„Dispatch“: Entwickler müssen Superhelden-Adventure für die Switch 2 entschärfen

Das Superhelden-Adventure „Dispatch“ erscheint auch für die Switch 2 – in einer eingeschränkten Version. Sexuelle Elemente mussten entschärft werden.

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Screenshot aus Dispatch

(Bild: AdHoc Studio)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Das Superhelden-Adventure „Dispatch“ erscheint auf der Switch 2 in einer entschärften Version. Was viele Reviewer des Ports berichteten, hat Entwickler AdHoc Studio dem Spielemagazin Eurogamer bestätigt. Demnach sind in einigen sexuellen Szenen schwarze Balken zu sehen. Auch die Audiowiedergabe wurde in sexuell expliziten Szenen eingeschränkt.

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„Verschiedene Plattformen haben unterschiedliche Inhaltskriterien, und Einreichungen werden individuell bewertet“, erklärt AdHoc Eurogamer. Die Inhaltseinschränkungen der Switch-Variante sind damit offenbar auf die Vorgaben von Plattformbetreiber Nintendo zurückzuführen. Öffentlich einsehbar sind Nintendos Vorgaben nicht – entsprechend ist unklar, wo das japanische Unternehmen die Grenze zieht.

„Dispatch“ ist ein Adventure-Spiel mit Fokus auf Dialoge und Entscheidungen, in dem der Spieler die Rolle eines Einsatzkoordinators in einer Welt mit Superhelden übernimmt. Man muss Notrufe annehmen, Informationen einordnen und passende Heldenteams zu Einsätzen schicken. Ein großer Teil des in acht Episoden veröffentlichten Spiels, das die Entwickler als „Arbeitsplatz-Komödie“ beschreiben, besteht aus Romanzen zwischen der Hauptfigur und anderen Charakteren.

Dabei geht es mitunter recht explizit zu, im Spielverlauf sind etwa Genitalien sichtbar. Auch die PC- und Playstation-Fassungen kommen mit einem optionalen Modus, in dem etwa Brüste unkenntlich gemacht werden. Diesen Modus nennen die Entwickler „Visual Censorship“. Er ist etwa für Streamer und Youtuber gedacht, die bei Darstellung von sexuellen Inhalten um ihre Werbeeinnahmen fürchten müssten.

Während „Visual Censorship“ auf anderen Plattformen optional ist, ist dieser Modus auf der Switch 2 voreingestellt und kann nicht deaktiviert werden.„Dispatch“ gehört zu den erfolgreichsten Indie-Spielen des vergangenen Jahres. Die PC-Version wird auf Steam von über 150.000 Rezensenten als „äußerst positiv“ bewertet. Bis Ende 2025 wurde „Dispatch“ über 3 Millionen Mal verkauft.

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Verschiedene Spiele-Plattformen haben unterschiedliche Ansprüche daran, welche Inhalte für sie in Ordnung sind. Steam gilt als relativ entspannt, was Vorgaben angeht. Aber auch die Valve-Spieleplattform knickte etwa vor dem Horror-Spiel „Horses“ ein und entfernte im vergangenen Jahr auf Druck von Aktivisten zahlreiche Sex-Spiele von der Plattform.

In den Stores von Playstation und Xbox wird in der Regel etwas strenger kuratiert und gefiltert. Der Taktik-Shooter „Ready or Not“ wurde etwa für seinen Konsolen-Release leicht angepasst: Auf Xbox und Playstation ist es im Gegensatz zur PC-Version etwa nicht möglich, Personen nach ihrem Tod zu verstümmeln. Die Nacktheit einiger Figuren wurde ebenso wie die Darstellung von Gewalt an Kindern etwas entschärft.

Die Entwickler von „Dispatch“ hoffen, dass Nintendo-Nutzer der Switch-2-Version trotz der Einschränkungen eine Chance geben: „Die zentrale Handlung und das Spielerlebnis bleiben identisch mit der ursprünglichen Veröffentlichung“, schreiben Sie an Eurogamer.

(dahe)