Beschädigte Raumfähre „Shenzhou 20“ kehrt unbemannt zur Erde zurück

Das chinesische Raumschiff „Shenzhou 20“ ist zurück auf der Erde. Wegen eines vermuteten Schadens an einem Fenster kehrte es ohne Crew an Bord zur Erde zurück.

vorlesen Druckansicht 4 Kommentare lesen
Shenzhou 20 nach der Landung in der Wüste Gobi

„Shenzhou 20“ nach der Landung in der Wüste Gobi

(Bild: CCTV/Screenshot)

Lesezeit: 2 Min.
close notice

This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Das chinesische Raumfahrzeug „Shenzhou 20“ ist sicher gelandet. Wegen eines möglichen Schadens flog es unbemannt wieder zurück auf der Erde. Bei einer ersten Überprüfung vor Ort fanden sich nach Angaben der chinesischen Agentur für bemannte Raumfahrt (China Manned Space Agency, CMSA) keine Schäden.

Die Raumkapsel sei am 16. Januar 2026 um 0:23 Uhr Pekinger Zeit (15. Januar, 17:23 Uhr unserer Zeit) von der Raumstation „Tiangong“ (Himmelspalast) abgedockt worden, teilte die CSMA mit. Um 9:34 Uhr Ortszeit (2:34 Uhr unserer Zeit) setzte sie in der Landezone Dongfeng in der Wüste Gobi in der Autonomen Region Innere Mongolei auf.

„Shenzhou 20“ war am 24. April 2025 mit drei Taikonauten an Bord zu der chinesischen Raumstation geflogen. Geplant war, dass Chen Dong, Chen Zhongrui und Wang Jie bis zum 5. November 2025 auf der Station bleiben und dann mit der „Shenzhou 20“ zur Erde zurückkehren sollten. Die Rückkehr wurde jedoch verschoben wegen des Verdachts auf einen Treffer durch ein Schrottteilchen. Dabei soll ein Fenster beschädigt worden sein.

Die CMSA änderte daraufhin ihren Ablaufplan: Die Shenzhou-20-Crew flog am 14. November an Bord des Raumschiffs „Shenzhou 21“ zurück zur Erde. Um dessen Crew in einem Notfall zurück zur Erde bringen zu können, hat die CMSA am 25. November die Raumfähre „Shenzhou 22“ unbemannt zur Tiangong geschickt. Es war laut CMSA der erste erfolgreiche Notstart im bemannten chinesischen Raumfahrtprogramm.

Um die Risiken beim Wiedereintritt von „Shenzhou 20“ zu verringern, habe die Shenzhou-21-Crew während eines Weltraumspaziergangs Anfang Dezember 2025 hochauflösende Fotos des Bullauges aufgenommen, die den Zustand der Risse dokumentierten, teilte die CMSA weiter mit. Zudem haben die Taikonauten ein Gerät installiert, das die Schäden an dem Bullauge verringern soll. Dieses kam an Bord mit der „Shenzhou 22“ auf die Tiangong.

Videos by heise

Die „Shenzhou 20“ war laut CMSA 270 Tage im All. Das zeige, dass die Raumfahrzeuge in der Lage seien, neun Monate lang angedockt in der Umlaufbahn zu verbringen.

(wpl)