Mittwoch: Aus für Amazon Go und Fresh, Kinder-Prozess gegen Facebook und YouTube

Amazon schließt Supermärkte + Leid durch Soziale Netze + Cookies für Schulkinder untersagt + Kritik am digitalen Omnibus + Bit-Rauschen zu Intels Panther Lake

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Katze lugt aus Amazon-Schachtel; Mittwoch: Amazon-Schließungen, Social-Media-Folgen, Schulkinder-Cookies, EU-Omnibus-Widerstand & Bit-Rauschen

(Bild: Stephen Woods CC-BY 2.0)

Lesezeit: 7 Min.

Lebensmittel gibt es bei Amazon künftig nur noch online und in den Whole-Foods-Supermärkten. Alle Amazon Fresh und Amazon Go in den USA werden kurzfristig geschlossen. Der Konzern bezeichnet den Schritt als Umstrukturierung. Im Gegensatz zu Whole Foods wäre eine Expansion der kleineren Lebensmittelgeschäfte nicht wirtschaftlich. Derweil sind in dem Land tausende Kinder-Klagen gegen Soziale Netzwerke anhängig. Der erste US-Prozess geht jetzt los. Snap und TikTok zahlen per Vergleich mit den Klägern, Facebook und YouTube hoffen auf Geschworene. Denn diese müssen davon überzeugt werden, dass die Dienste für das Leiden der Kinder verantwortlich sind. In Österreich hat eine Minderjährige bereits einen Erfolg gegen einen US-Konzern verbucht. Denn österreichische Schulen zahlen für Schüler Microsoft-Software, doch ohne Wissen der Schulen oder Kinder platziert Microsoft Cookies. Damit könnten Schulkinder zu Werbezwecken verfolgt werden. Eine Beschwerde hat Erfolg – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

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Amazon hat die Schließung sämtlicher Lebensmittel- und Einzelhandelsgeschäfte „Amazon Fresh“ und „Amazon Go“ angekündigt. Das betrifft 72 Läden innerhalb der USA. Der Konzern fokussiert sich bei Lebensmitteln stattdessen auf Online-Bestellungen und Versand sowie die „Whole Food Markets“, eine Supermarktkette mit großer Auswahl an Bio-Produkten. Einige der bisherigen Fresh- oder Go-Standorte werden in Whole-Foods-Geschäfte umgewandelt, die nach Amazon-Angaben weiterhin gut laufen. Unklar ist bislang, wie viele Mitarbeiter von den Schließungen und dieser Umstrukturierung betroffen sind. Ihnen werden Abfindungen oder andere Stellen innerhalb des Unternehmens angeboten: Amazon strukturiert Lebensmittelgeschäft um, schließt alle Fresh- und Go-Läden.

Wie viel Schuld tragen die Betreiber Sozialer Netze am Leid von Kindern und deren Umfeld? Bauen sie absichtlich Funktionen ein, die Kinder süchtig machen? Welche Verantwortung tragen sie für die Auswahl der Kindern vorgesetzten Inhalte? Solche Fragen sollen Gerichte und Geschworene in den USA entscheiden. Über tausend Klagen sind anhängig, meist von Kindern, deren Eltern oder Schulverwaltungen. Zudem führt die Mehrheit der US-Staaten Klage. Beklagt sind regelmäßig Alphabet/Google/YouTube, Bytedance/TikTok, Meta Platforms/Facebook/Instagram und Snapchat-Betreiber Snap. Snap und TikTok haben sich durch Vergleiche aus der Affäre gezogen, doch in Kalifornien tritt jetzt ein erster Prozess in die Gerichtssaalphase ein: Erster Kinder-Prozess gegen Facebook und YouTube läuft in LA an.

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Um die Internetnutzung Minderjähriger geht es auch in Österreich, wo eine Schülerin einen juristischen Erfolg gegen Microsoft verbuchen kann: Die österreichische Datenschutzbehörde hat einer Beschwerde des Kindes aus dem Jahr 2024 stattgegeben. Anlass ist, dass Microsoft in der von der Schule für die Kinder gemieteten Software Microsoft 365 Education personenbezogene Cookies platziert. Diese Cookies könnten dazu genutzt werden, das Online-Verhalten der Kinder für Werbezwecke zu verfolgen. Die Speicherung erfolgt ohne Zustimmung, was laut Datenschutzbehörde rechtswidrig ist. Das österreichische Bildungsministerium und die Schule wollen von der Datenernte nichts gewusst haben. Trotz der Pseudonymisierung der Cookies sind diese nicht erlaubt: Microsoft könnte Schulkinder für Werbezwecke verfolgen.

Die EU-Kommission hat am Montag im EU-Parlament für ihre Gesetzesvorstöße zu Digitalisierung und KI-Regulierung geworben {--] mit mäßigem Erfolg. Fast alle Fraktionen kritisieren die im Dezember 2025 vorgelegten Vorschläge und warnen davor, hart erkämpfte Schutzstandards zugunsten von „Big Tech“-Unternehmen aufzuweichen. Die Kommission will mit einem digitalen Omnibusgesetz die Regeln im Digitalbereich vereinfachen und vier verschiedene Normenkomplexe unter ein Dach bringen. Auch die in verschiedenen Digitalgesetzen verstreuten Meldepflichten bei Datenverlust sollen zusammengefasst werden, sodass Unternehmen eine zentrale Anlaufstelle dafür bekommen. Doch das Parlament kritisiert die Pläne als „Deregulierungsinitiative“: Europa-Parlament bremst Kommissionspläne des digitalen „Omnibus” für Daten und KI.

Bereits der Ende 2024 gefeuerte Intel-Chef Pat Gelsinger hatte den Mobilprozessor Core Ultra 300 alias Panther Lake als Heilsbringer angekündigt. Jetzt ist der Prozessor endlich da, wir konnten das Spitzenmodell Core Ultra X9 388H in einem Asus-Notebook testen. Der Core Ultra 300 muss die Konkurrenz in Schach halten, die längst nicht mehr nur AMD Ryzen heißt. Sondern er tritt gegen Apples M4 und M5 sowie gegen Qualcomms Snapdragon X und bald auch X2 an. Außerdem soll Panther Lake zeigen, was Intels hauseigene Fertigungstechnik „Intel 18A“ leistet, die Neuerungen wie RibbonFETs und Power Vias bringt, also Transistoren mit Gate All Around (GAA-FET) und Backside Power Delivery. Was das erste Panther-Lake-Notebook kann, erläutern wir im Bit-Rauschen, dem Prozessor-Podcast: Intel Core Ultra 300, der große Wurf?

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(fds)