Französisches Verteidigungsministerium bittet Renault um Bau von Militärdrohnen

Renault ist seit dem Ersten Weltkrieg ein wichtiger französischer Rüstungskonzern. Nun soll er helfen, Drohnen für das Militär zu liefern.

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Drohne von Turgis Gaillard

Drohne „Aarok“von Turgis Gaillard auf der Flugschau Salon du Bourget 2025

(Bild: Par Artvill, eigenes Werk, lizensiert unter CC BY 4.0)

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Der französische Autohersteller Renault wird künftig auch militärisch nutzbare Drohnen herstellen. Wie das Unternehmen mitteilt, wird es dazu eine Kooperation mit dem 2011 gegründeten französischen Rüstungsunternehmen Turgis Gaillard geben, das bereits eine Drohne für das Militär konzipiert hat. Dazu haben beide ein gemeinsames Unternehmen mit dem Namen „Chorus“ gegründet. Renault sagt, das französische Verteidigungsministerium sei mit der Bitte an sie herangetreten, beim Aufbau einer französischen Drohnenindustrie mitzuwirken. Das französische Branchenblatt „Usine Nouvelle“, berichtete zuerst über das Vorhaben. Demnach sollen die Renault-Werke Cléon und Le Mans die Fluggeräte herstellen. Dazu äußerte sich Renault selbst allerdings noch nicht.

Turgis Gaillard hat bereits eine Handvoll große Drohnenmodelle, zum Teil mit einer Tragkraft von bis zu drei Tonnen, in seinem Programm. Offenbar fehlen bei seinen 400 Mitarbeitenden jedoch die Ressourcen für das geplante Produktionsvolumen von 600 Stück monatlich, das die französische Wirtschaftszeitung Les Échos nennt. Es gehe darum, schreibt das Blatt, ‚ferngesteuerte Langstreckenmunition‘ zu entwickeln, die auch für Beobachtungs- und Aufklärungsmissionen geeignet ist“. Weder Renault noch das Verteidigungsministerium nennen Einzelheiten zur Art, zum Umfang oder Vertragswert der geplanten Produktion.

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Renault gibt an, aufgrund seiner Produktions- und industriellen Entwicklungskompetenz ausgewählt worden zu sein. Man habe Erfahrung auf den Feldern Konzeption, Industrialisierung und Serienfertigung unter Einhaltung von Qualitäts-, Kosten- und Terminvorgaben. Wie dpa berichtet, könnte der Vertrag mit einem anfänglichen Volumen von 35 Millionen Euro über einen Zeitraum von 10 Jahren eine Milliarde Euro bringen.

(fpi)