Scam-Zentren in Myanmar: Elf Personen aus Mafiafamilie in China hingerichtet
In Südostasien werden Hunderttausende gezwungen, Menschen online oder übers Telefon zu betrügen. Inzwischen geht China dagegen vor – auch mit Hinrichtungen.
(Bild: janews/Shutterstock.com)
In China wurden elf Personen hingerichtet, die Onlinebetrug aus Scam-Zentren in Myanmar verantwortet haben sollen und im September zu Todesstrafen verurteilt wurden. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua und erklärt, dass darunter zentrale Figuren aus Telefonbetrugsorganisationen gewesen sein sollen. Die BBC ergänzt, dass die Hingerichteten aus einer von mehreren berüchtigten Mafiafamilien stammen sollen, die mit ihren kriminellen Aktivitäten aus der „verarmten Provinzstadt“ Laukkai an der Grenze zu China ein „schillerndes Zentrum mit Casinos und Rotlichtvierteln“ gemacht haben. 2023 sei das zusammengebrochen, als eine Miliz die Stadt übernommen und die Kriminellen ausgeliefert hat.
Peking geht gegen Scam-Zentren vor
In Myanmar haben kriminelle Organisationen in einigen Gebieten großangelegte Betrugsoperationen etabliert, in denen Hunderttausende Menschen gezwungen werden, Personen in aller Welt über das Internet zu kontaktieren und ihnen mit unterschiedlichen Maschen Geld abzunehmen. Das geschieht in riesigen Anlagen, in denen die Menschen festgehalten und teils misshandelt werden. Begünstigt wird das durch den seit Jahren geführten Bürgerkrieg. Das herrschende Militär versucht, jeden Widerstand zu unterdrücken, aber im ganzen Land kämpfen verschiedene Rebellengruppen teils äußerst erfolgreich gegen die Machthaber und haben eigene Machtbereiche etabliert. Peking hat laut der BBC Milizen unterstützt, die gegen die Scam-Zentren vorgehen.
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Laut der Nachrichtenagentur dpa wurde den Hingerichteten in China vorgeworfen, ihre Stützpunkte im Nachbarland seit 2015 aufgebaut zu haben. Von dort aus betrieben sie demnach Betrug sowie illegales Glücksspiel und hätten ihre Opfer eingesperrt. Bei Gewalttaten im Umfeld der Aktivitäten seien zudem 14 chinesische Staatsbürger getötet worden. Außerdem ist von einem wirtschaftlichen Schaden in Höhe von mehr als zehn Milliarden Yuan (rund 1,2 Milliarden Euro) die Rede. Verurteilt wurden die Kriminellen in der ostchinesischen Stadt Wenzhou unter anderem für Mord, vorsätzliche Körperverletzung, illegale Freiheitsberaubung, Betrug und den Betrieb von Glücksspieleinrichtungen, schreibt Xinhua. Eine Berufung dagegen sei abgelehnt worden.
(mho)