Meta stoppt Batman VR-Nachfolger und zieht sich aus VR-Gaming zurĂĽck
Die Fortsetzung von „Arkham Shadow“ wird nicht erscheinen. Meta beendet mehrere Projekte und streicht Fördermittel für die VR-Spiele-Entwicklung.
Die VR-Spiele-Industrie muss kĂĽnftig offenbar ohne Metas UnterstĂĽtzung auskommen. Der Social-Media-Gigant zieht sich zurĂĽck.
(Bild: Meta Platforms)
Meta zieht sich weiter aus der VR-Spieleentwicklung zurück. Wie das Branchenmagazin UploadVR berichtet, wird das geplante Sequel zu „Batman: Arkham Shadow“ nicht erscheinen. Gleichzeitig kommt es zu tiefgreifenden Umstrukturierungen bei den letzten verbliebenen internen Spielestudios. Das von Camouflaj entwickelte „Arkham Shadow“ gilt als eines der besten VR-Spiele überhaupt und ist ein Referenztitel für Metas VR-Brillen Quest 3 und Quest 3S. Ein Nachfolger soll dem Bericht zufolge intern bereits in Arbeit gewesen sein.
Allerdings sei nicht mehr Camouflaj selbst als Entwickler vorgesehen gewesen, sondern Sanzaru Games, das zuvor die beiden Titel der „Asgard's Wrath“-Reihe verantwortete. Sanzaru hat Meta jedoch im Rahmen einer Kündigungswelle komplett geschlossen. Auch bei Camouflaj, das 2024 noch Interesse an einer Fortsetzung geäußert hatte, gibt es erhebliche Einschnitte. Das Studio bleibt zwar formal bestehen, entwickelt jedoch künftig keine VR-Spiele mehr. Stattdessen soll das verbliebene Rumpfteam Tutorial-Inhalte für künftige Geräte wie eine mögliche Meta Quest 4 erstellen.
Auch Förderprogramme gestrichen
Ein weiterer Bericht von Android Central legt nahe, dass Meta auch Fördermittel für externe Studios gestrichen hat. Der Großteil der Förderungen, die Oculus Publishing im Rahmen des „Meta Horizon Start Program“ für Entwickler bereitgestellt hat, soll eingestampft worden sein. Bisher soll Meta 2026 insgesamt 60 Millionen US-Dollar in die VR-Spieleförderung gepumpt haben. Mehr soll es nicht mehr geben.
Metas Rückzug aus dem VR-Gaming soll unter anderem zu Entlassungen von etwa 70 Prozent der Mitarbeitenden bei Cloudhead Games geführt haben. Das Studio ist für den seit Jahren etablierten Rhythmus-Shooter „Pistol Whip“ verantwortlich. Der gut vernetzte YouTuber GamertagVR zitiert zudem interne Quellen, die von der Einstellung eines weiteren namhaften Quest-Exklusivspiels wissen wollen. Meta soll Skydance Interactive („Behemoth“, „The Walking Dead: Saints & Sinners“) mit einem VR-Spiel aus dem „Harry Potter“-Universum beauftragt haben. Offiziell bestätigt wurde ein solcher Titel bisher nicht.
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VR-Gaming spielt keine Rolle mehr bei Meta
Mit dem Aus von Sanzaru, Twisted Pixel („Marvel’s Deadpool VR“), Armature Studio („Resident Evil 4 VR“) und der erst fusionierten, dann zusammengeschrumpften Downpour Interactive und Camouflaj hat Meta innerhalb weniger Monate fünf der besten VR-Spielestudios überhaupt geschlossen. Nach aktuellem Stand bleiben nur noch drei interne Teams aktiv: Beat Games („Beat Saber“), BigBox („Population: One“) und Ouro Interactive, das sich ausschließlich auf Inhalte für die Social-VR-Plattform Horizon Worlds konzentriert. Damit dürfte klar sein, dass Meta auch für künftige VR-Headsets keine eigenen Exklusivtitel mehr produzieren dürfte und eher als Hardware- und Marketplace-Anbieter fungieren will.
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Virtual Reality ist in Metas Prioritätenliste schon längst nach unten gerutscht und Kürzungen in den dafür zuständigen Abteilungen deuteten sich bereits vor Monaten an. Wie schwer es den VR-Anteil der Reality Labs nun getroffen hat, ist dennoch ein Schock für die gesamte Industrie. Über 1500 Stellen werden abgebaut, weitere Einschnitte könnten folgen. Allein 2025 sollen die Reality Labs ihr Budget um 30 Prozent kürzen – deutlich mehr als jede andere Abteilung des Konzerns.
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Meta-Technikchef Andrew Bosworth kündigte intern an, künftig verstärkt auf Augmented Reality und KI-Wearables zu setzen. Virtual Reality hingegen werde nur noch reduziert unterstützt. Die VR-Sparte hatte Meta seit 2014 aufgebaut und mit Milliardenaufwand ausgebaut. Doch der erhoffte Erfolg auf dem Massenmarkt stellte sich nicht ein. Das Projekt Metaverse bleibt laut Bosworth zwar bestehen, soll künftig aber stärker auf mobilen Geräten stattfinden.
(joe)