KI-Update: Sperre fĂĽr Grok, ChatGPT in der Schule, Meta investiert in Atomkraft

Das "KI-Update" liefert werktäglich eine Zusammenfassung der wichtigsten KI-Entwicklungen.

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Malaysia und Indonesien haben den Zugang zum KI-Chatbot Grok blockiert, nachdem dieser weiterhin genutzt werden kann, um Menschen digital zu entkleiden oder sexuelle Deepfakes zu erstellen. xAI, der Betreiber von Grok, hatte die Erstellung solcher Bilder auf dem Kurznachrichtendienst X auf zahlende Nutzer beschränkt. Über Direktnachrichten und die Grok-Website bleibt die Funktion jedoch zugänglich.

Die EU-Kommission erklärte, die Einschränkungen reichten nicht aus. In den USA fordern drei Senatoren von Google und Apple, die Apps von X und Grok aus ihren Stores zu entfernen, da die Funktionen gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen. Beide Unternehmen setzen ihre Regeln bei anderen Apps streng durch, ließen Grok und X aber bisher gewähren.

Das Verwaltungsgericht Hamburg hat entschieden, dass der Einsatz von KI-Tools wie ChatGPT bei Hausarbeiten auch dann als Täuschungsversuch gilt, wenn kein explizites Verbot besteht. Ein Schüler hatte ChatGPT für ein Lesetagebuch genutzt und erhielt dafür die Note 6. Das Gericht stellte klar, dass für schulische Leistungen grundsätzlich das Gebot der Eigenständigkeit gilt.

Wer ein Hilfsmittel nutzt, das zentrale PrĂĽfungsaspekte wie Satzbau und Grammatik ĂĽbernimmt, muss sich dies vorab genehmigen lassen.

Die EU-Cybersicherheitsagentur Enisa hat in zwei Berichten vom Oktober und November 2025 zahlreiche erfundene Quellen zitiert. Wissenschaftler der Westfälischen Hochschule entdeckten, dass viele Links zu Quellen nicht funktionierten. Enisa räumte die Fehler ein und gab zu, die KI "kleinere redaktionelle Überarbeitungen" habe vornehmen lassen. Der Chaos Computer Club nannte den Vorgang "blamabel". Enisa verfügt über ein jährliches Budget von rund 27 Millionen Euro.

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Meta hat Verträge mit drei Energieunternehmen abgeschlossen, um den Strombedarf seiner Rechenzentren zu decken. Bis 2035 sollen diese Partnerschaften eine Leistung von über sechs Gigawatt bereitstellen. Meta sichert sich zum einen Strom aus bestehenden Kraftwerken in Ohio und Pennsylvania.

Zum anderen investiert das Unternehmen in Small Modular Reactors, kleine modulare Reaktoren. Partner sind das von Bill Gates unterstĂĽtzte Unternehmen TerraPower sowie die Firma Oklo. Experten weisen jedoch auf Risiken hin. In den USA ist bislang kein einziger dieser kleinen Reaktoren im kommerziellen Betrieb.

Podcast: KI-Update
KI-Update

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im "KI-Update" von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.

OpenAI hat einen Aktienpool fĂĽr seine Mitarbeiter eingerichtet. Zehn Prozent des Unternehmens sind dafĂĽr reserviert. Bei der aktuellen Bewertung von 500 Milliarden Dollar entspricht das einem Wert von 50 Milliarden Dollar. Die durchschnittliche aktienbasierte VergĂĽtung pro Mitarbeiter liegt bei 1,5 Millionen US-Dollar. OpenAI peilt etwa 20 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz an, dem stehen jedoch rund 1,4 Billionen US-Dollar an finanziellen Verpflichtungen fĂĽr Rechenzentrumsprojekte gegenĂĽber.

Auf der Technikmesse CES 2026 in Las Vegas stellte sich Dell, ein Computerhersteller, gegen den KI-Trend. Der Dell-Produktleiter Kevin Terwilliger sagte: "Tatsächlich verfügt jedes Produkt, das wir ankündigen, über eine KI-Einheit. Aber was wir im Laufe dieses Jahres gelernt haben, insbesondere aus Verbrauchersicht, ist, dass sie nicht aufgrund der KI kaufen." Bei anderen Herstellern hört man Ähnliches.

Beim Prozessorzulieferer Qualcomm stoĂźen vor allem lange Akkulaufzeiten auf Interesse, nicht die KI-Funktionen.

Ein Forscherteam der Universitäten Stanford und Yale hat untersucht, wie einfach es ist, urheberrechtlich geschützte Inhalte aus aktuellen KI-Modellen zu extrahieren. Aus mehreren kommerziellen Sprachmodellen ließen sich ganze Romane nahezu wortgetreu wiederherstellen. Besonders auffällig verhielt sich das Modell Claude 3.7.

Den Forschern gelang es, fast 96 Prozent des ersten Harry-Potter-Bandes aus dem System abzurufen. Bei den Modellen von Google und xAI reichte oft eine einfache Aufforderung. Bei Claude und GPT-4.1 mussten die Forscher sogenannte "Jailbreaks" anwenden.

Führende Vertreter der chinesischen Technologiebranche dämpfen die Erwartungen an eine schnelle chinesische Aufholjagd im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Justin Lin, der bei Alibaba, einem chinesischen Technologiekonzern, die Entwicklung der Qwen-Modelle leitet, schätzt die Wahrscheinlichkeit gering ein, dass ein chinesisches Unternehmen in den nächsten drei bis fünf Jahren zu US-Konkurrenten wie OpenAI aufschließt.

Als Hauptgründe nennen Experten begrenzte Rechenkapazitäten und fehlende Hochleistungschips durch US-Exportkontrollen.

(mali)