Zotero 8: Literaturverwaltung mit neuem Zitier-Dialog

Die neue Version der Literaturverwaltung Zotero verbessert den Umgang mit Zitaten und Annotationen. Künftig erscheinen alle 6 bis 10 Wochen neue Features.

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Laptop mit Schubladen

(Bild: rawf8/Shutterstock.com)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Die gemeinnützige Corporation for Digital Scholarship hat Zotero 8 veröffentlicht. Die neue Version der Open-Source-Literaturverwaltungssoftware bringt nach über einem Jahr Entwicklungszeit zahlreiche Verbesserungen im Umgang mit Quellenangaben, Annotationen und dem PDF-Reader. Parallel dazu kündigt das Projekt einen schnelleren Release-Zyklus an.

Der komplett überarbeitete Zitier-Dialog ersetzt die bisherigen drei verschiedenen Eingabemethoden durch ein einheitliches System mit zwei Modi. Im List-Modus sucht man quer durch alle Bibliotheken nach Titel, Autor, Erscheinungsjahr, DOI oder ISBN. Der Library-Modus ermöglicht dagegen die hierarchische Navigation in spezifischen Bibliotheken und Sammlungen. Zwischen beiden Modi wechselt man per Klick, wobei ausgewählte Einträge und Suchbegriffe erhalten bleiben. Lokator-Angaben wie „line 10“ oder „l. 10“ lassen sich direkt in die Suchleiste eingeben.

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Eine zentrale Neuerung betrifft die Darstellung von Annotationen. Markierungen und Notizen aus PDFs, EPUBs und Snapshots von Webseiten erscheinen nun als eigenständige Einträge unter ihren jeweiligen Dokumenten in der Items-Liste. Dadurch lassen sich Annotationen durchsuchen und filtern. In der Erweiterten Suche kann man beispielsweise nach „Item Type“ = „Annotation“ filtern und nach Annotationstext oder -kommentar suchen. Tags lassen sich per Drag-and-Drop zuweisen, ausgewählte Annotationen gruppiert Zotero im Item-Pane.

Das neue Reader-Appearance-Panel bietet globale Themes für PDFs, EPUBs und Snapshots von Webseiten. Neben den integrierten Farbschemata „Dark“, „Snow“ und „Sepia“ lassen sich eigene Themes über Vordergrund- und Hintergrundfarbe definieren. Das System passt Akzentfarben automatisch an und erlaubt separate Einstellungen für Light- und Dark-Mode. Anders als bisher werden Bilder nicht mehr invertiert, sondern bei dunklen Themes nur leicht abgedunkelt. Ganzseitige Bilder in PDFs, etwa bei Scans, passen sich ebenfalls an das gewählte Theme an.

Notizen öffnen sich standardmäßig in Tabs im Hauptfenster. Die Vollbildansicht mit breiten Rändern ist auf ablenkungsfreies Arbeiten ausgelegt. Ein Doppelklick in der Items-Liste genügt zum Öffnen. Wer separate Fenster bevorzugt, kann dies über das Kontextmenü oder in den Einstellungen ändern. Tabs verfügen über eine eigene Schriftgrößen-Einstellung im View-Menü.

Die kontinuierliche Dateibenennung synchronisiert Dateinamen von Anhängen automatisch mit Änderungen der Metadaten des übergeordneten Eintrags. Ändert man beispielsweise den Titel einer Publikation, passt Zotero den Dateinamen entsprechend an. Diese Funktion gab es bisher nur beim ersten Hinzufügen von Dateien. Bestehende Dateinamen lassen sich über die Einstellungen an das aktuelle Format anpassen. Ein neues Tool (Normalize Attachment Titles) erleichtert die Migration.

Parallel zur Version 8 hat das Entwicklerteam einen beschleunigten Release-Zyklus angekündigt. Statt monatelanger Wartezeiten sollen neue Versionen künftig alle 6 bis 10 Wochen erscheinen. Bugfixes kommen unabhängig davon in Maintenance-Updates wie 8.0.1. Beta-Versionen bieten weiterhin unmittelbaren Zugang zu neuen Änderungen.

Außerdem wurden die Systemanforderungen angehoben: Zotero 8 unterstützt macOS 10.14 und früher sowie Windows 7 und 8 nicht mehr. Dafür gibt es erstmals Unterstützung für ARM-Linux-Systeme. Die Integration der Textverarbeitung wurde mit einem Fortschrittsbalken auf macOS und Zoom-Shortcuts in Reports verbessert. Plug-in-Entwickler müssen ihre Erweiterungen anpassen, da neue APIs für Annotationen und Volltext bereitstehen.

Siehe auch:

(fo)