Indische Rakete stĂĽrzt mit 16 Satelliten an Bord ab

Eine indische Trägerrakete von Typ PSLV ist mit einer Reihe von Satelliten an Bord abgestürzt. Eine Mission konnte jedoch erfolgreich durchgeführt werden.

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Trägerrakete PSLV vor dem Start

Trägerrakete PSLV vor dem Start

(Bild: ISRO)

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Misserfolg für die indische Raumfahrtbehörde Indian Space Research Organisation (ISRO): Die Rakete Polar Satellite Launch Vehicle (PSLV) ist bei einem Flug ins All explodiert. Es war der zweite Ausfall der sonst zuverlässigen Rakete in Folge.

Die vierstufige PSLV startete am 12. Januar um 10:18 Uhr (Ortszeit) vom Startplatz Satish Dhawan Space Centre in Sriharikota im SĂĽdosten Indien. Sie sollte 16 Satelliten ins All transportieren.

Kurz nach dem ZĂĽnden der dritten Stufe, etwa sechs Minuten nach dem Start, begann die Rakete zu trudeln und stĂĽrzte schlieĂźlich ab. Sie habe wahrscheinlich eine suborbitale Flugbahn erreicht und sei in den Indischen Ozean gefallen, schrieb Jonathan McDowell, Astrophysiker am Harvard Smithsonian Center for Astrophysics und Raumfahrtexperte, auf Bluesky. Die ISRO hat nach eigenen Angaben eine Untersuchung eingeleitet.

An Bord hatte sie 16 Satelliten, die etwa 500 Kilometer über der Erde, in einem sonnensynchronen Orbit (SSO), ausgesetzt werden sollten. Darunter war der indische Erdbeobachtungssatellit EOS-N1, der britisch-thailändische Erdbeobachtungssatellit Theos-2 sowie ein indischer Satellit, mit dem das Auftanken im Weltraum getestet werden sollte. Bis auf eine Mission gingen alle verloren.

Erfolgreich hingegen war die Mission Orbital Paradigm. Das spanische Raumfahrt-Startup hat eine Kapsel für den Wiedereintritt, den Kestrel Initial Technology Demonstrator (KID), entwickelt. Er sei mutmaßlich zusammen mit der Oberstufe der Rakete in die Atmosphäre eingetreten, teilte Orbital Paradigm über das soziale Netzwerk Linkedin mit.

Die Bedingungen seien deutlich harscher gewesen als das, wofür KID ausgelegt sei, erläutere das Unternehmen: „Der Wiedereintritt war schwieriger als geplant, aber KID hat das ausgehalten.“

Die PSLV gilt als recht zuverlässige Rakete. Jetzt war es allerdings der zweite Fehlschlag in Folge: Die vorherige Mission im Mai vergangenen Jahres scheiterte ebenfalls wegen eines Versagens der dritten Stufe.

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In Kürze will die ISRO die nächste Mission des bemannten Raumfahrtprogramm Gaganyaan (Sanskrit für „Himmelsfahrzeug“) auf den Weg bringen. Die Raumfähre Gaganyaan wird aber nicht von der PSLV, sondern von der Trägerrakete Human-rated version of Launch Vehicle Mark3 (HLVM3) ins All gebracht. An Bord wird der weibliche humanoide Roboter Vyommitra mitfliegen.

(wpl)