PC-Verkäufe trotzen Zoll-Chaos und RAM-Knappheit
Das Windows-10-Ende befeuerte die Verkäufe von Notebooks, Desktop-PCs und Workstations. Unklar ist, ob 2026 zu einem Krisenjahr für den PC-Markt wird.
(Bild: William Potter/Shutterstock.com)
FĂĽr die PC-Hersteller war 2025 ein erfreuliches Jahr. Nach Angaben der Marktforscher von IDC verkauften sie ĂĽber die letzten 12 Monaten 285 Millionen Desktop-PCs, Notebooks und Workstations. Das entspricht einem Zuwachs von acht Prozent zum Vorjahr, in dem 263 Millionen Rechner verkauft wurden.
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Marktführer nach Stückzahlen bleibt unverändert Lenovo, von dem mehr als jeder fünfte PC stammt. Auf Platz Zwei und Drei folgen HP und Dell. Den größten Zuwachs zum Vorjahr mit 14,5 Prozent konnte ebenfalls Lenovo für sich verbuchen. Damit hält der seit vielen Jahren bestehende Trend der Marktkonzentration an, denn Hersteller außerhalb der Top 5 kommen zusammen lediglich auf 24 Prozent Anteil und erzielten nur ein geringes Wachstum von 1,4 Prozent.
| PC-Markt 2025 | |||||
| Hersteller | verkaufte PCs 2025 | Marktanteil 2025 | verkaufte PCs 2024 | Marktanteil 2024 | Wachstum |
| Lenovo | 70,8 | 24,9Â % | 61,8 | 23,5Â % | 14,5Â % |
| HP | 57,5 | 20,2Â % | 53,0 | 20,1Â % | 8,4Â % |
| Dell | 41,1 | 14,4Â % | 39,1 | 14,8Â % | 5,2Â % |
| Apple | 25,6 | 9,0Â % | 23,0 | 8,7Â % | 11,1Â % |
| Asus | 20,5 | 7,2Â % | 18,0 | 6,8Â % | 13,4Â % |
| ĂĽbrige | 69,3 | 24,3Â % | 68,3 | 25,9Â % | 1,4Â % |
| Gesamt | 284,7 | 100,0Â % | 263,3 | 100,0Â % | 8,1Â % |
| Angaben in Millionen (Desktop-PCs, Notebooks, Workstations, ohne x86-Server und Tablets), Quelle: IDC | |||||
Regional entwickelten sich die Verkäufe stark unterschiedlich. Durch die Zollpolitik der Trump-Administration gab es Anfang 2025 einen Import-Boom in den USA, die übrigen drei Quartale stagnierten die Verkäufe in den Vereinigten Staaten. In Asien und Europa wuchsen die Verkäufe ab dem zweiten Quartal hingegen zweistellig. Vermutlich spielte hier das Support-Ende von Windows 10 eine wichtige Rolle.
(Bild:Â IDC)
Unsicherheit durch hohe RAM-Preise
Die explodierenden RAM-Preise haben die Nachfrage laut IDC zum Jahresende eher befeuert als gebremst. Viele Business-Kunden zogen geplante Käufe vor, um sich Rechner vor den drohenden Engpässen und den 2026 höheren Notebook- und Komplett-PC-Preisen zu sichern. Bei Privatkäufern stieg in den letzten Monaten hingegen das Interesse für ältere Plattformen wie AM4 und LGA1700, die preiswerteren DDR4-RAM statt des moderneren DDR5-RAM verwenden. So kletterte der Preis für den Achtkerner AMD Ryzen 7 5700X um 30 Prozent von 130 Euro im September 2025 auf nun über 170 Euro. Intels Core i5-14500 verteuerte sich im gleichen Zeitraum um 25 Prozent von 230 Euro auf aktuell 290 Euro. Die CPU-Preise für Ryzen 9000 und Core Ultra 200S blieben hingegen stabil.
Für das laufende Jahr gibt es laut den Marktforschern von IDC noch eine große Unsicherheit, wie sich der PC-Absatz entwickeln wird. Neben Preissteigerungen erwarten sie, dass Hersteller verstärkt Geräte mit weniger Arbeitsspeicher in den Handel bringen. Zudem steigt der Druck auf kleinere Hersteller, weil die großen über langfristige Lieferverträge günstiger an RAM kommen und wenige stark von der Knappheit betroffen sind. Endkunden, darunter vor allem PC-Bastler, verschieben Anschaffungen oder geben ihr Geld schlicht für andere Dinge aus.
(chh)