Bremisches Unternehmen Polaris baut Hyperschallfluggerät für die Bundeswehr

Das Luft- und Raumfahrtunternehmen Polaris baut ein unbemanntes Hyperschallflugzeug für die Bundeswehr. Es soll 2027 ausgeliefert werden.

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Künstlerische Darstellung von Hytev

Künstlerische Darstellung von Hytev

(Bild: Polaris Raumflugzeuge)

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Die Bundeswehr will ein unbemanntes Hyperschallflugzeug anschaffen. Bauen soll es das in Bremen ansässige Luft- und Raumfahrtunternehmen Polaris Raumflugzeuge.

Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) habe Polaris Raumflugzeuge damit beauftragt, ein wiederverwendbares Hyperschallflugzeug zu entwickeln, teilte das Unternehmen über Linkedin mit. „Unseres Wissens nach ist noch nie zuvor ein Auftrag für ein vergleichbares System an ein Unternehmen in Europa, vielleicht sogar weltweit, vergeben worden.“

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Das Flugzeug mit der Bezeichnung Hytev, eine Abkürzung für Hypersonic Test and Experimentation Vehicle, ist ein zweistufiges Fluggerät, das wie ein konventionelles Flugzeug starten und landen soll. Gedacht ist es in erster Linie als fliegende Testplattform für Forschung. Möglich ist laut Polaris zudem, mit der Oberstufe Satelliten ins All zu bringen.

Hytev wird in etwa so groß sein wie ein Kampfjet. Angetrieben wird es von zwei Mantelstromtriebwerken sowie einem Linear-Aerospike-Raketentriebwerk, das Polaris selbst entwickelt. Die Oberstufe hat nur ein Raketentriebwerk.

Polaris arbeitet schon seit längerem an dem Hyperschallfluggerät. Die Bremer haben bereits mehrere Prototypen gebaut und getestet: Der erste, die 2,5 Meter lange Stella, flog erstmals 2020, die Nachfolger Aelda und Athena im Herbst 2022. Der aktuelle Demonstrator, die 8,5 Meter lange Nova, soll doppelte Schallgeschwindigkeit, etwa 2500 km/h, erreichen und in eine Höhe von 20 Kilometern aufsteigen.

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Der Erstflug von Nova ist für dieses Jahr geplant. Laut Website ist Nova der letzte Demonstrator. Danach werde das Unternehmen Fluggeräte für den regulären Einsatz bauen. Das von der Bundeswehr in Auftrag gegebene Hytev soll im kommenden Jahr fertig sein.

Fernziel von Polaris ist, mit einem solchen Flugzeug Menschen ins All zu bringen. Das könnte in den 2030er Jahren der Fall sein.

(wpl)