Geschäftgeheimnisse von o9 gestohlen? SAP stellt drei Führungskräfte frei

Der Konkurrent o9 hat SAP wegen Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen verklagt. Drei Manager, die von o9 zu SAP wechselten, wurden nun laut Bericht freigestellt.

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(Bild: nitpicker/Shutterstock.com)

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SAP hat laut Bericht des Handelsblatts nach Vorwürfen des Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen drei Topmanager freigestellt. Demnach handelt es sich um drei ehemalige Führungskräfte des Wettbewerbers o9, die zu SAP gewechselt waren. o9 hatte SAP im November vor einem Bundesgericht in Dallas, Texas, verklagt und den Vorwurf erhoben, die o9-Führungskräfte hätten mehr als 20.000 Dateien mit vertraulichen Unterlagen von o9 heruntergeladen und diese bei ihrem Wechsel zu SAP mitgenommen.

SAP bestätigte auf Anfrage der iX-Redaktion, dass „derzeit drei Personen aus dem Unternehmen ausscheiden“. Hinweise auf ein Fehlverhalten seitens des Unternehmens habe die bisherige Überprüfung nicht ergeben, führte SAP weiter aus. Den Grund für die Trennung ließ SAP offen. Das Handelsblatt schreibt unter Berufung auf Konzernkenner, dass der Fall im Walldorfer Softwarekonzern als heikel gilt.

Das 2009 gegründete und in Dallas beheimatete Unternehmen o9 wirft SAP vor, eine „aggressive Kampagne“ gestartet zu haben, um an seine Geschäftsgeheimnisse zu gelangen. Ferner würde SAP mit den heruntergeladenen Informationen gezielt Kunden abwerben, darunter mit dem deutschen Konsumgüterkonzern Henkel „einen ehemaligen Top-Kunden von o9“. Außerdem solle SAP kürzlich Funktionen und Marketingmaterialien für seine IBP-Lösungen (Integrated Business Planning) und andere ERP-Software überarbeitet haben, um die Angebote von o9 genau nachzuahmen. o9 ist auf Software für Unternehmensplanung und Lieferkettenmanagement auf Basis von KI und maschinellem Lernen spezialisiert, betreibt 17 Niederlassungen und hat rund 2.500 Mitarbeiter.

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SAP weist laut einem Sprecher „die in dieser Klage in der Anfangsphase vorgebrachten Vorwürfe entschieden zurück“. Entsprechend hat das Unternehmen Abweisung der Klage beantragt. Laut Handelsblatt ist die Argumentation, dass das Gericht im US-Bundesstaat Texas nicht zuständig wäre, weil es sich bei den drei Managern um niederländische Staatsbürger handele, die aus o9s niederländischer Niederlassung zur dortigen SAP-Niederlassung gewechselt seien. Die drei betroffenen Manager sollen die Vorwürfe ebenfalls zurückgewiesen haben.

(axk)