US-Verteidigungsminister Hegseth will Grok in die Pentagon-Systeme einbinden
Der KI-Chatbot Grok soll künftig in den Systemen des US-Verteidigungsministeriums eingesetzt werden. Das kündigte Pete Hegseth am Montag bei SpaceX an.
Pete Hegseth
(Bild: Zhongxinyashi_Photo/Shutterstock.com)
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth will den KI-Chatbot Grok in die erst kürzlich initiierte KI-Plattform GenAI.mil des US-Verteidigungsministeriums implementieren. Das kündigte Hegseth am Montag während einer Rede bei Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX in Texas an. Hegseth zufolge soll Grok noch im Laufe dieses Monats innerhalb der IT-Systeme des Pentagon in Betrieb genommen werden.
Erst Anfang Dezember hat das US-Verteidigungsministerium, das sich seit September 2025 „Department of War“ nennt, den Start seiner neuen KI-Plattform GenAI.mil bekannt gegeben. Laut der Pressemitteilung vom 09. Dezember wird Googles Chatbot Gemini als Erstes in GenAI.mil implementiert und damit mehr als drei Millionen Nutzern im Pentagon zugänglich gemacht. Nun folgt der von xAI entwickelte KI-Chatbot Grok.
Im vergangenen Juli hatte das Verteidigungsministerium bereits eine Vergabe von Aufträgen von bis zu 200 Millionen US-Dollar an die führenden US-KI-Unternehmen Anthropic, Google, OpenAI und xAI publik gemacht. Ziel ist es laut der Pressemitteilung des Chief Digital und Artificial Intelligence Office, agentische KI-Workflows in eine Vielzahl von Missionsbereichen zu integrieren. „Sehr bald werden wir die weltweit führenden KI-Modelle in jedem nicht geheimen und geheimen Netzwerk unseres Ministeriums haben“, betonte Hegseth in seiner Rede am Montag.
Videos by heise
Hegseth nimmt Abstand von „woker“ KI
Hegseth wies darauf hin, dass das US-Militär „einen Datenvorteil aus zwei Jahrzehnten militärischer und nachrichtendienstlicher Operationen“ verfüge. KI-Systeme seien nur so gut wie ihre Trainingsdaten. Dem Verteidigungsminister zufolge werden deshalb künftig „alle geeigneten Daten“ aus den IT-Systemen des Militärs für die KI-Nutzung verfügbar gemacht. Dabei sollen auch Daten aus Geheimdienst-Datenbanken in die KI-Systeme des Pentagon einfließen.
Pentagon-Chef Hegseth sprach zudem von einem verantwortungsvollen Umgang mit KI innerhalb der Systeme des US-Verteidigungsministeriums. KI-Modelle müssten faktisch korrekt und missionsrelevant arbeiten, dabei aber gleichwohl frei von ideologischen Einschränkungen sein. Die KI des Pentagon werde nicht „woke“ sein. Man lehne KI-Modelle ab, die es nicht erlauben würden, Kriege zu führen.
Grok zuletzt massiv in der Kritik
Die Ankündigung des US-Verteidigungsministeriums, Grok in seine KI-Plattform GenAI.mil integrieren zu wollen, ist kontrovers. Der KI-Chatbot steht seit letzter Woche massiv in der Kritik, nachdem Nutzer mithilfe von Grok etliche tausend sexualisierende Videos und Bilder pro Stunde von Frauen und Minderjährigen hatten erstellen lassen. Als Reaktion auf die mediale Empörung beschränkte der Kurznachrichtendienst X die Funktion der Bildgenerierung. Seit vergangenen Freitag können nur noch zahlende Kunden Bilder mit Grok öffentlich verändern oder erstellen lassen.
In der Folge äußerten sich die britische Regierung und die EU-Kommission kritisch. Der Schritt sei keine Lösung, betonte ein Sprecher des britischen Premierministers Keir Starmer. Auch von der EU-Kommission hieß es, die Bezahlmaßnahme ändere nichts an der Grundproblematik. Am Montag ließen Indonesien und Malaysia den Zugriff auf Grok dann vollständig sperren. Außerdem kündigte die britische Regierung an, noch in dieser Woche mit der Durchsetzung eines Gesetzes beginnen zu wollen, das Anwendungen verbietet, mit denen Menschen digital entkleidet werden können. Zuletzt kündigte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig an, härter gegen das Erstellen und Verbreiten mit Künstlicher Intelligenz erzeugter sexualisierter Bilder vorgehen zu wollen.
(rah)