„I Hate This Place“ im Test: Ein spielbarer B-Movie mit 80er-Jahre-Flair

Der Survival-Horror „I Hate This Place“ überzeugt im Test mit 80er-Jahre-Charme und netten Ideen, stolpert aber gelegentlich über die eigenen Ambitionen.

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Atmosphärische Übersichtsszene aus I Hate This Place – isometrisches Horror-Actionspiel mit düsterem Comic-Stil.

Isometrischer Horror mit Survival-Mechaniken: „I Hate This Place“ bringt Abwechslung in das Genre.

(Bild: Bloober Team)

Lesezeit: 5 Min.
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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Rock Square Thunder liefern mit „I Hate This Place“ eine Adaption der gleichnamigen Comicreihe von Kyle Starks und Artyom Topilin, verpackt in schrille Farben, kräftige Outlines und einem Setting, das an eine Mischung aus „Stranger Things“ und „Kingdom of Night“ erinnert. Spielerisch geht es vor allem ums Überleben: sammeln, basteln, kämpfen und dabei möglichst wenig auffallen.

„I Hate This Place“ schickt Protagonistin Elena zurück in ihre ländliche Heimat, wo sie gemeinsam mit ihrer Freundin Lou ein Mysterium aus ihrer Kindheit auflösen will. Helfen soll dabei ein fragwürdiges Ritual, doch natürlich geht der Plan nach hinten los. Plötzlich verschwindet Lou und Elena muss sich bei der Suche nach ihr durch einen gruseligen Wald voller Monster, blutiger Rituale und zwielichtiger Gestalten kämpfen.

„I Hate This Place“ im Test (7 Bilder)

Bei „I Hate This Place“ ist sofort klar, dass es sich um eine Comic-Adaption handelt. (Bild:

Bloober Team (Screenshots: joe)

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Die Geschichte ist bewusst klischeehaft inszeniert, mit verpeilten Kultisten, überzeichneten Mutanten, blutrünstigen Rehen, verlassenen Minen und geheimnisvollen Militärbunkern. „I Hate This Place“ nimmt sich dabei selbst nicht zu ernst und erzählt seine charmante B-Movie-Handlung stets mit einem Augenzwinkern. Zwar gibt es keine groß inszenierten Zwischensequenzen, aber ein hervorragend aufgelegter Sprecher-Cast füllt die Figuren auch ohne große Animationen mit Charakter.

Der zur Vorlage passende Comic-Stil trägt ebenfalls zur Stimmung bei. Das Spiel weiß gekonnt mit Licht, Sound und Kameraperspektive umzugehen, um Unsicherheit zu erzeugen und eine Welt zu kreieren, die zugleich gefährlich, fremd und faszinierend wirkt. Sowohl der verfluchte Wald auf der Oberfläche, als auch die unterirdischen Bunker und Minen laden mit vielen kleinen Geheimnissen, Mysterien, Rätseln und Belohnungen zum Erkunden ein.

Spielerisch mischt „I Hate This Place“ klassische Survival-Horror-Elemente mit Schleichpassagen, Crafting, Tag-Nacht-Rhythmus und der Notwendigkeit, regelmäßig zu essen. Das sorgt zwar für Abwechslung, manche Systeme bleiben aber oberflächlich. Dadurch wird das Spiel zwar insgesamt zugänglicher, im Zusammenspiel mit unausgereiftem Balancing wirken manche Systeme aber schnell überflüssig. Vor allem das Crafting kann sich mit zunehmendem Spielverlauf negativ auf die restlichen Spielmechaniken auswirken.

Zwar sind Nahrung, Munition und Waffen grundsätzlich Mangelware, wer sich aber früh in die offene Welt wagt, kann das System schnell aushebeln. Vor allem tagsüber, wenn die meisten Monster schlafen, ist es zu einfach, Ressourcen zu sammeln. Mit prall gefüllten Taschen lässt sich die eigene Basis schnell ausbauen, was wiederum zu Waffen, Munition und Lebensmitteln im Überfluss führt. Vorher übermächtige Riesenspinnen werden so zum Kanonenfutter und das Hunger-System, das bei Nichtbeachtung Elenas Ausdauer blockieren kann, verliert mit 50 Suppen im Rucksack schnell seinen Reiz.

Auch die eigentlich spannenden und mit vielen netten Überraschungen gespickten Nächte werden von Elenas schnell wachsender Übermacht ausgebremst. Deshalb unser Tipp: Geht grundsätzlich nur nachts in den Wald. Wenn der Mond scheint, kreucht und fleucht es in den Wäldern, und Elena begegnet auch dem einen oder anderen unruhigen Geist. Dabei wird sie in eine Parallelwelt entführt, in der sie mit etwas Detektivarbeit das Ableben der jeweiligen Erscheinung aufklären muss. Diese kleinen Nebengeschichten sorgen für Abwechslung und sind auch nett mit den NPCs aus der Hauptgeschichte verwoben.

Die Nah- und Fernkämpfe mit Baseballschlägern, Leuchtpistolen und Schrotflinten sind größtenteils sauber gelöst: Die Twin-Stick-Steuerung am Controller – links laufen, rechts zielen – funktioniert ordentlich. Nur, wenn während einer Verfolgungsjagd mit einer Riesenspinne ein Molotowcocktail flott über die Schulter geworfen werden soll, beißt es aus. In sieben von zehn Fällen entzündet sich Elena durch das träge Zielsystem selbst. Eine frei wählbare Tastenbelegung hätte dem Spiel zudem sehr gutgetan.

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„I Hate This Place“ ist ein charmanter Versuch, dem Survival-Horror-Genre mit neuen Elementen mehr Schwung zu verleihen. Ein paar Makel bremsen das Spiel allerdings aus. Die einzelnen Spielmechaniken bleiben zu oberflächlich und sind nicht immer optimal ausbalanciert, und auch die Technik könnte noch etwas Feinschliff gebrauchen. Die schräge Welt, die mysteriöse Atmosphäre, die tollen Sprecher und die stets mit einem Augenzwinkern servierte B-Movie-Story machen „I Hate This Place“ trotzdem zu einem empfehlenswerten Abenteuer für Horror-Fans mit 80er-Faible.

„I Hate This Place“ ist ab 16 Jahren freigegeben und erscheint am 29. Januar 2026 für PC (Steam), Playstation 5, Xbox Series X/S und Nintendo Switch. Der Preis liegt bei 29,99 Euro.

(joe)