Starlink-Alternative: Rheinmetall und OHB planen offenbar Zusammenarbeit
Der Rüstungskonzern Rheinmetall und der Satellitenhersteller OHB wollen gemeinsam gegen Airbus um das größte Satellitenprojekt der Bundeswehr konkurrieren.
(Bild: CG Alex/Shutterstock.com)
Rheinmetall und der Raumfahrt- und Technologiekonzern OHB planen offenbar eine Zusammenarbeit, um ein satellitengestütztes Kommunikationsnetzwerk für die Bundeswehr zu entwickeln. Das berichten das Handelsblatt und die Financial Times anhand eigener Quellen. Der Rüstungskonzern und der Bremer Satellitenhersteller beabsichtigen demnach, sich gemeinsam auf das bisher größte Satellitenprojekt der Bundeswehr zu bewerben. Bislang sollen sich die Verhandlungen allerdings noch im Anfangsstadium befinden.
Vergangenes Jahr kündigte Bundesverteidigungsminister Pistorius auf dem Weltraumkongress des Bundesverbands der Deutschen Industrie an, ein militärisches Satellitenkommunikationsnetzwerk von mindestens hundert Satelliten im niedrigen Erdorbit errichten zu wollen. Mit einem geschätzten Auftragswert von acht bis zehn Milliarden Euro ist das Projekt Satellitenkommunikation der Bundeswehr (SATCOMBw) Stufe 4 Teil eines 35 Milliarden Euro großen Budgets, das Deutschland bis zum Ende des Jahrzehnts für Investitionen in militärische Weltraumtechnologien bereitstellen will.
Im Gegensatz zum Stufe-3-System setzt SATCOMBw Stufe 4 nicht mehr auf wenige geostationäre Satelliten in Orbits von rund 36.000 Kilometern Höhe. Geostationäre Satelliten liefern zwar eine breite Signalabdeckung, sind aber durch hohe Signallaufzeiten beschränkt. SATCOMBw Stufe 4 soll hingegen auf ein Netz aus vielen Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn von nur einigen hundert Kilometern Höhe setzen. Damit würde das System dem von Elon Musks Konzern SpaceX betriebenen kommerziellen Satellitennetzwerk Starlink stark ähneln. Die Satellitenkonstellation SATCOMBw Stufe 4 soll dem Handelsblatt zufolge bis 2029 einsatzfähig sein.
Direkte Konkurrenz zu Airbus
Die offenbar geplante Kooperation zwischen Rheinmetall und OHB stünde in direkter Konkurrenz zum europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus. Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern hat sich ebenfalls für das Satellitenprojekt SATCOMBw Stufe 4 beworben. Im Sommer 2024 hatte Airbus in einer Pressemitteilung verkündet, den Hauptauftrag für das bisherige System SATCOMBw Stufe 3 erhalten zu haben. Der Auftrag umfasst Airbus zufolge die Entwicklung, Integration, Erprobung und Auslieferung in der Umlaufbahn von zwei neuen geostationären Telekommunikationssatelliten. SATCOMBw Stufe 3 soll laut des Bundesverteidigungsministeriums bis 2027 betriebsfähig sein.
(rah)