Mozilla bringt Firefox Nightly als RPM-Paket für Linux

Mozilla bietet Firefox Nightly jetzt als RPM-Paket an. Die Installation auf Fedora, openSUSE und RHEL wird damit deutlich einfacher.

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Firefox-Symbol auf einem Smartphone. Hintergrund ist lila.

(Bild: David Esser/Shutterstock.com)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Mozilla hat Firefox Nightly erstmals als natives Paket für die Paketverwaltung Red Hat Package Manager (RPM) veröffentlicht. So lässt sich die Entwicklerversion des Browsers deutlich einfacher auf RPM-basierten Linux-Distributionen installieren. Unterstützt werden Fedora ab Version 41, openSUSE sowie Red Hat Enterprise Linux (RHEL) und dessen Klone wie Rocky Linux und AlmaLinux.

Bisher mussten Nutzer von RPM-Distributionen auf manuelle Tarball-Downloads zurückgreifen, um die aktuellen Firefox-Nightly-Versionen zu nutzen. Die neuen RPM-Pakete integrieren sich hingegen direkt in die System-Paketmanager dnf und zypper. Mozilla verspricht dadurch bessere Performance durch compilerbasierte Optimierungen sowie schnellere Updates, da die Pakete direkt in den Release-Prozess eingebunden sind. Zudem enthalten die Binaries alle Security-Flags, die während der Kompilierung aktiviert wurden.

Unter Fedora 41 und neuer mit dnf5 erfolgt die Installation durch Anlegen eines neuen Repositorys: sudo dnf config-manager addrepo --id=mozilla --set=baseurl=https://packages.mozilla.org/rpm/firefox --set=gpgcheck=0 --set=repo_gpgcheck=0, gefolgt von sudo dnf makecache --refresh und sudo dnf install firefox-nightly.

openSUSE-Nutzer verwenden zypper: sudo zypper ar -G https://packages.mozilla.org/rpm/firefox mozilla, dann sudo zypper refresh und schließlich sudo zypper install firefox-nightly. Für RHEL und andere Distributionen müssen Anwender eine manuelle Repository-Datei unter /etc/yum.repos.d/mozilla.repo anlegen.

Die Mozilla-Pakete können parallel zu den von der Distribution bereitgestellten Firefox-Versionen installiert werden, ohne Konflikte zu verursachen. Sprachpakete werden bei unterstützten Systemsprachen automatisch installiert. Weitere Sprachpakete lassen sich manuell über sudo dnf install firefox-nightly-l10n-[code] nachinstallieren, beispielsweise firefox-nightly-l10n-de für Deutsch. Die verfügbaren Sprachen lassen sich mit dnf search firefox-nightly-l10n auflisten

Ein Security-Wermutstropfen: Die GPG-Signaturprüfung der Pakete ist derzeit deaktiviert. In den Installationsbefehlen werden die Parameter gpgcheck=0 und repo_gpgcheck=0 gesetzt. Mozilla begründet dies mit dem Bug 2009927, der noch nicht behoben ist. Bis zur Behebung des Problems besteht theoretisch ein erhöhtes Sicherheitsrisiko bei Man-in-the-Middle-Angriffen während des Paket-Downloads. Einen Zeitplan für die Aktivierung der Signaturprüfung nennt Mozilla in der Ankündigung nicht.

Die RPM-Pakete sind ein weiterer Schritt in Mozillas Strategie, die Browserverteilung selbst in die Hand zu nehmen. Bereits seit Oktober 2023 bietet die Organisation ein APT-Repository für Debian-basierte Distributionen an, das vor der Veröffentlichung von Firefox 122 startete. Im Dezember 2023 folgte die Beta-Version 126 für Debian-Nutzer.

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Mozilla plant, das RPM-Angebot nach einer Testphase und entsprechendem Nutzerfeedback auf Firefox Beta und die stabile Version auszuweiten. Auch Extended Support Releases (ESR) und möglicherweise Thunderbird könnten folgen. Konkrete Zeitpläne nannte die Organisation jedoch nicht.

Für Nutzer von RHEL-Klonen wie Rocky Linux oder AlmaLinux bedeutet das neue Paketangebot einen deutlichen Komfortgewinn. Bisher waren sie auf die oft veralteten Firefox-Versionen ihrer Distribution oder auf manuelle Installationen angewiesen. Die direkten Mozilla-Pakete ermöglichen nun schnelleren Zugriff auf aktuelle Funktionen und Sicherheitsupdates, ohne dass Distributions-Maintainer die Pakete erst anpassen müssen.

(fo)