SSDs: Speicherriesen verknappen angeblich Produktion
Die Speicherriesen Samsung und SK Hynix könnten 2026 weniger NAND-Flash-Wafer belichten als bisher. Das verschärft möglicherweise den Mangel.
(Bild: Andreas Wodrich / heise medien)
Die zwei weltweit größten Speicherhersteller Samsung und SK Hynix stellen im Jahr 2026 womöglich weniger NAND-Flash-Bausteine her als 2025. Das geht aus einem Bericht des Marktforschers Omdia hervor, den Chosun Biz aus Südkorea zitiert. Omdia gilt selbst unter Halbleiterherstellern als anerkannte Quelle. Im schlimmsten Fall könnte das den verfügbaren Speicher für SSDs verknappen, was wiederum Preissteigerungen verursachen würde.
Demnach könnte Samsung 2026 nur noch knapp 4,7 Millionen statt 4,9 Millionen Silizium-Wafer mit NAND-Flash-Chips für SSDs herstellen. Das entspräche einem Rückgang von gut vier Prozent. Bei SK Hynix stehen 1,7 Millionen statt 1,9 Millionen Wafer im Raum, ein Minus von gut zehn Prozent.
Mögliche Gründe
Chosun Biz gibt Analystenmeinungen wieder, wonach die beiden Hersteller die Marge für SSD-Produkte anheben wollen. Aufgrund des hohen Bedarfs in Rechenzentren ist NAND-Flash zwar knapper geworden, aber längst nicht so stark wie DRAM für Arbeitsspeicher. Während DDR5-Kits in den letzten Wochen um Faktor 3 und mehr teurer geworden sind, bewegen sich SSDs noch bei 80 bis 100 Prozent Aufschlag.
Eine Reduzierung der Wafer-Produktion könnte auch technisch bedingt sein, etwa wenn die Hersteller Produktlinien auf neuere Technik umstellen. Dabei stehen die Maschinen vorerst still. Beim Wechsel von Triple-Level-Cell-Chips (TLC), die drei Bit pro Zelle speichern, auf vierbittige Varianten (Quadruple Level Cells, QLC) könnte die produzierte Speichermenge sogar trotz geringerer Chipmenge steigen. Ein Baustein mit ähnlicher Größe speichert dann immerhin ein Drittel mehr Daten. QLC-Speicher ist insbesondere in Rechenzentren stark gefragt. TLC-Varianten sind bei Endkunden-SSDs vorherrschend.
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Denkbar wäre zudem, dass Samsung und SK Hynix manche Produktionslinien von NAND-Flash auf besonders knappen DRAM umstellen. Bis sich solche Änderungen auswirken, vergehen allerdings Monate: Typischerweise benötigt ein Wafer allein in der Produktion zwei bis vier Monate, bis er die notwendigen Tausenden Prozessschritte durchlaufen hat.
Die Zahlen sind derweil nicht in Stein gemeiĂźelt. Vielmehr fluktuieren die Kalkulationen der groĂźen Speicherhersteller. Blocks & Files merkt an, dass Samsung und SK Hynix ihre Produktion 2025 weniger stark verringerten als ursprĂĽnglich von Omdia prognostiziert.
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(mma)