurückfliegen
Drei Astronauten und eine Astronautin sollen die Internationale Raumstation vorzeitig verlassen. Der Grund ist ein medizinisches Problem. Das gab es noch nie.
Die SpaceX Crew-11 (in blau) nach ihrer Ankunft auf der ISS.
(Bild: NASA)
Die NASA lässt zwei Astronauten, eine Astronautin und einen Kosmonauten wegen eines „medizinischen Problems“ vorzeitig ihren Aufenthalt auf der Internationalen Raumstation ISS abbrechen und zur Erde zurückkehren. Das hat die US-Weltraumagentur in der Nacht zum Freitag mitgeteilt, ohne jedoch weitere Details zu nennen. Deshalb ist auch nicht bekannt, um welches Mitglied der SpaceX Crew-11 es sich handelt und welche gesundheitlichen Probleme genau ursächlich sind. Laut der dpa hat der Chef-Mediziner der NASA, James Polk, aber versichert, dass es sich nicht um einen Notfall handelt und das Problem auch nichts mit der Arbeit auf der ISS zu tun hat: „Es bleiben Risiken und Fragen zur Diagnose“ und deshalb solle die Person zurückkehren.
Ein Novum in der ISS-Geschichte
Die Crew-11 besteht aus Zena Cardman und Michael Fincke von der NASA, Kimiya Yui von der japanischen Weltraumagentur JAXA und Oleg Platonow aus Russland. Die vier waren am 1. August zur ISS gestartet und sollten eigentlich noch mehrere Wochen auf der Raumstation bleiben. Stattdessen sollen sie nun in den kommenden Tagen zurückkehren. Der genaue Zeitplan wurde noch nicht öffentlich gemacht. Die Gesundheit und das Wohlergehen des Astronauten zu gewährleisten, habe Vorrang, hat Polk noch versichert. „Ich bin zu der Entscheidung gekommen, dass es im besten Interesse unserer Astronauten ist, die Crew 11 vor ihrem geplanten Abflug zurückzubringen“, ergänzte der neue NASA-Chef Jared Isaacman.
Vor der Entscheidung für den vorzeitigen Abbruch der Mission hat die NASA schon wegen eines gesundheitlichen Problems einen für Donnerstag geplanten Außeneinsatz abgesagt. Den sollten eigentlich Cardman und Fincke durchführen. Ein weiterer Außeneinsatz war für kommende Woche vorgesehen, auch der wird nun nicht durchgeführt. Laut ArsTechnica hat der Japaner Yui am Mittwoch eine private Besprechung mit einem Flugarzt erbeten und die Kameras auf der Raumstation einschalten lassen. Die Sitzung wurde dann aber nicht öffentlich durchgeführt, deshalb ist unbekannt, wer daran teilgenommen hat und was genau besprochen wurde. Die Identität der betroffenen Person wurde nicht genannt, um deren Privatsphäre zu schützen, hat Polk noch erklärt.
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In der 25-jährigen Geschichte der ISS hat es noch nie einen solchen vorzeitigen Abbruch aus medizinischen Gründen gegeben, lediglich die Sowjetunion hat 1985 mit Wladimir Wasjutin einen Raumfahrenden aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig von der Raumstation Saljut 7 zurückgeholt. An Bord der ISS sind jetzt außer der Crew-11 noch der NASA-Astronaut Christopher Williams und die Kosmonauten Sergej Mikaew und Sergej Kud-Swertschkow. Die drei sind mit einer Sojus-Rakete zur ISS geflogen. Mit der SpaceX Crew-11 sollte eigentlich Mitte Februar unter anderem die Französin Sophie Adenot zur ISS starten, diese Mission könnten nun vorzeitig starten.
(mho)