Digitale Unabhängigkeit: Berlin will europäischen Bezahldienst Wero einführen
Der Digitalausschuss im Berliner Abgeordnetenhaus hat die Einführung des europäischen Bezahlsystems Wero beschlossen. Das Abgeordnetenhaus muss noch zustimmen.
(Bild: PhotoGranary02 / Shutterstockc.com)
Die Berliner sollen künftig Gebühren und andere Zahlungen an die Verwaltung über das Bezahlsystem Wero abliefern. Das hat der Digitalausschuss des Abgeordnetenhauses nach einem Bericht des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) beschlossen.
Wero – eine Kombination aus We (Englisch für Wir) und Euro – ist ein digitaler Bezahldienst, der es ermöglicht, Geld unter Angabe einer Mobiltelefonnummer oder einer E-Mail-Adresse zu übertragen. Er soll gegen US-Bezahldienste wie Paypal positioniert werden.
Um sich von US-Diensten und -Konzernen unabhängig zu machen, hat auch Berlin die Einführung von Wero beschlossen. Fast alle Fraktionen im Digitalausschuss haben dem Antrag der Grünen zugestimmt, lediglich die AfD hat sich enthalten. Das Abgeordnetenhaus müsse noch zustimmen, berichtet der RBB.
Wero gibt es seit 2024
Wero ist seit Juli 2024 verfügbar. Zunächst konnten über den Dienst nur Sofortüberweisungen zwischen Privatpersonen vorgenommen werden. Seit Herbst 2025 kann Wero auch beim Online-Shopping genutzt werden. Die Einführung für den stationären Handel ist geplant.
Das System wird von der European Payments Initiative (EPI) betrieben, einem Zusammenschluss von mehreren europäischen Banken und Zahlungsdienstleistern. Zum Start konnten Kunden von Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisen-Banken das Angebot nutzen. Inzwischen sind weitere hinzugekommen, darunter die Deutsche Bank oder die britische Neobank Revolut.
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Der Schritt der Berliner ist Teil einer Bewegung, sich von den großen US-Konzernen unabhängig zu machen. Dazu gehört auch die Einführung von Open-Source-Software, wie sie etwa das Land Schleswig-Holstein 2024 beschlossen hat. Auch das Land Berlin plant einen solchen Schritt.
(wpl)