Digg.com ist zurĂĽck: Urgestein unter den sozialen Netzwerken mit neuem Design

Anfang des Jahrtausends gehörte Digg.com zu den beliebtesten Internetseiten, dann folgte ein Massenexodus. Nun folgt der Neustart unter Gründer Kevin Rose.

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Screenshot der Startseite

(Bild: Das neue Digg.com)

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Zehn Monate nachdem Digg-Gründer Kevin Rose seinen News-Aggregator zusammen mit dem Reddit-Mitgründer Alexis Ohanian zurückgekauft hat, wurde die umgebaute Seite für neue Nutzer und Nutzerinnen freigegeben. Mit dem öffentlichen Beta-Test kommt ein Urgestein der frühen sozialen Netzwerke zurück und muss jetzt primär gegen Reddit bestehen. Im Fokus stehen zum Neustart die Themenbereiche. Wer will, kann eine Community einrichten, soll sich aber auch darum kümmern. Deshalb darf jedes Konto nur jeweils zwei Communitys anlegen. Damit soll sichergestellt werden, dass eine Community nicht später verlassen wird. Den Verantwortlichen stehen einige Moderationswerkzeuge zur Verfügung, heißt es in der Ankündigung.

Zum Kauf von Digg.com haben Rose und Ohanian erklärt, dass sie die aktuellen Probleme sozialer Netzwerke mit der Hilfe von KI-Technik lösen wollen. So könne man inzwischen automatisch und mit großer Geschwindigkeit prüfen, ob benutzergenerierte Kommentare Gewaltandrohungen oder Hatespeech enthalten. KI soll jetzt auch sicherstellen, dass auf Digg angelegte Konten tatsächlich von Menschen stammen und nicht automatisiert befüllt werden, haben die beiden TechCrunch erzählt. Zugleich haben sie die Seite visuell überarbeitet und wollen mit Änderungen ein aktiveres Netzwerk für Menschen und Themen fördern. Dafür bitten sie um Feedback der Community.

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Digg.com wurde 2004 gegründet und entwickelte sich rasch zu einer besonders beliebten Anlaufstelle im Internet. 2007 machten die Nutzer und Nutzerinnen ihren Einfluss deutlich, als sie auf die Löschung eines Schlüssels für HD-DVDs hin die Seite mit dem „Processing Key“ überschwemmten. Rose konnte das nur beenden, als er versicherte, dass man die Information, mit deren Hilfe der Kopierschutz umgangen werden konnte, nicht mehr löschen würde. Wenige Jahre später sorgte eine problembehaftete Neugestaltung der Seite zu einem Massenexodus der Nutzer und Nutzerinnen, von dem primär Reddit profitierte. 2012 wurde Digg für gerade einmal 500.000 US-Dollar verkauft, 2018 folgte die nächste Übernahme. 2024 kehrte dann Rose zurück und kündigte den Neustart an.

(mho)