Netflix mit verbessertem Angebot für Warner Bros.
Netflix legt im Wettbieten um Warner Bros. ein neues Angebot vor: Warner-Aktionäre bekommen keine Netflix-Aktien, dafür aber mehr Bargeld.
(Bild: Grand Warszawski / Shutterstock.com)
Netflix und Warner Bros. Discovery haben sich auf ein überarbeitetes Übernahmeangebot geeinigt. Mit der neuen Offerte wollen die beiden Firmen die feindlichen Übernahmebemühungen von Paramount kontern. Paramount buhlt seit Bekanntgabe der Einigung zwischen Netflix und Warner aggressiv um die Gunst der Warner-Aktionäre und hat sogar Klage gegen Warner eingereicht.
Der Deal, den Netflix ursprünglich mit Warner ausgehandelt hatte, sah für Aktionäre eine Mischung aus Cash und Netflix-Aktien vor: Pro Warner-Anteil sollen Aktionäre 23,25 US-Dollar in Cash und 4,50 US-Dollar in Netflix-Aktien bekommen. Seit der Deal ausgehandelt wurde, haben Netflix-Aktien über 25 Prozent an Wert verloren. In der neuen Deal-Struktur sollen Warner-Aktionäre keine Anteile an Netflix bekommen. Stattdessen bekommen Aktionäre die 27,75 US-Dollar allein in Barwerten. Über den neuen Deal informieren Netflix und Warner Bros. Discovery in einer gemeinsamen Mitteilung.
„Einfacher und sicherer“
Die neue Struktur sei einfacher, sicherer und beschleunige den Weg zum Abschluss der Übernahme, begründen Netflix und Warner das neue Angebot. Paramount hatte ein feindliches Übernahmeangebot aus reinen Cash-Werten abgegeben und die Volatilität des Netflix-Angebots kritisiert. Bereits in der vergangenen Woche hat die Wirtschaftszeitung Bloomberg über Pläne von Netflix berichtet, ein neues Angebot aus reinen Geldwerten abzugeben.
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Sowohl Netflix als auch Paramount wollen Warner Bros. kaufen. Während Netflix nur an der Unterhaltungssparte inklusive Streaming-Dienst HBO Max interessiert ist, möchte Paramount die komplette Firma übernehmen. Paramount hat also auch Interesse am Nachrichtengeschäft von Warner Bros. Discovery, zu dem CNN und TNT gehören. Larry Ellison, der Vater von Paramount-Chef David Ellison, gilt als Unterstützer des US-Präsidenten Trump.
Warner-Vorstand kritisiert Paramount
Der Vorstand von Warner Bros. Discovery bevorzugt das Netflix-Angebot und hat Aktionären wiederholt empfohlen, es anzunehmen. Von der Paramount-Offerte hält der Vorstand nicht viel: „Die Fremdfinanzierung für das Angebot von Paramount Skydance (PSKY) stützt sich auf eine ungesicherte, widerrufbare Treuhandverpflichtung sowie auf die Bonität eines Unternehmens mit einer Marktkapitalisierung von 15 Milliarden US-Dollar, dessen Kreditwürdigkeit die beiden führenden Rating-Agenturen mit ‚Junk‘-Status oder nur einer Stufe darüber bewerten“, heißt es in einem offenen Brief der Vorstandsmitglieder aus dem Dezember.
Das will Paramount-Chef David Ellison, Sohn des Oracle-Mitgründers Larry Ellison, nicht auf sich sitzen lassen: Die Firma verklagt Warner Bros. Discovery vor einem Gericht des US-Bundesstaates Delaware. In der Klage wirft Paramount Warner unter anderem vor, die eigenen Aktionäre nicht ausreichend über das Paramount-Angebot informiert zu haben. Paramount bietet 108 Milliarden US-Dollar für Warner Bros. Discovery.
(dahe)