KI-Update: Drohnenvideos für KI-Training, Nvidia und Raubkopien, KI-Enttäuschung

Das "KI-Update" liefert werktäglich eine Zusammenfassung der wichtigsten KI-Entwicklungen.

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Inhaltsverzeichnis

Gerichtsdokumente zeigen, dass Nvidia mit Anna's Archive über den Zugang zu 500 Terabyte raubkopierter Bücher verhandelte. Die in Deutschland gesperrte Schattenbibliothek verlangte etwa 10.000 Dollar für schnellen Zugriff und informierte Nvidia über die illegale Herkunft der Daten. Das geht aus Dokumenten hervor, die der Blog Torrentfreak veröffentlicht hat.

Hintergrund ist eine Sammelklage von US-Autoren gegen Nvidia. Sie werfen dem Unternehmen vor, urheberrechtlich geschützte Werke ohne Erlaubnis für KI-Training genutzt zu haben. Laut Klageerweiterung soll Nvidia auch Daten aus LibGen, Sci-Hub und Z-Library heruntergeladen haben. Zudem soll das Unternehmen Skripte verbreitet haben, die Kunden den Download des Datensatzes "The Pile" ermöglichten. Dieser enthält neben gemeinfreien Werken auch einen raubkopierten Datensatz mit mehr als 196.000 Büchern.

Der ukrainische Verteidigungsminister will Verbündeten Millionen Stunden an Drohnenaufnahmen von der Front zur Verfügung stellen. Die Aufnahmen stammen von Aufklärungs- und Kampfdrohnen und zeigen reale Einsätze. Täglich fallen mehrere Terabyte an Daten an. Die Ukraine plant ein Datenzentrum, in dem Alliierte ihre militärischen KI-Modelle trainieren können. Partner ist Palantir, ein US-Unternehmen.

OpenAI analysiert künftig Verhaltensmuster wie Nutzungszeiten, Kontodauer und das angegebene Alter, um festzustellen, ob ein Konto einem Minderjährigen gehört. Wird ein Nutzer als unter 18 eingestuft, aktiviert ChatGPT automatisch Schutzmaßnahmen. Diese blockieren grafische Gewalt, sexuelle Rollenspiele, Darstellungen von Selbstverletzung oder Inhalte zu extremen Schönheitsidealen.

OpenAI hatte zuvor angekündigt, ChatGPT für einige dieser Inhalte für Erwachsene zu öffnen. Die Altersverifikation dürfte ein Schritt in diese Richtung sein. Zudem gab es Fälle, in denen Teenager in eine gefährliche Abhängigkeit von KI-Chatbots gerieten. Einige dieser Fälle endeten tödlich. Erwachsene, die fälschlicherweise als minderjährig eingestuft werden, können ihr Alter per Selfie über den Dienst Persona bestätigen. In der EU soll die Funktion in den kommenden Wochen starten.

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Demis Hassabis von Google DeepMind und Dario Amodei von Anthropic rechnen mit spürbaren Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt. Beide sehen erste Anzeichen dafür, dass KI vor allem Einstiegsjobs und Praktika verdrängen könnte. Amodei hält an seiner Prognose fest: Die Hälfte der Bürojobs für Berufseinsteiger könnte in ein bis fünf Jahren wegfallen. Seine größte Sorge: Die exponentielle Entwicklung der KI-Systeme werde unsere Fähigkeit zur Anpassung überfordern.

Podcast: KI-Update
KI-Update

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im "KI-Update" von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.

Eine weltweite PwC-Umfrage unter 4400 Geschäftsführern aus 95 Ländern zeigt magere Ergebnisse. In Deutschland berichteten nur 11 Prozent von höheren Umsätzen durch KI, global waren es 29 Prozent. Global gelang es nur 12 Prozent, mit KI sowohl mehr Umsatz zu generieren als auch Kosten zu sparen. In Deutschland waren es sogar nur zwei Prozent. PwC führt dies auf fehlende Datenbasis und mangelndes skalierbares Fundament zurück.

Der Fachkräftemangel stellt Unternehmen wie OpenAI und Meta vor Herausforderungen. Ein Vertreter einer US-Gewerkschaft sagt, dass Rechenzentren bereits jetzt mehr Arbeitskräfte binden als jede andere Branche. Eine Microsoft-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Pflegekräfte und Handwerker in absehbarer Zeit vergleichsweise sichere Berufe sind.

Elon Musk hat den Empfehlungsalgorithmus von X auf Github veröffentlicht. Grok spielt dabei eine große Rolle und wertet das Verhalten der Nutzer aus. Der Algorithmus sammelt Posts aus dem Netzwerk des Nutzers und berechnet, wie wahrscheinlich eine Reaktion ist. Je höher der Score, desto prominenter erscheint der Beitrag im Feed. Das Problem: Die Gewichtungsfaktoren wurden nicht veröffentlicht.

Asus will vorerst keine neuen Smartphones mehr entwickeln. Stattdessen konzentriert sich das Unternehmen auf kommerzielle PCs und physische KI wie Roboter und KI-Brillen. Asus konnte 2025 einen Umsatz von etwa 20 Milliarden Euro erzielen, ein Anstieg von 26,1 Prozent. Das Geschäft mit KI-Servern habe das angestrebte Wachstum von 100 Prozent erreicht.

Cursor, ein Softwareentwickler, hat mit hunderten autonom arbeitenden KI-Agenten in knapp einer Woche einen funktionierenden Webbrowser mit eigener Rendering-Engine entwickelt. Der erste Ansatz scheiterte, weil sich Agenten gegenseitig blockierten. Die Lösung war eine klare Rollentrennung: Planer-Agenten erstellen Aufgaben, Worker-Agenten führen sie aus, ein Judge-Agent entscheidet über den Projektfortschritt. Zum Einsatz kamen OpenAIs GPT-5.2 und Anthropics Claude Opus 4.5.

(mali)