Winterweiß und knallig bunt: Die Bilder der Woche 4
Von Eisblumen bis zur Farbexplosion prägen unterschiedliche Motivwelten die Bildauswahl dieser Woche.
Uferpflanze
(Bild: 35mm)
Diese Woche bleibt der Winter als Motiv klar erkennbar. Einerseits in Form einer Schneelandschaft mit wolkenlosem, blauem Himmel. Beim Betrachten gefriert einem fast der Atem zu einer Wasserdampfwolke. Andererseits als eiskalte Seifenblase, deren Eisblumenmuster mit jedem Moment zu wachsen scheint. Auch das Mondmotiv und die Dolomiten reihen sich trotz ihrer Farbe optisch in die Auswahl der kühlen Bilder ein.
Einen Gegenpol dazu setzt besonders der Bokeh-Farbknall von Daborius, der wie ein Vorbote winterliche Gedanken vertreibt. Aber auch das Motiv einer Uferpflanze und ein Insektenbild verstärken die Sehnsucht nach farbenfrohen und wärmeren Tagen.
Winter auf dem Härtsfeld 3 von AHI 1975
(Bild: AHI 1975)
Der Schnee hat sich hier wie eine weiße Decke über die winterliche Landschaft gelegt und lässt Formen und Flächen klar hervortreten. Die reduzierte Farbgebung hat eine grafische Wirkung, die durch die dunkle Landstraße zusätzlich verstärkt wird. Die Aufnahme atmet Ruhe und zeigt den Winter als stillen Zustand.
Uferpflanze von 35mm
(Bild: 35mm)
Eine gelungene Makroaufnahme. Diese Pflanze mit Stiel, Blättern und Blüte ist im Zentrum des Bildes scharf fokussiert. Der Hintergrund löst sich weich auf, während das rote Bokeh einen tollen Kontrast zum Grün der Pflanze bildet. Das Gegenlicht zeichnet helle Ränder um den Stiel. Die Komposition im Querformat verleiht dem Motiv dabei Ordnung und Ruhe.
Attentäterin von Rontrus
(Bild: Rontrus)
Hier zeigt sich eine Gelbe Mordfliege, wie sie lauernd auf einer glatten Fläche sitzt, in der sie sich komplett spiegelt. Ihr Körper und die Borsten zeichnen sich scharf ab und ihre großen Facettenaugen ziehen den Blick auf sich. Die Spiegelung und die starke Loslösung von Motiv und Umgebung verleihen dem Bild eine gewisse Spannung. Fotograf Rontrus erklärt sein Vorgehen: „Das Bild wurde mit einer Vollformatkamera, einem 90-mm-Makroobjektiv + Raynox-250-Nahlinse bei Blitzlicht und mit Fokusstacking gemacht.“
Blaue Stunde Dolomiten von Udo Muc
(Bild: Udo Muc)
Die Dolomiten in tiefem Blau: Der Himmel leuchtet bereits leicht, die Bergkämme zeichnen sich klar ab und das erste Licht modelliert die Felsen und Hänge in feinen Abstufungen. Der Himmel gibt dem Bild viel Luft, während die Spiegelung ihm eine schöne Symmetrie verleiht. Die Blautöne verbinden Vorder- und Hintergrund zu einer harmonischen Gesamtheit.
Nikon D500 | 15 mm | ISO 100 | f/8
Schneekugel 2 von Thomas Brandl
(Bild: Thomas Brandl)
Hier füllt eine kleine Schneekugel das Bild. In ihrem Inneren verdichten sich Licht, Struktur und feine Eispartikel zu einer eigenen kleinen Welt. Die Kugel ist vor dem schwarzen Hintergrund gut freigestellt und lenkt den Blick ins Bildzentrum. Die Komposition wird von ihrer runden Form bestimmt und trotz der vielen Details entsteht ein ruhiges, geradezu meditatives Winterbild.
Thomas Brandel nahm das Foto der gefrierenden Seifenblase auf seinem im Schatten liegenden Hochbeet auf. „Nach ein wenig Übung klappte die Herstellung gut und ich probierte verschiedene Blickwinkel und Orte, um die Seifenblase in schöner Stimmung einzufangen. Auch die Sonne war mir nun hold und beschien jetzt das Hochbeet. Ich nutzte außerdem die Serienfunktion der Kamera und bekam viele verschiedene Stadien des Gefrierens abgebildet. Vor dem schwarzen Hintergrund gefielen mir dann die Seifenblasen am besten“, sagt der Fotograf.
OM-1 | 100 mm | ISO 200 | f/10
15.01.2026 von Daborius
(Bild: Daborius)
Diese Makroaufnahme arbeitet mit starker Nähe und verdichtet das Bild auf gekonnte Weise. Die Unschärfe formt ein großartiges Bokeh, sodass die glänzenden Lichtkreise wie Sterne im Hintergrund funkeln. Abgesehen von einem Miniatur-Hirsch ist kaum etwas Gegenständliches erkennbar. Das Foto bleibt bewusst offen und zeigt die Freude am fotografischen Experiment. Der Blick löst sich von der Realität und folgt in erster Linie Licht und Struktur.
Mit dem Bild bleibt der Fotograf seinem fröhlichen, bunten Stil mit viel Bokeh treu. „Für den Hintergrund habe ich Stahl-Topfreiniger ausgerollt und buntes Lametta darüber gelegt. Das Ganze habe ich mit LED-Leuchten aufgeleuchtet.“
Pentax K-1 Mark II | 100 mm | ISO 1250 | f/2.8
Es sollte nicht sein von bild0815
(Bild: bild0815)
Ein Porträt, das natürlich und unverstellt wirkt, denn es zeigt keinen Moment der Pose, sondern einen Moment der Begegnung. Licht, Ruhe und Ausdruck greifen stimmig ineinander. Der ruhige Hintergrund lenkt nicht ab. Der Blick trifft die Kamera direkt, und das Gesicht liegt klar im Fokus. Durch die zentrale Position entstehen zudem Nähe und Präsenz.
Der Fotograf selbst beschreibt es so: „Der Mond mit seinem speziellen Licht reizt mich immer wieder. Zum herbstlichen Vogelzug bin ich dann gern unterwegs und hoffe, dass Wetter und Vögel mitspielen, um vielleicht doch mehr als ‚nur‘ den Mond auf das Bild zu bekommen. Die optimale Zeitspanne ist recht kurz, aber auch die Zeit davor und danach ist intensiver Naturgenuss. Die Kombination aus hartem Gegenlicht, wenig Licht und der einzufangenden Bewegung ist mit dem fortschreitenden Abend eine wachsende Herausforderung. Zum Aufnahmezeitpunkt war der Himmel bereits recht dunkel, sodass ich den Mond vorfokussiert habe, um beim Auftauchen von Vögeln in Mondnähe nur noch auszulösen.“
(vat)