Erhöhte Sonnenaktivität: Weltraumteleskop Hubble droht verfrühter Absturz
Nach über 35 Jahren im Erdorbit könnte das Weltraumteleskop Hubble früher als erwartet abstürzen. Mitverantwortlich ist auch die erhöhte Sonnenaktivität.
(Bild: NASA (gemeinfrei))
In den vergangenen gut 35 Jahren, seit dem Start 1990, hat das Weltraumteleskop Hubble unseren Blick auf das Universum verändert – mit bahnbrechenden Erkenntnissen und spektakulären Bildern von fernen Galaxien, Exoplaneten oder Schwarzen Löchern. Doch seine Lebenszeit läuft ab.
Ist 2029 schon Schluss für Hubble?
Die Hubble-Mission könnte schneller enden als erwartet, wie Daten des Hubble Reentry Trackers zeigen. Demnach könnte Hubble im schlimmsten Fall schon 2029 wieder in die Erdatmosphäre eintreten, wo das Weltraumteleskop verglühen würde.
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Derzeit bewegt sich Hubble in einem Orbit von 490 Kilometern über der Erdoberfläche und sinkt kontinuierlich weiter in Richtung der Erde. Zur Einordnung: Beim Start 1990 wurde Hubble in gut 600 Kilometern Höhe ausgesetzt.
Sinkt das Weltraumteleskop auf einen Orbit von unter 400 Kilometern, wäre laut Daily Galaxy eine kritische Marke erreicht, bei der sich die Umlaufbahn nicht mehr stabilisieren ließe. Ab diesem Zeitpunkt bliebe Hubble nur noch rund ein Jahr bis zum Wiedereintritt und damit dem Absturz.
Weltraumteleskop sinkt schneller als üblich
Derzeit sorgt die erhöhte Sonnenaktivität dafür, dass das Weltraumteleskop schneller als üblich absinkt. Sein Übriges dazu beiträgt der Fakt, dass der Wiedereintritt sich beschleunigt, je niedriger der Orbit ist, in dem sich Hubble bewegt.
Bisher wurde Hubble schon dreimal wieder in einen höheren Orbit gebracht. Die dafür eingesetzten Space Shuttles sind aber seit 2011 nicht mehr im Einsatz. Der Vorschlag des US-Unternehmers und jetzigen Nasa-Chefs Jared Isaacman, im Rahmen einer seiner mit SpaceX-Raumschiffen durchgeführten Polaris-Missionen für ein Anheben des Teleskops zu sorgen, stieß bei der Weltraumagentur 2024 noch auf Skepsis.
Ex-Google-CEO bastelt an Hubble-Nachfolge
Für eine Nachfolge des in die Jahre gekommenen All-Beobachters könnte jetzt ein weiterer US-Milliardär sorgen – nämlich der frühere Google-CEO Eric Schmidt. Gemeinsam mit seiner Frau Wendy plant Schmidt die Entwicklung des sogenannten Schmidt Observatory Systems.
Dazu soll neben drei großen Bodenstationen das Weltraumteleskop Lazuli gehören. Letzteres soll, anders als Hubble, in einer Entfernung zwischen 77.000 und 250.000 Kilometern um die Erde kreisen. Ende 2029 sollen alle vier Teleskope, auch Lazuli, ihren Betrieb aufgenommen haben.
Oder bleibt Hubble noch bis 2040 aktiv?
Dann könnte übrigens auch Hubble noch weitere Aufnahmen liefern. Denn laut Hubble Reentry Tracker gibt es neben dem Worst- auch ein Best-Case-Szenario. Demnach würde das in die Jahre gekommene Weltraumteleskop auch ohne Korrekturen erst 2040 in der Erdatmosphäre verglühen.
Dieser Beitrag ist zuerst auf t3n.de erschienen.
(jle)