DLSS 4.5: Nvidia-App mit neuen Funktionen jetzt für alle Nutzer

Mit DLSS 4.5 werden Spiele detailreicher hochskaliert als in vorherigen Versionen. Die neue Version steht jetzt für alle Nutzer der Nvidia-App bereit.

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Screenshot von Nvidia App

(Bild: Nvidia)

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DLSS steht nun für alle Nutzer von Nvidia-Grafikkarten bereit: Die neue Version von Nvidias Upscaling-Modell ist nach einer Woche Beta-Phase jetzt auch in der normalen Version der Nvidia-App verfügbar. Im Vergleich zur Beta-Variante von DLSS 4.5 hat Nvidia die Implementierung etwas vereinfacht. Unter dem Namen DLSS („Deep Learning Super Sampling“) fasst Nvidia mehrere KI-Features zusammen, die in Spielen für höhere Bildraten sorgen können. DLSS besteht aus zwei Komponenten: Upscaling, das eine niedrigere Render-Auflösung zur gewünschten Auflösung hochrechnet, und Frame Generation, das zwischen zwei gerenderten Frames aktuell bis zu drei KI-generierte Frames einfügt.

In der auf der CES angekündigten DLSS-Version 4.5 sollen beide Komponenten verbessert werden. Aktuell gibt es aber nur Neuerungen beim Upscaling. Neue Frame-Generation-Features, darunter die Möglichkeit, bis zu fünf KI-Frames zwischen zwei echten Frames einzufügen, sollen im Frühjahr folgen.

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Verbessertes Upscaling können Nutzer schon jetzt einsetzen, indem sie in der Nvidia-App für ihre Spiele entweder Preset M oder Preset L wählen – das sind die beiden neuen DLSS 4.5-Presets. Voraussetzung ist eine Nvidia-Grafikkarte ab der RTX-2000-Generation.

Erstmals empfiehlt Nvidia die neuesten Presets nicht für alle Upscaling-Modi: Preset M soll für den „Performance“-Modus von DLSS (50 Prozent der Zielauflösung in beiden Achsen) eingesetzt werden, während Preset L für den „Ultra-Performance-Modus“ gedacht ist (33 Prozent). In den „Balanced“ und „Quality“-Modi empfiehlt Nvidia weiterhin Preset K, also DLSS 4.0.

In der Beta-Version der App führte das zu Verwirrung bei Testern, die für jeden Auflösungsmodus manuell in der Nvidia-App das Preset ändern mussten. Daher hat Nvidia in der nun final erschienenen Version der Nvidia-App eine automatische Preset-Auswahl eingeführt, die „Empfohlen“ heißt. Wählen Nutzer diese Voreinstellung in der Nvidia-App aus, überschreibt Nvidia das Preset automatisch mit der jeweils geeigneten Variante.

In der Nvidia-App lässt sich das DLSS-Preset für jedes Spiel überschreiben. Neu ist der „Empfohlen“-Modus, der für jeden Auflösungsfaktor das richtige Preset wählt.

Das funktioniert auch, wenn man im Spiel zwischen den verschiedenen Upscaling-Modi wechselt: Stellt man in den Spieloptionen von „Performance“ auf „Balanced“ um, dann wechselt die Nvidia-App von Preset M auf Preset K. Wer Preset M stattdessen auch im Quality-Modus nutzen möchte, muss auf Treiber-Ebene schlicht „Preset M“ statt „Empfohlen“ wählen. So haben Enthusiasten weiter die Möglichkeit, manuell mit den verschiedenen Presets zu experimentieren.

Der vorrangige Grund, warum Nvidia die neuen DLSS-4.5-Presets für das Upscaling nicht für die „Balanced“ und „Quality“-Modi empfiehlt, liegt in der Performance: DLSS 4.5 ist gerade auf älteren Grafikkartengenerationen deutlich anspruchsvoller als DLSS 4/Preset K. So kann es passieren, dass die Bildrate im Quality-Modus bei einigen Spielen im Vergleich zu nativer Auflösung sinkt, obwohl die Grafik in niedriger Auflösung gerendert wird.

Die Upscaling-Qualität von DLSS 4.5 ist dafür im Vergleich zu DLSS 4 noch einmal gestiegen: Details werden besser aufgelöst, Partikel bleiben besser erhalten, und in Bewegung kommt es zu weniger Schlieren. In Spielen wie „Oblivion Remastered“ sieht DLSS 4.5 bei 4K-Zielauflösung selbst im „Performance“-Modus besser aus als die native Auflösung mit TAA-Kantenglättung – bei deutlich mehr FPS.

Sogar der „Ultra Performance“-Modus mit dem neuen Preset L ist nun in 4K-Auflösung einigermaßen brauchbar. Hier wird das Bild nur mit einem Drittel der Zielauflösung in beiden Achsen gerendert. Bei einem typischen 4K-Bildschirm sind das 720p. Auch wenn das Ergebnis nicht perfekt ist: DLSS 4.5 zeigt, wie schnell sich KI-Upscaling von Videospielen in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Bei DLSS 3 war der „Ultra Performance“-Modus noch weitgehend unspielbar.

Einen Fallstrick gibt es noch: Nvidia hat Ray Reconstruction nicht auf DLSS 4.5 gehievt. Das bedeutet, dass Spiele wie „Cyberpunk 2077“ und „Avatar: Frontiers of Pandora“ bei aktivierter Ray Reconstruction trotz Preset-Override nicht mit DLSS 4.5 laufen. Ob und wann Ray Reconstruction auf das neue Modell umgestellt wird, ist nicht bekannt.

(dahe)