Mittwoch: London und Peking gegen Cybercrime, Rekorde fĂĽr Streaming im Dezember
Koalition für IT-Sicherheit + Streaming-Rekorde zu Weihnachten + Smarter Futternapf zulässig + EU für digitale "Festung Europa" + Linux-Desktop mit Tiling-Modus
(Bild: amgun/ Shutterstock.com)
Ein neues, geheimes Forum soll die Kommunikation zwischen britischen und chinesischen Diensten verbessern. Es könnte das erste seiner Art sein. Bislang seien einschlägige Kontaktaufnahmen oft schwierig gewesen. Nun soll der Austausch formalisiert auf hoher Ebene erfolgen, um IT-Angriffe besser eindämmen und dagegen vorgehen zu können. In den USA war der erste Weihnachtstag 2025 der meistgestreamte Tag aller Zeiten. Das lag an NFL-Spielen und dem Finale von "Stranger Things", erklären Marktforscher. Der gesamte Dezember hat den Streaming-Anbietern neue Rekorde beschert, wobei Netflix und Prime Video von Sportprogrammen profitiert haben. Derweil hat ein Kölner Gericht entschieden, dass eine schwer zu erkennende Kamera und ein verstecktes Mikro einen Futternapf nicht zur Wanze machen. Damit muss man heute rechnen, denn der Futterautomat ist keine einfache Schale mehr. Damit darf das Gerät in Deutschland verkauft werden, was die Bundesnetzagentur zuvor untersagt hatte – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Zum Thema Unterwanderung von IT-Sicherheit tauschen sich fortan hochrangige Vertreter der Sicherheitsapparate der Volksrepublik China und des Vereinigten Königreichs aus. Dafür haben sie einen sogenannten Cyber Dialogue eingerichtet, als Basis für nicht öffentlichen Diskurs. Hintergrund sind laufende IT-Attacken und Spionagecoups. Offiziell ist von dem Cyber Dialogue keine Rede, doch inoffiziell haben Eingeweihte davon erzählt. Ziel sei, die Kommunikation zwischen den Sicherheitsverantwortlichen zu verbessern, damit diese sich insgeheim über Abwehrmaßnahmen austauschen können. Dass die Spione von ihren Verbrechen ablassen und sich fortan an geltendes Recht halten, erwartet niemand. Ziel sei vielmehr, Eskalationen zu vermeiden: Roter Draht zwischen Peking und London zur IT-Sicherheit.
Im Dezember und insbesondere am ersten Weihnachtstag des vergangenen Jahres haben Streaming-Anbieter in den Vereinigten Staaten neue Rekorde aufgestellt. Die Marktforscher von Nielsen haben am 25.12.2025 55,1 Milliarden Sehminuten bei den Streaming-Diensten gemessen, was den bisherigen Rekord vom selben Tag des Vorjahres um 8 Prozent übertroffen hat. Das lag vor allem an drei Spielen der nordamerikanischen Football-Liga NFL sowie dem an diesem Tag erstmals verfügbaren Finale der TV-Serie „Stranger Things“. Gleichzeitig bedeutet dies, dass 54 Prozent aller TV-Geräte in den USA an diesem Tag für Streaming verwendet wurden, ebenfalls ein Rekord für die Streaming-Nutzung eines Tages. Vor allem Netflix und Prime Video konnten zulegen, so die Marktforscher: Streaming-Nutzung erreichte im Dezember 2025 neue Rekordzahlen.
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Ein für „Fernüberwachung“ beworbener, vernetzter Futternapf hat den Argwohn der deutschen Bundesnetzagentur erweckt. Weil er eine nur aus nächster Nähe zu erkennende Kamera und ein von außen gar nicht ersichtliches Mikrofon hat, erkannte die Behörde darin eine missbräuchliche Telekommunikationsanlage. Doch das Verwaltungsgericht Köln (VG) sieht das anders und erlaubt Einfuhr, Vertrieb und Nutzung bis auf Weiteres: Wer den Futterautomaten sehe, rechne „mit einer Überwachungsfunktion desselben.“ Denn das Gesetz setzt voraus, dass der Gegenstand zur Abhörung oder Überwachung getarnt ist. Eine Tarnung sei aber nicht gegeben. Der Futterautomat sehe aus wie ein Futterautomat. Maßgeblich sei die Wahrnehmung durch Dritte, erklärt das Kölner Gericht: Vernetzter Futternapf ist keine heimliche Überwachung.
Gegen Überwachung oder Einmischung ausländischer Kräfte hat die EU-Kommission Dienstag eine Zäsur für den europäischen IT-Markt eingeleitet. Ihr Entwurf für den Cybersecurity Act 2 sucht Lösungen für eine Ära, in der digitale Infrastrukturen zum Schauplatz geopolitischer Machtkämpfe geworden sind. Die Kommission verlässt damit den Pfad unverbindlicher Empfehlungen und will eine Rechtsgrundlage schaffen, um Anbieter mit kritischem Risikoprofil wie Huawei oder ZTE aus China konsequent aus europäischer Infrastruktur verdrängen zu können. Was bisher vor allem für 5G-Netze im Rahmen einer „Toolbox“ galt, soll nun auf insgesamt 18 kritische Sektoren ausgedehnt werden. Ziel ist eine „Festung Europa“ im digitalen Raum und digitale Souveränität: EU bläst zum Halali auf „Hochrisiko-Anbieter“ wie Huawei.
Mit der ersten stabilen Version von Cosmic betritt ein neuer Linux-Desktop die Bühne: Die Desktopumgebung von System76 ist komplett neu in Rust programmiert und setzt auf das moderne Display-Server-Protokoll Wayland. Der einsteigerfreundliche Desktop lässt sich mit grafischen Tools leicht an eigene Vorstellungen anpassen und schnell mit Tastenkürzeln bedienen. Das Besondere an Cosmic Epoch 1 ist sein eingebauter Tiling-Manager, der Fenster automatisch auf ein Raster verteilt und so den vorhandenen Platz optimal nutzt. Der ist kein Muss und lässt sich ganz nach Bedarf an- und abschalten oder mit schwebenden Fenstern kombinieren. Die erste stabile Version lässt sich blitzschnell bedienen: Flexibler Linux-Desktop Cosmic Epoch 1 mit einfachem Tiling-Modus im Test.
Auch noch wichtig:
- Trotz des geringen Angebots sind gebrauchte E-Autos eher billig. Die Preise dürften durch die Förderung weiter sinken, schätzt die Deutsche Automobil Treuhand: Wertverlust gebrauchter Elektroautos ist höher als bei Verbrennern.
- Im Iran sind nicht nur Mobilfunk- und Festnetze gestört, sondern auch Starlink. Wir erklären, wie das trotz Tausender Satelliten vermutlich erreicht wird bei Starlink im Iran: Wie das Regime den Dienst stört und was dagegen hilft.
- Peking weist inländische Firmen an, fortan auf Sicherheitsdienste bestimmter Firmen aus den USA, Israel und Frankreich zu verzichten. Das berichtet Reuters: Viele westliche Sicherheits-Anbieter in China nicht mehr willkommen.
- In der Nacht zu Dienstag hat ein heftiger Sonnensturm für Polarlichter bis weit in den Süden gesorgt. In ganz Deutschland war das Himmelsphänomen zu bestaunen, denn es war ein heftiger Sonnensturm bei perfektem Wetter: Polarlichter über ganz Deutschland.
- KI soll die große Produktivitätsrevolution entfachen. Aber bisher sind die Ergebnisse in den Unternehmen durchwachsen, die Mehrheit sieht keinen Effekt. Man sieht kaum Mehrwert in Firmen: Ist KI doch eine Enttäuschung?
- Das neue Jahr läuft – und Apples Pipeline ist gut gefüllt. Es dürfte zu einigen Änderungen im Angebot kommen. Ein Überblick und eine Produktvorschau: Diese Hardware plant Apple wohl für 2026.
- Microsofts Januar-Sicherheitsupdates für Windows 11 stören offenbar auch Outlook. Microsoft untersucht Probleme mit POP-Mail-Konten nach den Windows-Updates: Weitere Nebenwirkungen auf klassisches Outlook.
- Tests und AnkĂĽndigungen gab es bereits, nun stellt das Let's-Encrypt-Projekt 6-Tage- und IP-Zertifikate fĂĽr alle zur VerfĂĽgung: Mit Let's Encrypt 6-Tage- und IP-Zertifikate fĂĽr alle.
- Die VR-Mod von Luke Ross für „Cyberpunk 2077“ ist offline. Der Publisher duldet keine Paywalls für Fanprojekte und zieht rechtliche Konsequenzen: CD Projekt stoppt VR-Mod für „Cyberpunk 2077“ wegen Paywall auf Patreon.
- Mitsubishi stellt einen Ableger des Renault Scenic vor, der ganz gute Chancen haben dĂĽrfte, ordentliche Verkaufszahlen zu erreichen. Das E-Auto Mitsubishi Eclipse Cross ist eine Renault-Kopie mit ĂĽppiger Reichweite.
(fds)