jQuery 4.0 veröffentlicht: Weniger Legacy, mehr moderne Webstandards

Mit jQuery 4 erscheint erstmals seit Jahren eine neue Hauptversion. Weniger Legacy, moderne Browser, mehr Sicherheit – mit überschaubaren Breaking Changes.

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Code mit Schriftzug JavaScript

(Bild: Trismegist san/Shutterstock.com)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Mit jQuery 4 hat das Projekt erstmals seit circa einem Jahrzehnt eine neue Hauptversion veröffentlicht. Zum 20‑jährigen Jubiläum der JavaScript-Bibliothek verabschiedet sich das Entwicklerteam von vielen Altlasten und richtet jQuery konsequent auf moderne Browser, Sicherheitsmechanismen und Build-Workflows aus. Das Release bringt Breaking Changes mit sich, soll für die meisten Projekte aber mit überschaubarem Anpassungsaufwand nutzbar sein.

Eine der sichtbarsten Änderungen ist, dass jQuery 4 Internet Explorer 10 (IE) und ältere nicht mehr unterstützt. Auch andere alte Plattformen wie Edge Legacy, der Android-Browser oder ältere Versionen von iOS und Firefox fallen aus dem Support. IE 11 bleibt vorerst kompatibel, soll aber mit jQuery 5 entfernt werden. Wer zwingend auf diese Altbrowser angewiesen ist, muss bei jQuery 3.x bleiben.

jQuery 4 integriert Trusted Types, um moderne Vorgaben zu Content-Security-Policies (CSP) besser einzuhalten. Trusted-HTML-Inhalte lassen sich damit sicher an DOM-Manipulationen übergeben. Zusätzlich stellt jQuery asynchrone Script-Ladevorgänge weitgehend auf <script>‑Tags um, um CSP-Fehler durch Inline-Skripte zu vermeiden.

Mit Version 4 hat das Entwicklerteam den jQuery‑Quellcode vollständig von AMD auf ES‑Module umgestellt. Statt RequireJS setzt die Bibliothek nun Rollup ein, einen schlanken JavaScript‑Bundler für ES‑Module. Dadurch lässt sich jQuery direkt in moderne Toolchains integrieren und auch nativ per <script type="module"> nutzen – inklusive eigener Tests für die Modul-Version.

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Mit dem Major Release entsorgt jQuery zahlreiche seit Jahren als deprecated (veraltet) markierte Funktionen (vollständige Liste siehe im jQuery-Blog). Dazu zählen unter anderem jQuery.isArray, jQuery.trim, jQuery.parseJSON oder jQuery.now. Für alle existieren bereits native JavaScript‑Funktionen. Zusammen mit dem Wegfall von IE‑Sondercode schrumpft die Bibliothek laut Entwicklerteam um mehr als 3 Kilobyte (gzip).

Interne Array-Methoden wie push, sort und splice sind nicht länger Teil des jQuery‑Prototyps. Diese Methoden waren offenbar nie für den öffentlichen Einsatz gedacht und verhalten sich wieder strikt wie die entsprechenden nativen Array‑Funktionen.

jQuery überschreibt das native Verhalten von Fokus‑ und Blur‑Events nicht mehr. Statt der bisherigen jQuery‑Reihenfolge hält sich Version 4 an die aktuelle W3C‑Spezifikation. Das kann eine bestehende Event-Logik beeinflussen, sorgt aber für einheitliches Verhalten über alle unterstützten Browser hinweg.

JavaScript-Konferenz: enterJS 2026
enterJS 2026 in Mannheim

(Bild: jaboy/123rf.com)

Die enterJS 2026 wird am 16. und 17. Juni in Mannheim stattfinden. Das Programm dreht sich rund um JavaScript und TypeScript, Frameworks, Tools und Bibliotheken, Security, UX und mehr. Vergünstigte Frühbuchertickets sind im Online-Ticketshop erhältlich.

Der Slim‑Build wird nochmals kleiner: Deferreds und Callbacks fehlen komplett. Native Promises decken die meisten Anwendungsfälle ab und stehen in allen unterstützten Browsern – mit Ausnahme von IE 11 – zur Verfügung. Dadurch kommt der Slim‑Build nur auf rund 19,5 KB (gzip).

Für den Umstieg auf Version 4 stellt das Team einen Upgrade Guide sowie eine aktualisierte Version von jQuery Migrate bereit. jQuery 4 ist über das CDN und npm verfügbar, weitere CDNs sollen zeitnah folgen. Nähere Informationen zum Release bietet der Beitrag auf dem jQuery-Blog.

Siehe auch:

(mdo)